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Der Markt wird es richten

Die Pannenserie bei Postfinance ist kein Fall für die Politik.

Monatelange Pannenserie mit Nachwirkungen? Postfinance-Automaten in Bern.
Monatelange Pannenserie mit Nachwirkungen? Postfinance-Automaten in Bern.
Gaetan Bally, Keystone

Ausgerechnet am Mittwochnachmittag erschien folgende Onlinemeldung: «Postfinance-Chef: Unser Wert wird erodieren.» An dem Tag also, als wieder einmal für mehrere Stunden der Zahlungsverkehr schweizweit beeinträchtigt war. Der erste Gedanke beim Überfliegen des Artikels: Endlich, die Postbank hat verstanden, sie nimmt die Sorgen der Kunden ernst. Die Postfinance wird nun handeln – und die Störungen sind bald ­Vergangenheit. Denn die Pannenserie der letzten Monate ist nicht nur peinlich und ärgerlich, sondern könnte sich früher oder später auch negativ auf den Geschäftsgang der Post-Tochter auswirken. Schliesslich muss sich die Staatsbank – im Unterschied zu den ebenfalls pannenanfälligen SBB – im freien Markt bewähren.

Doch weit gefehlt: Der Postfinance-Chef machte sich zwar tatsächlich Sorgen um die Zukunft seines Unternehmens, aber nicht wegen der Systemausfälle. Grund war vielmehr das Kreditverbot, das die Profitabilität und Rentabilität substanziell gefährde. Das Post­organisationsgesetz verbietet nämlich der Postfinance, Hypotheken zu vergeben oder andere Banken zu übernehmen.

Bevor die Postfinance nach neuen Einnahmequellen ruft, sollte sie zuerst ihr Kerngeschäft im Griff haben. Offenbar hat das auch der Geschäftsleitung gedämmert. Denn gestern Nachmittag trudelte das grosse Mea Culpa von Postfinance-Chef Hansruedi Köng ein: Es sei peinlich, wenn man an der Ladenkasse stehe und seine Einkäufe nicht bezahlen könne. Stimmt. «Ich bedaure dies und bitte Sie um Entschuldigung.» Akzeptiert. Man werde alles daran setzen, stabile und zuverlässige Dienste zur Verfügung zu stellen, «so, wie Sie es von der Postfinance gewohnt sind und erwarten». Wir werden sehen – ansonsten ist die nächste Bankfiliale gleich um die Ecke oder einen Mausklick entfernt.

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