Gelson Fernandes ermöglicht Schweizer Sensation

Die Schweiz gewinnt ihr WM-Auftaktspiel gegen Spanien sensationell 1:0. Das einzige Tor schoss Gelson Fernandes in der 52. Minute.

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Der Schlusspfiff musste lange erduldet werden. Fast sechs Minuten liess Schiedsrichter Howard Webb nachspielen. Doch dann folgte der erlösende Schlusspfiff. Die Ersatzspieler stürmten auf den Platz und der Staff umringte sofort Ottmar Hitzfeld. Das 1:0 gegen Spanien ist einer der grössten Siege einer SFV-Auswahl an einer WM – und der erste im 19. Vergleich mit Spanien.

In der 52. Minute stand das Moses Mabhida Stadion für einen kurzen Moment still: Die knapp 62'453 Zuschauer rieben sich verwundert die Augen: Der Underdog aus der Schweiz war eben gegen den grossen Favoriten Spanien in Führung gegangen. Glückhaft zwar, aber auf der Anzeigetafel unter dem zeltartig geformten Dach stand unmissverständlich: 1:0 für die Schweiz.

Es war ein langer Abstoss von Diego Benaglio, den Eren Derdiyok zu Blaise Nkufo verlängerte. Dieser legte den Ball wieder zurück auf den Leverkusner. Dieser legte sich den Ball etwas zu weit vor, es kam zu einem Prellball mit Spaniens Keeper Iker Casillas. Irgendwie landete der Ball via Gérard Pique ein Meter vor der Torlinie vor den Füssen von Gelson Fernandes. Der hatte keine Mühe, in seinem 25. Länderspiel sein zweites und bisher wichtigstes Tor für die Schweiz zu schiessen.

Überragender Benaglio

Letztlich konnten die zahlreichen spanischen Fans nur einmal jubeln. Als in der 61. Minute Fernando Torres aufs Feld kam, brandete ein riesiger Jubel durch das Rund. Wie auch bei jedem Ballkontakt des Liverpool-Stürmers. Doch auch er konnte in der Schlussphase keine der spanischen Chancen zu verwerten. Vielmehr sicherte Hitzfeld in den Nachspielminuten mit Mario Eggimann als zusätzlichem kopfballstarken Verteidiger die Abwehrreihe genug nachhaltig.

Überragend auf Schweizer Seite war vor allem Benaglio, der mehrfach hervorragend rettete. Nach rund einer Stunde stoppte er David Villa, zuvor hatte er schon vor in extremis vor Sergio Ramos. Und als Benaglio einmal geschlagen war, rettete die Torumrandung. Bei Xabi Alsonsos Geschoss in der 70. Minute musste man allerdings um das Gehäuse fürchten, so gewaltig war sein Hammer von der Strafraumgrenze.

Spanier legten los wie Feuerwehr

Auf der anderen Seite hatten auch die Schweiz Pech mit einem Schuss an die Torumrandung. Eren Derdiyok, der letztlich doch vor Pirmin Schwegler den Vorzug erhalten hatte, dribbelte sich nach einem Doppelpass mit Nkufo an Pique und Puyol in herrlichster Weise vorbei und legte den Ball dann an Casillas vorbei an den Pfosten (74.).

Dabei hatten die Spanier getreu ihrem roten Matchdress losgelegt wie die Feuerwehr. Schon nach drei Minuten musste Stéphane Grichting ein erstes Mal robust gegen Sergio Busquets einsteigen. Als die Schweizer in der 9. Minute erstmals ernsthaft über die Mittellinie kamen, notierten die Statistiker 80% Ballbesitz für den Topfavoriten.

Vor allem David Villa sorgte vor dem Schweizer Tor immer wieder für Gefahr. Nach dem ersten Schweizer Corner wurde er beim Konter im letzten Moment von Diego Benaglio gestoppt. Und kurz vor der Pause hatte er den Schweizer Goalie bereits auf dem falschen Fuss, als er ihn mit einem Kunststück überlobben wollte. Glück hatten die Schweizer nach einer Viertelstunde, als Senderos an der Strafraumgrenze David Silva leicht von hinten berührte. Wäre der Schiedsrichter Howard Webb kein Engländer wäre der Penaltypfiff wohl gewiss gewesen.

Spiel gewonnen, aber Senderos verloren

Mit zunehmender Spieldauer vor dem Seitenwechsel erhöhten die Spanier den Druck. Vor allem Andres Iniesta sorgte von der linken Seite aus immer wieder für Gefahr – oder auch, wenn er in die Mitte zog. Nach 22 Minuten bediente er Gérard Pique ideal mit einem Steilpass in den Strafraum, doch der Barcelona-Vertedigier scheiterte am glänzend reagierenden Benaglio.

Pech hatte Philippe Senderos, der das Feld schon nach rund einer halben Stunde verlassen musste. Er prallte bei einem Tackling mit Teamkollege Stephan Lichtsteiner zusammen und zog sich eine Verletzung am rechten Fuss zu. Es ist bereits der vierte Schweizer, der sich im Verlauf dieser WM inklusive Vorbereitung verletzte.

Erstellt: 16.06.2010, 17:58 Uhr

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