Das 1:1 bedeutet Fortschritt und noch offene Fragen

Das Remis gegen Italien zeigte die guten Ansätze der Schweiz. Dabei sind die Stürmer Alex Frei und Blaise Nkufo noch nicht in WM-Form. Und Valon Behrami verletzte sich am Oberschenkel.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Unentschieden gegen den Weltmeister Italien. Dank Gökhan Inlers Treffer schon in der 10. Minute reist die Schweiz mit dem erhofften positiven Resultat nach Südafrika. Es war das erste Tor aus dem Spiel heraus seit dem 9. September 2009 und dem 1:0 von Alex Frei in Lettland. 270 Tage und 507 Länderspiel-Minuten vergingen dazwischen.

Dass die Schweiz auch danach noch zu Chancen kamen, war das eine positive Fazit. Das andere ist bestimmt, dass Gelson Fernandes nicht nur die von Ottmar Hitzfeld erwünschte verbesserte defensive Stabilität brachte, sondern der Walliser zusammen mit Reto Ziegler auf der linken Seite für viel Druck sorgte.

Fernandes könnte auch die Antwort auf das Rätsel Tranquillo Barnetta sein. Der Trainer wollte den Ostschweizer eigentlich auch schonen, da dieser die intensiven Trainingseinheiten in Crans-Montana mehr verspürte als die Teamkollegen. Er war am Ende der Bundesliga-Saison noch an der Hüfte verletzt gewesen.

Und eine Verletzung macht im Schweizer Lager Sorgen: Von einer «Schrecksekunde» berichtete Hitzfeld, als Valon Behrami vom Feld humpelte und nicht mehr weiter spielen konnte. Eine Kernspintomographie soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. Ist es nur eine Verhärtung, steht der West-Ham-Profi am 16. Juni gegen Spanien fraglos in der Startformation. Ist es eine Zerrung, ist es ein gravierender Verlust für das Schweizer Team.

Der Sturm ist noch nicht in WM-Form

Es gibt aber noch immer Punkte, die Hitzfeld nicht gefallen haben. So kassierte die Schweiz nur vier Minuten nach dem Führungstreffer den Ausgleich. Lichtsteiner und Behrami hatten dem Flankengeber zu viel Platz gelassen. «Das darf uns nicht passieren», hielt Hitzfeld auch klar fest. Dass Philippe Senderos danach beim Prellball etwas unglücklich aussah, passt zum Gegentreffer. Es gelang damit der Schweiz im vierten Spiel in Folge nicht, hinten zu Null zu spielen.

Der andere Punkt ist gleichwohl die Schweizer Offensive. Alex Frei ist im erst zweiten Spiel über 90 Minuten noch nicht in der Form, in der er für das Nationalteam 40 Tore in 74 Länderspielen schoss. Und Blaise Nkufo scheint die Anbindung ans Team wieder etwas verpasst zu haben. Wiederholt fehlte ihm das richtige Timing für den richtigen Pass. Allerdings hat auch Eren Derdiyok bei seinen bisherigen (Kurz-)Einsätzen nicht bewiesen, dass er die valable Alternative zum Topskorer von Twente Enschede ist.

Gleichwohl darf die Schweiz am nächsten Mittwochabend mit einem guten Gefühl an die WM reisen. Die Ordnung und damit die Handschrift von Ottmar Hitzfeld war in diesem Test schon deutlich zu erkennen, auch wenn sie nach dem Seitenwechsel phasenweise abhanden gekommen war. Hier wird Hitzfeld, das hat er bereits angekündigt, in den verbleibenden elf Tagen den Hebel ansetzen.

Erstellt: 05.06.2010, 23:57 Uhr

Umfrage

Wie weit kommt die Schweizer Fussball-Nati an der WM?

Ausscheiden in Gruppenphase

 
47.4%

Achtelfinal

 
27.9%

Viertelfinal

 
9.4%

Halbfinal

 
2.6%

Final

 
0.9%

WM-Titel

 
11.8%

1629 Stimmen


Artikel zum Thema

Ottmar Hitzfeld erfreut über Gökhan Inlers «richtige Reaktion»

Die Schweiz verabschiedete sich vor der Reise an die WM doch noch mit einem Teilerfolg von den Fans. In Genf holte sie gegen Italien ein 1:1 und verhinderte die vierte Pleite in Folge. Mehr...

Schweiz spielt wieder 1:1 gegen Italien – aber hat Sorgen um Behrami

Die Schweiz geht mit einem 1:1 gegen den noch amtierenden Weltmeister Italien an die WM in Südafrika. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live. Mehr...

Englischer Ex-Polizist pfeift Schweizer WM-Startspiel

Der Engländer Howard Webb wird am 16. Juni bei der WM in Südafrika die Partie Schweiz - Spanien leiten. Mehr...

Blogs

Mamablog Von wegen «Weichei-Papa»!

Sweet Home Hier hat Fernweh ein Zuhause

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Farbenspiel: Hibiskusblüten spiegeln sich auf einer nassen Fensterscheibe bei Frankfurt am Main. (14. Juli 2019)
(Bild: Frank Rumpenhorst) Mehr...