Schweiz hatte die entscheidenden Momente gegen sich

Im zweiten WM-Spiel lief es überhaupt nicht für die Schweiz: Schon nach 30 Minuten wurde Valon Behrami überhart vom Feld gestellt, und das Tor für Chile entstand nach einem (hauchdünnen) Offside.

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Es war vielleicht ein Hauch Abseits. Doch der erst zehn Minuten zuvor eingewechselte Esteban Paredes ersprintete sich den Ball, wurde von Diego Benaglio etwas abgedrängt, flankte zur Mitte wo Mark Gonzalez den Ball mit einem gekonnten Aufsetzer an Stephan Lichtsteiner vorbei ins Tor setzte. Es war die 75. Minute, und die Chilenen hatten da schon über 40 Minuten in Überzahl gespielt und das Schweizer Tor unter Druck gesetzt. Damit verbesserten die Schweizer zwar den Rekord Italiens an Minuten ohne Gegentor von 550 auf 557 Minuten – ein schwacher Trost.

Nach dem Gegentreffer wagten sich die Schweitzer vermehrt in die Offensive. Dadurch ergaben sich vor allem für die Südamerikaner gute Kontergelegenheiten. Gleich zweimal vergab Paredes in ausgezeichneter Position. Den Matchball, der praktisch auch ein Achtelfinalball gewesen war, vergab Eren Derdiyok in der 90. Minute. Er kam nach einem herrlichen Durchspiel über Ziegler und Bunjaku freistehend zum Schuss – und verzog.

Benaglio wieder überragend

Die Chilenen begannen schon bei numerischen Gleichstand stark, und just als sie etwas nachliessen, kam ihnen der Schiedsrichter zu Hilfe. Er stellte Valon Behrami nach einer halben Stunde vom Platz, als sich dieser zwar heftig rudernd, aber keinesfalls unfair gegen Arturo Vidal wehrte. Dieser fiel indes wie vom Blitz getroffen hin und blieb liegen. Nach Behramis Platzverweis holte Hitzfeld noch vor der Pause auch Alex Frei vom Feld, um das Mittelfeld wieder zu besetzen. Mit einem Mann mehr machten die wirbligen Chilenen mächtig Druck.

Waren die Chilenen zu Beginn zweimal mit flatternden Distanzschüssen (Vidal, Carmona) gefährlich, kamen sie Diego Benaglio in Überzahl mit zunehmender Spieldauer gefährlich näher. Vor dem Seitenwechsel scheiterte Alexis Sanchez nach einer herrlichen Abnahme mit der Brust am erneut glänzend disponierten Diego Benaglio.

Bielsas erfolgreiches Wechselspiel

Nach der Pause schickte Marcelo Bielsa mit Jorge Valdivia und Mark Gonzalez zwei schnelle und wirblige Angreifer aufs Feld, die die Schweizer Abwehr mehrfach vor Probleme stellte. Immer wieder war es Gökhan Inlers Teamkollege Sanchez, der zu ausgezeichnete Möglichkeiten kam. In der 48. Minuten jubelte er erstmals, doch war sein Schuss vom im Offside stehenden Carmona noch abgelenkt worden.

Nur sieben Minuten später profitierte Sanchez von einem groben Patzer von Grichting und marschierte alleine Richtung Benaglio, doch der Schweizer Keeper war auch diesmal der Sieger und konnte schliesslich gemeinsam mit Stephan Lichtsteiner befreien.

Die Chancen der Schweizer waren an einer Hand abzuzählen und es brauchte eine grosszügige Zählweise dafür. Ein Freistoss von Ziegler, den Nkufo leicht ablenkte, ein Distanzschuss des Twente-Captains und ein Kopfball von Grichting war alles, was die Schweizer Offensive zustande brachte. Nach dem Seitenwechsel spekulierten die Schweizer bis zum Gegentreffer ohnehin nur noch auf einzelne Gegenstösse – im Wissen, dass ein Unentschieden ebenfalls sehr wertvoll gewesen wäre.

Erstellt: 21.06.2010, 18:01 Uhr

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