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Warten auf den Bug Mac

Werden in der Schweiz bald Insekten im Supermarkt verkauft?

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Werden in der Schweiz bald Insekten im Supermarkt verkauft?

Was in Asien, Afrika oder Lateinamerika zum Alltag gehört, hält nun in Europa langsam Einzug: Insekten und Würmer als Lebensmittel. Seit dieser Woche verkaufen einige holländische Filialen des Grossverteilers Jumbo Mehlwürmer, Heuschrecken und Mottenlarven. Die Insekten sind zu Chips oder Burger verarbeitet.

Die Holländer appellieren an das gute Gewissen: «Insekten sind nicht nur gesund. Sie sind auch nachhaltig und helfen, versiegende Lebensmittel­ressourcen zu schonen», sagte eine Jumbo-Sprecherin. Ein Insektenforscher an der Universität Wageningen bezeichnet die winzigen Lebewesen als «exzellente Eiweissquelle, das Fleisch der Zukunft».

Wer Insekten statt Vieh isst, hilft laut der UNO auch eine Reihe Probleme zu lindern: Treibhausgase und durch Viehhaltung verursachte Luft­verschmutzung werden reduziert; die Insektenzucht schafft Jobs in Entwicklungsländern; mehr Menschen, die an Hunger leiden, können ernährt werden.

Der Insektenmarkt ist klein

Der Insektenverzehr kann als Beitrag zur Weltverbesserung gesehen werden – und Holland geht vorbildlich voraus. In der Schweiz hingegen sieht es nicht danach aus, als würden die Tierlein demnächst in Ladenregalen oder Kühlvitrinen präsentiert. Die Schweizer Detailhändler reagieren auf die entsprechende Frage mit einem Lachen – und schieben dann ein Nein nach. Für sie ist klar: Das gehört nicht ins Sortiment, es gibt hierzulande keinen Markt dafür.

Tatsächlich tun sich Konsumenten schwer mit Insektenessen. Viele sorgen sich um die Ressourcen, die für die Fleischproduktion benötigt wer- den, oder geben sich aufgeschlossen gegenüber exotischem Essen. Auch entspricht es dem Zeitgeist, etwas Gutes für die Umwelt zu tun (und gleichzeitig die Vielfalt des Essens zu vergrössern). Deswegen aber Fleisch durch Insekten ersetzen? Dieses Nein fällt ebenso klar aus wie jenes der Detailhändler. Zu sehr ekeln wir uns vor der Vorstellung, ein Krabbeltierchen zu verschlingen. So dürfte noch viel Zeit verstreichen, bis der Big Mac vom Bug Mac verdrängt wird.
Olivia Raths

Erstellt: 31.10.2014, 18:16 Uhr

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