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Wissenswertes über Weihnachten

Noch sind es drei Tage bis zum Christfest: Wenn es dazu noch offene Fragen gibt – vielleicht finden Sie die Antworten in unserer Auswahl.

Advent, Advent, ein Bäumchen brennt: Die wenigsten Christbäume überleben die Festtage unbeschadet. Foto: Johan Willner (Getty Images)
Advent, Advent, ein Bäumchen brennt: Die wenigsten Christbäume überleben die Festtage unbeschadet. Foto: Johan Willner (Getty Images)

Der rätselhafte Stern von ­Bethlehem: War es ein Komet?

Kometen kommen wie aus dem Nichts und verschwinden wieder. In der Regel tauchten sie in der Lebenszeit eines Menschen kein zweites Mal auf. Das muss bei den frühen Astronomen Rätselraten ausgelöst haben. Die Interpretation der Kometen als göttliche Schicksalsboten liegt nahe. Auch in der biblischen Geschichte von der Geburt Jesu spielt eine Himmelserscheinung eine wichtige Rolle, und es stellt sich die Frage: War der Stern von Bethlehem ein Komet? Oft wird der Halleysche Komet als Erklärung ins Spiel gebracht. Der war in den Jahren 12 bis 11 vor Christus zu sehen, aber nur sehr schlecht. Daher ist es unwahrscheinlich, dass er es war. Vielleicht war der Stern von Bethlehem ein Komet wie Hale-Bopp, der nur alle 20'000 Jahre wiederkehrt. Dann würden wir das Objekt, auf das sich die Weisen aus dem Morgenland beziehen, schlicht nicht kennen. Jedenfalls gibt es keine wissenschaftlich anerkannte Erklärung für den Stern von Bethlehem. (jol)

Darf man lügen, wenn einem ein Geschenk nicht gefällt?

Meistens fällt es auf, wenn man nicht ehrlich ist. Hinzu kommt, dass dem anderen damit langfristig nicht gedient ist. So führt es dazu, dass etwa die Grossmutter dem Kind ständig ein nicht altersgerechtes Spielzeug schenkt oder man selbst aus dem Freundeskreis jedes Jahr ein Buch von einem Schriftsteller erhält, den man eigentlich langweilig findet. Gemäss dem Sozialpsychologen Johannes Ullrich von der Universität Zürich sei deshalb eine gemässigte wahrheitsgetreue Reaktion besser, als Freude zu heucheln und weitere Fehlgeschenke zu riskieren. Es sei ein Prozess, bei dem man ­heraus­finde, wie der andere im Moment gerade ticke. Das gelingt allerdings nicht immer. (bry)

Ho, ho, ho – das ganze Jahr Weihnachten

Wer in Rovaniemi lebt, kann sich nicht auf Weihnachten freuen. Hier ist jeder einzelne Tag ein Festtag. In der Stadt am Polarkreis befindet sich das «offizielle Santa Claus Office», das täglich geöffnet hat. Die Poststelle ist längst eine Marke. So jedenfalls verkauft sich die glamouröse Filiale. 30 000 Briefe soll der Weihnachtsmann täglich erhalten, zwei Millionen verschickt er jährlich. Wer auf die Website geht, erkennt schnell, dass hinter der Poststelle, die 1992 geöffnet wurde, eine grosse Weihnachtsindustrie steckt. Das Dorf des Santa Claus ist etwa acht Kilometer von Rovaniemi entfernt. Hier kann man sich mit dem Weihnachtsmann ablichten lassen und ein Video drehen. Wer nicht nach Rovaniemi reisen will, der macht es online. (lae)

Viel Licht, viel Energie, strahlende Weihnachtszeit

Weihnacht ist die Zeit des Lichts. Girlanden, Sterne, Rentiere und Weihnachtsmänner. Sie leuchten in allen Farben und sollen Wärme in die kalte Jahreszeit bringen. Das kostet schön viel Energie. Die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz machte eine Schätzung: Private Leuchtdekorationen, Lichterketten bei Geschäften und festliche Strassenbeleuchtungen benötigen zwei Prozent der verbrauchten Strommenge im Dezember. Die weihnachtliche Energiebilanz dürfte aber künftig immer besser werden – dank Leuchtdioden (LED). Lichterketten mit LEDs verbrauchen zehnmal weniger Strom Dazu die Energieagentur: «Eine massvolle LED-Weihnachtsbeleuchtung braucht während der Weihnachtszeit weniger Strom als die Zubereitung des Weihnachtsbratens.» (lae)

Was geschieht, wenn wir den Braten riechen?

Trieft allmählich bei 200 Grad Celsius das Fett aus den Muskelfasern und riecht es in der ganzen Wohnung nach Braten, läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Kein Wunder: Die Speichelproduktion läuft auf Hochtouren. Insgesamt stellt ein Mensch im Durchschnitt jeden Tag eineinhalb Liter dieser durchsichtigen Verdauungsbrühe her, die zu 99,5 Prozent aus Wasser besteht, und noch einige Proteine, Mineralstoffe, Salze und Enzyme enthält. Vor allem vor und während der Mahlzeit sondern die Drüsen der Unterzunge, der Mundhöhle und des Unterkiefers das Sekret ab. Zudem sendet der Magen ständig ans Gehirn die Botschaft «Hunger», «Essen», «Hunger». Auslöser ist das Hormon Ghrelin, das vom Magen aus ins Blut übergeht und wodurch letztlich Nervenzellen im Hypothalamus aktiviert werden. Oft sind wir gar nicht hungrig, doch das Protein und der Bratenduft gaukeln uns vor, dass wir dringend Nahrung brauchen. So können wir kaum mehr an etwas anderes denken. Und sämtliche Glocken läuten: Essen, Essen, Essen. (bry)

Warum muss Weihnachten eigentlich weiss sein?

Klar, es ist romantisch, wenn der Rotgemäntelte mit dem Rentierschlitten vorfährt und durch den knirschenden Schnee stapft, um seine Geschenke abzuladen. Die Realität sieht grüner aus. An 60 Prozent der vergangenen Weihnachtsfeste, zurückbetrachtet bis 1931, lag an keinem einzigen der drei Feiertage Schnee – zumindest nicht im zentralen und östlichen Mittelland. Und überhaupt: Wie war denn das an Jesu Geburtstag (sollte denn das Datum stimmen, was Historiker anzweifeln)? Dass im Dezember in Bethlehem Schnee liegt, ist noch viel unwahrscheinlicher. Zwar gibt es sogar dort mal minus 1 auf dem Thermometer. Die historischen Durchschnittswerte im Dezember liegen aber bei 14 Grad tagsüber und 7 Grad nachts. (In Zürich bei 4 am Tag und minus 1 nachts). Und dann gibt es ja auch noch die Südhalbkugel. In Australien transportiert Santa Claus nämlich auch gerne mal die Päckchen mit dem Boot – in Badehose. (afo)

Der Weihnachtsmann als Vorbild für die Raumfahrt.

Auf der Welt leben rund 7 Milliarden Menschen – circa 2 Milliarden davon sind Kinder unter 15 Jahren. Wenn man davon ausgeht, dass der Weihnachtsmann nur Christen besucht, bleiben noch ungefähr 400 Millionen Kinder übrig. Nun hat die durchschnittliche Familie 2,5 Kinder. Das heisst, der Weihnachtsmann muss rund 160 Millionen Haushalte besuchen. Angenommen, er reist am 24. Dezember von Ost nach West. So verlängert sich der Tag wegen der Zeitzonen von 24 auf 47 Stunden. Dann müsste er pro Sekunde rund 900 Haushalte besuchen, damit er rumkommt. Wenn man annimmt, dass er die Hälfte der Zeit für die Reise, die andere Hälfte für das Verteilen der Geschenke verwendet und die Häuser, global gemittelt, einen Kilometer voneinander entfernt sind, müsste er mit seinem Schlitten pro Sekunde 1800 Kilometer zurücklegen. Das entspricht der 5200-fachen Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: Die Parker Solar Probe der Nasa soll relativ zur Sonne eine Geschwindigkeit von 192 Kilometer pro Sekunde erreichen. Da kann also die Raumfahrt noch ­einiges vom Weihnachtsmann lernen. (jol)

Sind Nadelbäume immergrün?

Der Kranz aus Fichte, der an der Haustür hängt und inzwischen bei jedem Rein- und Rausgehen eine Handvoll Nadeln in die Wohnung wirft, wird sicher nicht «immer grün» bleiben. Dabei symbolisiert das Grün, das wir zu Weihnachten ins Haus holen, «Lebenskraft» – ein uralter Brauch aus heidnischen Zeiten. Die meisten Nadelbäume – bis auf die Lärche – behalten im Winter die Nadeln. Dennoch wechseln auch sie ihre inneren Nadeln regelmässig und erneuern sie Stück für Stück alle fünf bis sechs Jahre. Nur wenn es den Bäumen nicht gut geht – wie den zwar festlich geschmückten, aber gekappten Exemplaren im Wohnzimmer –, dann werfen sie ihre Nadeln ab. Die piksenden Fotosyntheseapparate sind übrigens Wunderwerke: Sie sind mit einer Wachsschicht gegen ­Trockenheit geschützt, und die weihnachtlich duftenden ätherischen Öle dienen als Frostschutzmittel. (afo)

Woher kommt der Weihnachtsmann?

Wir kennen ihn als gemütliches Dickerchen im roten Mantel und mit weissem Bart. In der biblischen Weihnachtsgeschichte hat der Weihnachtsmann allerdings keinen Auftritt. Trotzdem hat seine Geschichte auch irgendwie mit dem Christentum zu tun. Historisches Vorbild für den Weihnachtsmann ist nämlich ein Bischof aus der Türkei, der im vierten Jahrhundert für seine Wohltätigkeit bekannt war. Schon bald nach seinem Tod begannen die Menschen, ihn als Heiligen zu verehren. Im 14. Jahrhundert führten französische Klosterschüler Bischofsspiele zu Ehren dieses Sankt Niklaus ein. Sie zogen in rotem Mantel, Bischofsmütze und mit einem Stab durch die Gassen. Der Brauch verbreitete sich schnell in ganz Mitteleuropa. Die Auswanderer nahmen ihn mit nach Amerika. Dort entwickelte er sich zum gemütlichen Dicken in roten Kleidern und mit Rauschebart. (abr)

Ochs und Esel verirrten sich in der Weihnachtsgeschichte

In unserem Stall durfte in der Weihnachtskrippe der Ochs und der Esel nicht fehlen. Die beiden Tiere gehörten einfach dazu. Aber in den überlieferten Weihnachtsgeschichten der Evangelisten kommen weder Ochs noch Esel vor. Warum das so ist, darüber streiten sich die Historiker. Die einen sind der Meinung, die beiden Tiere gingen auf das Alte Testament zurück, auf einen Vers im Buch Jesaja. Demnach sind der Ochse und der Esel an der Krippe eine Allegorie, die auf den besonderen Status des geborenen Kindes hinweist. Andere Geschichtswissenschaftler sehen etwas ganz anderes in den Krippentieren. Sie treten in alternativen biblischen Erzählungen auf, die selbst in kirchlichen Kreisen bis zur Reformation beliebt waren. Es war ein Dominikanermönch, Jacobus de Voragine, dessen Sammlung biblischer Geschichten sich Mitte des 13. Jahrhunderts in ganz Europa verbreitete. In diesem Volksbuch kamen auch Ochs und Esel in der Weihnachtsgeschichte vor. Diese Tiere waren damals so volksnah, dass sie im Mittelalter und in der Renaissance, ja bis heute geblieben sind. (lae)

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