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Mamablog: Corona-FeiertageZauberhafte Weihnachten

Engel, Wichtel und magische Momente: Der Weihnachtszauber kommt fast von alleine – und tut uns allen gut.

Liebes Christkind…: Dieses Jahr sollten wir die Magie von Weihnachten ganz besonders hochleben lassen – und geniessen.
Liebes Christkind…: Dieses Jahr sollten wir die Magie von Weihnachten ganz besonders hochleben lassen – und geniessen.
Foto: Getty Images

Als ich ein Kind war, hüpften wir vier Kinder an Heiligabend wie wild auf dem Sofa im Spielzimmer. Es war der einzige Tag im Jahr, an dem die Tür zur Stube abgeschlossen war. Seit Stunden schon waren wir so aufgeregt, dass wir unsere Eltern vermutlich an den Rand des Wahnsinns gebracht haben. Bis endlich ein feines Glöcklein läutete, das bedeutete: Das Christkind ist da. Und wir voller Vorfreude die Tür aufschliessen durften, wo der reich geschmückte Christbaum mit den vielen Geschenken darunter wartete.

Magische Fäden spinnen

Als Erwachsene war ich nie besonders gut darin, die ganzen kindlichen Mythen rund um Weihnachten weiterzuspinnen und aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig fände ich es aber auch schade, wenn die Kinder an nichts mehr glauben könnten; wenn Weihnachten nur noch ein Festessen mit Geschenken wäre. Die kindliche Fantasie ist ein kostbarer Schatz, den ich ihnen nicht wegnehmen möchte. In den letzten Jahren habe ich zum Glück erkannt, dass es gar nicht so viel von meinem Zutun braucht, damit den Kindern ihre magische Welt erhalten bleibt. Die haben sie nämlich sowieso! Die Geschichten dazu reimen sie sich selbst zusammen, spinnen die Fäden einen nach dem andern und stellen Zusammenhänge her.

Als wir im Sommer einmal im Wald zu einer Hütte kamen, die wir von weitem eindeutig als jene vom Chlaus identifiziert hatten und nun mit klopfenden Herzen die Türe aufstiessen … So war der Samichlaus einfach grad nicht zu Hause. Oder wohnte über den Sommer anderswo, sonst wäre ja sicher das Eseli da gewesen.

Der Wichtel schlüpft durchs Türschloss

Ihr Christkind ist für unsere Kleinen ein Engel, der durch den Himmel fliegt und den Kindern die Geschenke bringt. Mein Sohn lächelt in letzter Zeit jedes Mal verschmitzt, wenn er das Christkind erwähnt. Er hat sich Dinge gewünscht, die ich ihm nie schenken würde. Vielleicht setzt sich der kleine Engel ja über Mamis Grundsätze hinweg?

Von wegen Erklärungsnot: Eltern können ganz entspannt zuhören – und staunen.
Von wegen Erklärungsnot: Eltern können ganz entspannt zuhören – und staunen.
Foto: Getty Images

Der Wichtel, der heimlich in die Schule kam, glitt durch das abgeschlossene Türschloss hinein (weil er ja so winzig ist, Mami). Und wenn es in einer anderen Familie anders ist als bei uns, dann erzählen sie mir deren Rituale voller Staunen. Ich brauche keine Erklärungen einzuwerfen, die sich allmählich ineinander verstricken könnten. Ich brauche einfach nur zuzuhören. Die Kinder diskutieren untereinander ausgiebig und kommen immer wieder auf neue Antworten. Kein Wunder, ihr Glaube an Magie gibt ihnen ja so viel mehr Spielraum als der enge Rahmen an rationalen Erklärungen, der mir geblieben ist.

Das Christkind hat das gleiche Geschenkpapier!

Es könnte sein, dass das Samichlausbuch verzaubert ist und er deshalb gar nichts hineinschreiben muss. Und vielleicht hatte das Christkind genau das gleiche Geschenkpapier wie wir! Grossartig, wie die Kinder ihre Welt gestalten und irgendwann selber den Zeitpunkt bestimmen, das Geheimnis für sich aufzulösen.

Als Familie haben wir in dieser Adventszeit schon viel Magisches erlebt: Die Schneeflocken, die heuer so früh vom Himmel gefallen sind und die Welt wunderbar weiss getüncht haben. Der Adventskalender, der Weihnachten spürbar näherrücken lässt (zugegeben, nicht jeden Morgen gleich magisch). Die warme Ovi, die von rotbackigen Kindern geschlürft wird. Der Klang der schweren Glocken der Trychler, der den Nachthimmel erfüllte. Abendliches Kerzenlicht. Solche Momente sind in der jetzigen Zeit besonders wertvoll und jede Familie hat ihre eigenen. Die Magie von Weihnachten ist tief ins uns drin.

7 Kommentare
    Eva D

    Mir dreht sich angesichts dieses kitschigen "die Kinder und ihre magische Welt" fast der Magen um. Unsere Tochter erlebt auch Magie, aber solche, die sie auch sehen kann. Wie die Tage erst dunkler und dann wieder heller werden. Die sichtbaren Spuren der Jahreszeiten in der Natur, das zur-Ruhe-Kommen zwischen den Jahren, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse von uns Erwachsenen gehört, ernstgenommen und, sofern möglich, erfüllt werden. Aber keine Wichtel, die mittels gekauftem Zubehör im Wohnzimmer einziehen oder ähnlichen Kitsch. Mir scheint, mit solchem, dem magischen Denken von Kindern eigentlich übergestülpten Zeug, kompensieren eher die Erwachsenen, dass ihnen das Kindliche, die Fantasie und ihre innere Freiheit abhanden gekommen sind. Vielleicht wäre es zielführender, daran zu arbeiten.