Müden Schweizern fehlte die Kreativität

Die Niederlage im Testspiel gegen Costa Rica offenbarte im Schweizer Spiel Mängel in der Kreativität. Vor allem aus dem Mittelfeld kommt zu wenig – selbst gegen vergleichsweise harmlose Gegner.

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Seit fünf Spielen hat die Schweiz nun kein Tor mehr aus dem Spiel heraus erzielt. Es ist quasi der Beweis für fehlende Kreativität im Schweizer Spiel. Die Gegner waren dabei nicht nur starke Teams wie Uruguay. Selbst gegen den Fussballzwerg Luxemburg gelangen der SFV-Auswahl nur drei Tore nach Standard-Situationen. Dennoch darf nach dem wenig berauschenden Auftritt gegen Costa Rica nicht alles Schwarz gesehen werden. «Wir sind im Plan», sagte Ottmar Hitzfeld sogar.

Es war sicher so, dass die Schweizer nach der harten ersten Trainingswoche in Crans-Montana die körperlichen Nachwehen in dieser Partie spürten. Die Pfiffe des Publikums zur Pause und am Ende des Spiels waren die Quittung für den durchzogenen Auftritt. «20 Prozent Spritzigkeit fehlten», fand Hitzfeld, der sich aber deswegen keine grossen Sorgen macht.

Einer wie Yaki fehlte gegen Costa Rica

«Wenn wir locker und frisch gespielt hätten, dann hätten wir in der Vorbereitung etwas falsch gemacht», fügte der Schweizer Nationaltrainer gar an. Die Fehlpässe waren aber auch dem 61-Jährigen aufgefallen. Er entschuldigte sie mit den noch fehlenden Automatismen. «Wir hatten Pause und dann wieder einen hohen Rhythmus, dann wieder Pause», fasste er das Spiel zusammen.

Allerdings dürfte auch ihm nicht entgangen sein, dass Marco Padalino nach einem schwungvollen Beginn sich rasch dem Niveau seiner Teamkollegen anpasste. Tranquillo Barnetta blieb zum wiederholten Mal in der Nationalmannschaft ein Rätsel. Auch auf der rechten Seite fand er nicht seine einst so wunderbar erfrischende Durchschlagskraft. Und im Zentrum sind sowohl Gökhan Inler als auch Benjamin Huggel eher mit dem Zerstören vertraut als mit dem Konstruktiven.

Darunter leidet nicht zuletzt das Sturmduo. Blaise Nkufo hatte keinen oder kaum einen brauchbaren Ball, Alex Frei liess sich oft ins Mittelfeld oder noch weiter zurückfallen, weil er etwas für das Spiel machen wollte. Aber es misslang auch dem Captain, das Spiel anzutreiben. Ihm unterliefen im Spielaufbau ähnliche Fehler wie seinen Mitspielern.

Die Niederlage gegen Costa Rica war verdient. Sie ist bestimmt nicht das Ende aller WM-Träume; die Qualifikation für die Achtelfinals bleibt wohl ohnehin das Höchste der Gefühle. Gedanken muss sich Hitzfeld einzig um den kreativen Spielaufbau machen. In den letzten 20 Minuten, als die Schweiz alles nach vorne warf, kam sie gegen ein bescheidenes Costa Rica zwar noch zu Ausgleichschancen, aber auch dabei kaum aus dem Spiel heraus. In solchen Situationen wird Hitzfeld auf Hakan Yakin zurückgreifen, der in der Schlussphase in Sitten vermisst wurde.

Erstellt: 01.06.2010, 23:33 Uhr

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