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21 Prozent haben CoronaZahl der Covid-Patienten in Zürcher Spitälern nimmt ab

Die Anzahl Covid-Erkrankter auf den Intensivstationen hat sich mehr als halbiert. Trotzdem sind die Stationen zu fast 100 Prozent ausgelastet.

2500 verschobene Operationen müssen jetzt nachgeholt werden.
2500 verschobene Operationen müssen jetzt nachgeholt werden.
Foto: Alex Kühni

Die Zahl der Patientinnen und Patienten, die wegen einer Covid-19-Infektion ins Spital eingeliefert werden, geht im Kanton Zürich seit Ende Januar zurück. Zurzeit sind die Intensivpflegestationen zu 21 Prozent mit Covid-19-Patienten belegt. Trotzdem sind sie zu fast 100 Prozent ausgelastet, weil 2500 verschobene Operationen nachgeholt werden müssen.

Von November 2020 bis Januar 2021 waren die Intensivpflegestationen der Zürcher Spitäler zu über 50 Prozent mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt, wie der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) am Dienstag mitteilte.

Zusammen mit der Behandlung von anderen Erkrankten betrug die Auslastung 100 Prozent, sodass eine Überlastung nur vermieden werden konnte, weil nicht dringend notwendige Eingriffe verschoben wurden. Diese rund 2500 Operationen müssen nun in den nächsten Wochen nachgeholt werden. Sonst sei teilweise mit schweren Folgeerkrankungen zu rechnen, schreibt der VZK.

Das Gesundheitspersonal bleibe stark gefordert und die längerfristige Auslastung auf sehr hohem Niveau strapaziere die Ressourcen enorm. Damit die aufgeschobenen Operationen nun durchgeführt werden können, seien die Spitäler darauf angewiesen, dass die Zahl der Covid-19-Patienten weiter abnehme. Auf keinen Fall dürften sie wieder ansteigen.

Der VZK vertritt 32 Institutionen mit rund 34'800 Mitarbeitenden. Zum Verband gehören Listenspitäler, Rehabilitationskliniken, Spezialkliniken und Pflegezentren im Kanton Zürich. Die Spitäler Schaffhausen sind ebenfalls Mitglied.

SDA

34 Kommentare
    Jürgen Baumann

    Selbst wenn jetzt die Betten auf den Intensivstationen freiwerden, eine Infektion ist für viele nicht zu Ende. Eine akute Covid-19-Erkrankung, kann nicht nur die Lunge schwer schädigen, sondern auch Gehirn, Nervensystem, Herz, Magen-Darm-Trakt und Nieren beeinträchtigen. Die Krankheit kann die Gerinnung außer Kontrolle bringen, sodass Thrombosen, Lungenembolien oder zahlreiche kleine Gerinnsel entstehen. Nicht nur das Virus ist ein Problem, das eigene Immunsystem kann eines werden. Denn es kann bei einem sogenannten Zytokinsturm dramatisch erhöhte Mengen von Botenstoffen ausschütten, die dann Organe schädigen, statt die Heilung zu fördern. Ein »schwerer Verlauf« heisst bei Covid in vielen Fällen: Die Atmung beziehungsweise die Lungen der Betroffenen sind so stark beeinträchtigt, dass ihr Körper nicht mehr genug Sauerstoff bekommt. Damit die Menschen nicht ersticken, ist dann oft eine invasive Beatmung der letzte Ausweg, die ein durch Medikamente herbeigeführtes Koma notwendig macht. In besonders schweren Fällen ist es sogar notwendig, dass ein externes Gerät die Arbeit der Lunge, das Atmen, übernimmt. Bei dieser sogenannten Ecmo wird das Blut über eine Kanüle aus dem Körper in ein Gerät geleitet, das dem Blut Kohlendioxid entzieht und es mit Sauerstoff anreichert. Die Strapazen dieser Behandlung hinterlassen Spuren: Die Menschen bauen Muskeln ab, verlernen das Atmen, entwickeln Schluckbeschwerden, sind langfristig erschöpft. Sie brauchen dann eine Reha. Wird oft übersehen.