Hitzfeld hat den Humor wieder gefunden

Das Schweizer Vorbereitungscamp in der Höhe von Crans-Montana geht dem Ende entgegen. Ottmar Hitzfeld zog an der Medienkonferenz gut gelaunt eine positive Bilanz.

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Nur kurz schien die gute Laune von Ottmar Hitzfeld in Gefahr, als ihn ein Journalist fragte, weshalb er am Tag nach der Niederlage gegen Costa Rica nicht zur Medienkonferenz erschienen sei. Der 61-jährige Trainer der Schweizer blickte den Journalisten kurz irritiert an und meinte, er hätte ja schon unmittelbar nach dem Spiel im Tourbillon Auskunft gegeben. «An meinem Urteil ändert sich auch nichts, auch wenn ich sieben Stunden geschlafen habe», sagte er. «Ich hatte nichts zu sagen.»

Überhaupt mochte Hitzfeld gar nicht gross auf das Spiel am Dienstagabend in Sitten eingehen. Es sei ein Trainingsspiel gewesen – mehr nicht. Die dritte Niederlage in Folge störe ihn deshalb nicht, weil er jetzt nicht auf die Statistik wert lege. «Sonst hätte ich nur einmal pro Tag trainieren lassen», führte Hitzfeld weiter aus. «Wir haben die WM vor Augen und ziehen das auch so durch.»

Hitzfeld wurde zum Conferencier

Immerhin versprach Hitzfeld, dass seine Mannschaft am Samstag gegen Italien frischer sein werde. Für den letzten Test vor der Abreise nach Südafrika fordert er «Fortschritte in der Organisation. Wir liessen am Dienstag den Gegner zu sehr spielen.» Und wenn das Team frischer ist, komme automatisch auch die Kreativität wieder zurück. Italien ist der gewünscht starke Gegner, auch wenn ein Vergleich mit Spanien nur schwer möglich ist. «Sie spielen verschieden. Am liebsten hätte ich gegen Spanien ein Freundschaftsspiel ausgetragen, aber das war leider nicht möglich», meinte Hitzfeld lachend.

Und als Hitzfeld dann schliesslich aus seiner Sicht genügend Fragen beantwortet hatte, leitete er gleich den zweiten Teil der Medienkonferenz ein. «Gökhan Inler wartet schon so lange. Ich hoffe, dass Sie ihm auch noch einige Fragen stellen können. Er wird spielen am Samstag», witzelte Hitzfeld und liess sich dann wieder ins Hotel zurückfahren.

Erstellt: 03.06.2010, 16:12 Uhr

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