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Funkelnde, bizarre Kristalle

Bereits im 19. Jahrhundert begannen Sammler, Mineralien zusammenzutragen. Die Zürcher Mineraliensammlung ist eine der grössten in der Schweiz.

Anke Fossgreen

Der weiss getünchte Kellerraum ist schmucklos, und auch die holzverkleideten Archivschränke lassen nicht erahnen, welche Trouvaillen sich im Untergeschoss B des Departements Erdwissenschaften der ETH Zürich verbergen. Als Peter Brack das erste Metallrad dreht, schieben sich die Magazine auseinander und legen Schubladen frei, in denen es in allen Farben funkelt und glitzert, wo sich bizarre Kristallformen als kleine Säulen auf grauen Steinen erheben, Würfel oder Tetraeder an Felsbrocken klammern oder fragile Nadeln Strahlenkränze bilden.

«Hier ist der Grundstock der Zürcher Mineraliensammlung», sagt Brack, der Kurator der mineralogischen und petrografischen Sammlung, und zieht eine Schublade heraus. In kleinen Pappkartons liegen auf Watte gebettet Zeolithe, Turmaline, Feldspäte. Darunter befinden sich vergilbte Zettel, auf denen der Zürcher Kaufmann David Friedrich Wiser in Sütterlinschrift festgehalten hat, wie teuer das Sammlerstück war, den Namen des Minerals sowie das Urteil von Gelehrten. Wiser hat von 1830 bis 1872 hauptsächlich Schweizer Mineralien zusammengetragen und zwar nach «naturwissenschaftlichen Kriterien», wie Brack betont. Vor seinem Tod hat Wiser die Stücke der ETH vermacht – mit der Auflage, seine Sammlung auszustellen. Seit 1965 sind die Exponate allerdings in den Keller verbannt. Die handgeschriebenen Etiketten des «ältesten Grossbestandes» der Zürcher Sammlung, die eine der grössten in der Schweiz ist, sind schwierig zu entziffern. Sie wurden bisher nicht abgeschrieben und digital erfasst. «Das wäre eine Riesenarbeit», sagt Brack. Schliesslich umfasst die Wiser-Sammlung rund 10'000 der insgesamt 50'000 Mineralien.

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