Zürcher Forscher stellen smarte Leggins vor

Die «XoSoft» soll Menschen mit Beeinträchtigung beim Gehen unterstützen.

Der erste Prototyp: Die Hightech-Leggins ist für Menschen mit Gehbehinderung konzipiert.


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Forschende der ZHAW haben mit europäischen Partnern ein weiches Exoskelett entwickelt, das Menschen mit Beeinträchtigung beim Gehen unterstützen soll. Nun stellten sie den Prototyp der smarten Leggins vor.

Nach einem Schlaganfall oder durch andere Gründe kann die Mobilität eingeschränkt sein. Betroffenen könnte dereinst ein neues Hilfsmittel zur Verfügung stehen, um sich im Alltag besser in Bewegung halten zu können: Forschende um Eveline Graf und Konrad Stadler von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften haben mit europäischen Partnern eine Art weiches Exoskelett entwickelt, eine «smarte» Leggins namens «XoSoft», die das Laufen unterstützt.

Die wichtigsten Bestandteile der Leggins sind Gummibänder und Kupplungen, wie die ZHAW am Donnerstag mitteilte. Beim Gehen spannen Körperkraft und Bewegung des Trägers die Gummibänder, die somit Energie «speichern». Die Kupplungen sorgen dafür, dass diese Energie im richtigen Moment wieder an den Träger abgegeben wird, und so seine Bewegung unterstützt.

Controller im Rucksack

Den richtigen Moment bestimmt dabei ein Controller, der sich beim Prototyp in einem Rucksack auf dem Rücken des Trägers befindet. Der Controller erhält von Sensoren in der Leggins die nötigen Informationen über die Bewegung, Algorithmen interpretieren daraus die Gangart und steuern entsprechend die Kupplungen. Diese werden individuell je nach Patient platziert und gesteuert, schrieb die ZHAW. XoSoft kann zum Beispiel erfassen, wenn aufgrund einer Muskellähmung der Fuss schleift, und ihn im richtigen Moment hochziehen.

Noch ist der Prototyp allerdings nicht markttauglich und Bedarf einiger Weiterentwicklung. Ein Grund dafür sei, dass die Kupplungen momentan noch über ein durch Druckluft erzeugtes Vakuum funktionieren, hiess es. Die Kombination aus Kupplungen und Gummibändern werde aber sicherlich im einen oder anderen System wiederverwendet und weiterentwickelt, liess sich Konrad Stadler in der Mitteilung zitieren.

Bewegungswissenschaftlerin Eveline Graf betonte, dass solche Innovationen oft von der Technik getrieben seien und die Betroffenen zu wenig mit einbezögen. Dies verringere jedoch die Akzeptanz für solche Neuerungen. Dementsprechend wichtig waren Testläufe mit Patienten, welche auch an der ZHAW stattfanden. Die Ergebnisse flossen wieder an die Entwickler zurück. Neben der ZHAW waren vier weitere europäische Forschungsgruppen aus Italien, Spanien, Irland und den Niederlanden an dem Projekt beteiligt, sowie vier Firmen und klinische Partner.

(aru/sda)

Erstellt: 25.04.2019, 16:06 Uhr

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