Das Versagen der WM-Torhüter

Die Goalies patzen weiter: Der Japaner Eiji Kawashima und Robert Kingson aus Ghana sind die neusten Namen auf einer langen Liste.

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Wesley Sneijders Schuss war bei weitem nicht unscharf, doch der Ball kam zentral auf das Gehäuse von Eiji Kawashima zugeflogen. Statt das Geschoss mit den Fäusten abzuwehren, segelte der Keeper am Flatterball vorbei und liess den Schuss passieren. Nur wenig später machte auch sein Berufskollege aus Ghana, Robert Kingson, eine schlechte Figur. Er konnte einen harmlosen Freistoss des Australiers Mark Bresciano nicht behändigen und war beim Nachschuss von Brett Holman dann machtlos.

Auch die Italiener profitierten im ersten Gruppenspiel gegen Paraguay bei ihrem glücklichen Ausgleich durch De Rossi von einen Fauxpas von Justo Villar. Der Schlussmann von Valladolid unterlief einen Eckball - De Rossi schoss aus kurzer Distanz ein. Noch nicht vergessen ist ebenso der Fehlgriff des Nigerianers Vincent Enyeama gegen Griechenland und die unglückliche Aktion des Algeriers Fawzi Chaouchi gegen die Slowenen. Die Serie von haltbaren Treffern reisst nicht ab. Bleibt noch die Frage übrig, wie gross der Anteil von «Jabulani», dem unberechenbaren WM-Ball, am Fehlerfestival ist. Besagter schlägt zwar hin und wieder eine unvorhersehbare Flugbahn ein, doch dem Spielgerät die Schuld an den Gegentreffern von Kawashima, Kingson und Co zu geben, wäre dann doch übertrieben.

Green, der Unglücksrabe

Der schlimmste Fehler von allen unterlief allerdings Robert Green. Der Goalie der Engländer stoppte zwar den amerikanischen Schuss aufs Tor, liess den Ball aber sogleich fallen und ungeschickt über die Torlinie rollen. Innerhalb von Sekunden wurde er mit seiner Aktion zum Buhmann der Nation.

Der letzte Mann hat ein schweres Los. Sowohl das Team als auch die Fans erwarten Geschicklichkeit, Schnelligkeit und ein Reaktionsvermögen auf höstem Niveau. Während es bei den Feldspielern oftmals ziemlich schwierig ist, einen Sündenbock herauszufiltern, sind die Patzer der Torhüter jeweils auf den ersten Blick ersichtlich. Macht der Goalie einen Fehler, ist die Sache auch für Fussballamateure meist sonnenklar.

Missgeschicke passieren

Unsere Beispiele zeigen: Missgeschicke können jederzeit und überall passieren. Was man bei aller Schadenfreude jedoch nicht vergessen sollte, ist trotzdem, dass die Torhüter wohl tatsächlich einen der schwierigsten Jobs in den Fussballmannschaften verrichten. Und dass viele von ihnen, wie man beim Spiel zwischen Spanien und der Schweiz bei Diego Benaglio gesehen hat, auch durchaus zu Höchstleistungen fähig sind.

Erstellt: 19.06.2010, 22:56 Uhr

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