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Wenn Astronauten arbeitslos werden

Am Freitag wird zum vorletzten Mal ein Spaceshuttle ins Weltall fliegen. Danach endet die Ära der bemannten Nasa-Raumfahrt – vorerst. Was machen Astronauten, wenn sie auf der Erde bleiben müssen?

Die letzte Mission: Die sechs Besatzungsmitglieder der Endeavour.
Die letzte Mission: Die sechs Besatzungsmitglieder der Endeavour.
Keystone

Die Endeavour wird am Freitag um 21.47 MESZ mit sechs Astronauten an Bord vom Kennedy Space Center in Florida zur Internationalen Raumstation (ISS) starten, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa gestern mitteilte.

Die zweiwöchige Weltraummission zur Internationalen Weltraumstation soll von dem Astronauten Mark Kelly geführt werden. Er ist der Ehemann der vor drei Monaten bei einem Attentat schwer verletzten demokratischen Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords.

Das Ende einer Ära

Die Endeavour-Reise soll 14 Tage dauern, kann aber um zwei Tage verlängert werden. Hauptziel der Mission ist der Transport des Alpha-Magnetspektrometers 2 (siehe Box), das an der ISS für Experimente über die grössten Mysterien des Weltalls eingesetzt werden soll – etwa für Untersuchungen zur Existenz von Antimaterie oder zur Beschaffenheit der unsichtbaren dunklen Materie.

Die Reise mit der Nummer STS-134 wird die vorletzte US-Shuttle-Mission sein. Ende Juni soll die Raumfähre Atlantis als allerletzte ins All starten. Weltraumexpeditionen mit menschlicher Besatzung wurden unter Präsident Barack Obama aus Spargründen vorübergehend gestrichen.

Russische Mitfahrgelegenheit

Vor 30 Jahren startete das erste von sechs Space Shuttles, die Columbia, ins All. Seither unternahm die Nasa insgesamt 135 Weltraummissionen, zwei Shuttles – mit Besatzung – sind im Laufe der 30-jährigen Nasa-Geschichte der bemannten Raumfahrt bei Unfällen zerstört worden.

Die vier unversehrten US-Raumfähren werden nach ihrer Ausmusterung in verschiedenen Museen im ganzen Land ausgestellt.

Doch was geschieht mit den 61 Astronauten – im Jahr 2000 waren es noch 150 –, wenn die Nasa keine Weltraumexpeditionen mehr unternimmt? Wie «Spiegel Online» berichtet, kann die Nasa in den nächsten fünf Jahren für 753 Millionen Dollar ihre Astronauten an Bord der russischen Sojus-Kapsel zur Internationalen Raumstation (ISS) schicken. Doch die Plätze sind stark begrenzt und die Auflagen noch strenger als bisher: Astronauten, die mit der Sojus mitfliegen wollen, dürfen wegen der engen Platzverhältnisse nicht zu gross sein und müssen russisch können.

Was nun?

Alle anderen müssen sich beruflich neu orientieren. Zurzeit herrsche grosse Unsicherheit, sagt der ehemalige Nasa-Astronaut Leroy Chiao, der mittlerweile für ein privates Weltraumtourismus-Unternehmen arbeitet, gegenüber der «New York Times».

Ausserhalb der Nasa gibt es nicht viele Möglichkeiten für amerikanische Astronauten. Doch die Branche befindet sich im Wachstum, schreibt die «New York Times». Und dabei geht es nicht nur um die Erforschung und Entwicklung von Weltraumtechnologie.

Weltraumtourismus

Immer mehr private Unternehmen bereiten sich auf das Geschäft mit dem Weltraumtourismus vor. Dafür brauchen sie erfahrene Astronauten, die Raumschiffe konstruieren und später ins Weltall fliegen.

Auch die amerikanische Regierung hofft auf die privaten US-Firmen, um unabhängig von den Russen wieder Transporte zur Internationalen Raumstation (ISS) unternehmen zu können.

Dass der letzte Endeavour-Flug auf den Hochzeitstag des britischen Prinzen William und seiner Verlobten Kate Middleton fällt, hatte die Nasa nach eigenen Angaben nicht bedacht. «Ich hatte in unseren Kalender für die Starts noch nicht die Hochzeitsdaten eingetragen», scherzte Nasa-Sprecher Gerstenmeier.

AFP/lcv

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