Offensive Mängel zerstören WM-Traum

Die Schweizer haben zu wenig gute Stürmer auf internationalem Niveau, findet Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Redaktor Sascha Rhyner.

Nach dem 0:0 gegen Honduras: Die Schweiz am Boden.

Nach dem 0:0 gegen Honduras: Die Schweiz am Boden. Bild: Keystone

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Ein Tor in drei WM-Spielen, drei Tore in sechs Spielen im Jahr 2010 und drei Tore in den letzten acht Spielen. Das ist die magere Bilanz. Und das ist auch eine Antwort, warum die Schweiz an der WM in Südafrika schon nach der Vorrunde wieder nach Hause muss. Die Torflaute ist an fünf Punkten festzumachen:

1. Blaise Nkufo
Ohne Zweifel, der Stürmer war in der Qualifikation ein sicherer Wert. Er war es aber nicht mehr seit längerer Zeit. Gegen Honduras war er gar ein Ärgernis. Es ist ehrenwert, dass Hitzfeld so lange an ihm festhielt. Aber spätestens in der Halbzeit des Spiels gegen Honduras hätte er sich und Nkufo erlösen sollen. Dem in Holland so treffsicheren Stürmer war auf der WM-bühne überhaupt nichts gelungen.

2. Spielmacher
Im zentralen Mittelfeld waren Benjamin Huggel und vor allem Gökhan Inler unbestritten. Was sie aber auszeichnet, ist nicht der gepflegte Spielaufbau, sondern die Balleroberung die defensive Phase. So fehlten der Schweiz die nötigen Impulse aus dem Mittelfeld, weil auch Tranquillo Barnetta und Gelson Fernandes, für ihn gelten ohnehin die gleichen Eigenschaften wie für Inler und Huggel, sich nicht dem Spielaufbau widmeten.

3. Alex Frei
Der Captain und Leader der Mannschaft war angeschlagen. Es konnten noch so alle betonen, dass er nach seinen Verletzungen wieder 100% fit war. Auf dem Platz sah es nicht so aus. Dazu hatte er das Pech, im Spiel gegen Chile ein Opfer der roten Karte und der Taktik zu werden. Gegen Honduras hatte er zwar zwei Halbchancen, die er auch schon verwertete. Doch in dieser Saison fehlte dem Instinktstürmer die Spielpraxis.

4. Eren Derdiyok
Der Basler betont immer wieder, wie er sich als Stammspieler sieht. Das war beim FC Basel so gewesen. Und das ist jetzt auch in der Nationalmannschaft so. Gewiss, zwölf Tore in der Bundesliga sind ein beachtlicher Leistungsausweis. Doch im Dress der SFV-Auswahl hat er seinen grossen Worten nur selten auch Taten folgen lassen.

5. Der falsche Sieg
Der Erfolge gegen Spanien war sensationell. Der perfekte Auftakt gar. Doch unter dem Strich war es nur ein falscher Freund. Im Team sprach man plötzlich vom möglichen Gruppensieg. Trotz aller Beteuerungen blieb man vielleicht doch nicht auf dem Boden. Gegen Chile kam die Ernüchterung und mit der Niederlage und der roten Karte gegen Valon Behrami der herbe und entscheidende Rückschlag. Wie hatte doch Behrami schon unmittelbar danach festgehalten: «Der Schiedsrichter hat meine WM zerstört. Und die des Teams.»

Erstellt: 25.06.2010, 23:21 Uhr

Für Tagesanzeiger.ch/Newsnet in Südafrika: Sascha Rhyner.

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