So tickt der Mensch

Drei Amerikaner bekommen den Medizinnobelpreis für ihre Forschungen zur inneren Uhr.

Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash, Michael W. Young wurden in Stockholm mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet. (Video: Tamedia/AFP)
Video: Chinese University of Hongkong

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Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geht dieses Jahr an ein amerikanisches Forschertrio. Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young bekommen die Auszeichnung für ihre Forschungen zu unserer inneren Uhr.

Die drei Amerikaner entdeckten bei ihrer Arbeit mit Fruchtfliegen mehrere Gene, die den Tag-Nacht-Rhythmus in den Körperzellen steuern. Unsere innere Uhr sitzt nicht nur im Gehirn, sondern in jeder Körperzelle. Sie sorgt dafür, dass sich ein Lebewesen an den Tag-Nacht-Rhythmus, den die Erdrotation vorgibt, anpassen kann. Dabei spielt auch ein Protein eine wichtige Rolle, wie die Forscher herausfanden. Es reichert sich während der Nacht in den Zellen an und wird am Tag wieder abgebaut.

Infografik: Die innere Uhr des Menschen Grafik vergrössern

Mit ihren Forschungen haben Hall, Rosbash und Young auch bewiesen, wie wichtig es für alle Lebewesen ist, einem Tag-Nacht-Rhythmus zu folgen und genügend zu schlafen. Welche Auswirkungen es auf den Körper haben kann, wenn die innere Uhr durcheinandergerät, weiss jeder, der schon einmal in eine andere Zeitzone gereist ist und unter Jetlag gelitten hat.

Der diesjährige Preis für Physiologie oder Medizin ist mit neun Millionen schwedischen Kronen dotiert. Das Siegertrio bekommt also umgerechnet rund eine Million Franken. Die drei Amerikaner haben gemeinsam bereits mehrere Preise gewonnen. Jeffrey C. Hall (72) ist Genetiker und emeritierter Professor der Brandeis University in Waltham, Massachusetts und der University of Maine bei Bangor. Mikrobiologe Michael Rosbash (73) ist noch immer an der Brandeis University aktiv. Michael W. Young (68) ist Genetiker an der Rockefeller University in New York.

Die Nobelversammlung des schwedischen Karolinska-Instituts verleiht den Medizinnobelpreis seit dem Jahr 1901. 108-mal hat sie den Preis bereits vergeben. In den Jahren des Ersten und Zweiten Weltkriegs fielen die Zeremonien aus.

Den letztjährigen Nobelpreis für Physiologie oder Medizin bekam der Japaner Yoshinori Ohsumi für seine Forschungen zur Autophagie, einem Mechanismus, mit dem sich Zellen in Stresssituationen von ihrem eigenen Ballast befreien. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.10.2017, 13:23 Uhr

Von links: Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash, Michael W. Young.

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