Schweiz gegen Chile mit «einem, zwei oder drei Stürmern»

In die Karten schauen liess sich Ottmar Hitzfeld am Tag vor dem Spiel gegen Chile nicht. Wie schon gegen Spanien liess der Schweizer Naticoach einige Nebelgranaten los.

Raseninspektion: Ottmar Hitzfeld begutachtet das Terrain im Nelson-Mandela-Bay-Stadion am Tag vor dem Spiel gegen Chile.

Raseninspektion: Ottmar Hitzfeld begutachtet das Terrain im Nelson-Mandela-Bay-Stadion am Tag vor dem Spiel gegen Chile. Bild: Keystone

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Nicht erst seit dem sensationellen 1:0-Sieg wirkt Hitzfeld entspannt. Entspannt im Sinn von «auf gutem Weg» sein, wie er selber an der offiziellen Medienkonferenz im Bauch des Nelson-Mandela-Bay-Stadions sagte. «Ich habe Vertrauen in die Mannschaft. Unser Ziel ist der Achtelfinal, danach wollen wir Spiel für Spiel schauen und uns neue Ziele setzen. Aber erst müssen wir die Hausaufgaben machen», so der 61-jährige Lörracher.

Er lässt sich durch nichts und niemanden derzeit von seinem Konzept abbringen. Er ändert nicht wegen Verletzungen sein System, sondern wirft Eren Derdiyok ins kalte Wasser. Dieser bedankt sich mit einem starken Auftritt gegen Spanien. Und auch die Verletzung von Philippe Senderos kommentiert Hitzfeld gelassen: «Steve von Bergen war Stammspieler bei Hertha Berlin, Senderos kam bei Arsenal und Everton nur wenig zum Einsatz. Da habe ich keine Bedenken», entgegnete er der kritischen Frage eines deutschen Reporters. Von Bergen sei über sich hinausgewachsen. «Er war gegen Spanien überragend. Wenn man als Verteidiger von einer Sekunde auf die andere aufs Feld muss, ist das nicht einfach. Er hat die Reifeprüfung bestanden.»

«Vielleicht spielen wir voll auf Angriff»

Natürlich wurde er gefragt, ob er sich denn festgelegt habe, ob Alex Frei oder Valon Behrami oder gar beide ins Team zurückkehren werden. «Ich mache mir meine Gedanken», sagte er und hatte wohl die Startformation schon bereits fix im Kopf, die er am Montagmittag um 13 Uhr bei der Mannschaftssitzung auch dem Team mitteilen wird. Er sprach vor den Medien von «ein, zwei oder drei Stürmern» und wird tatsächlich dann wieder wie gegen Spanien aufstellen. Möglich, dass Behrami für Tranquillo Barnetta kommt. Weniger wahrscheinlich wird Frei Derdiok verdrängen.

Später sagte er, dass «eine defensive Einstellung» wie gegen Spanien eine Möglichkeit sei. «Es ist aber auch möglich, dass wir voll auf Angriff spielen und Chile unter Druck setzen, um das Spiel zu gewinnen», schob er nach. Für den Gegner wählte er wie gewohnt freundliche Worte. «Wenn ich die Stärken von Chile aufzählen müsste, dauerte die Pressekonferenz zu lange», wich er der Frage aus, um dann später aufzuzählen: «Sie leben von der Individualität und von der mannschaftlichen Geschlossenheit, sie sind athletisch, physisch und spielerisch stark, sie spielen sehr gradlinig und sind in der Offensive aggressiver als die Spanier.» Kurzum müsse die Schweiz besser spielen als gegen die Iberer. Und: «Chile ist der Favorit.»

«Schweiz in Deutschland nicht ernst genommen»

Es störte Hitzfeld auch nicht, dass die Schweiz wegen des schlechten Rasens im Stadion auf dem Universitätsgelände ihr Abschlusstraining absolvieren musste. «Wir hatten wieder perfekte Bedingungen», sagte er. Den Rasen in der WM-Arena am malerischen See des Holland Parks inspizierte der akribische Trainer dann doch minutenlang. Vor allem die neu verlegten Rasenziegel im einen Fünfmeterraum unterzog er einer genauen Prüfung.

Für einige Schmunzler sorgte der lockere und gleichwohl hochfokussierte Hitzfeld aber doch. Als ihn ZDF-Reporter Rolf Töpperwien fragte, ob denn die Schweiz nach dem 1:0 gegen Spanien international ernster genommen würde, entgegnete Hitzfeld: «Die Schweiz wird immer ernst genommen – nur eventuell in Deutschland nicht.» Natürlich wolle man die gute Ausgangslage nun nutzen, um Gruppensieger zu werden. «Das gibt uns einen Tag mehr Erholung, das ist ein grosser Vorteil. Das sind 20% bis 30% mehr Erholung», rechnete der Mathematiklehrer vor.

Erstellt: 20.06.2010, 19:48 Uhr

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