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«Sie müssen als Prügelknaben herhalten»

Der Kunsthistoriker Jörg Scheller ist überzeugt, dass Bodybuilding Kunst ist. Er hat jetzt für die Kunsthalle Zürich eine Ausstellung dazu kuratiert.

Mit Jörg Scheller sprach Paulina Szczesniak
«Starke Männer sind nie passé», sang die E.A.V. in den 1980ern. Die Kunsthalle Zürich nimmt die österreichischen Blödelpopper nun beim Wort – und stemmt eine Ausstellung, die sich rund ums Bodybuilding dreht.
«Starke Männer sind nie passé», sang die E.A.V. in den 1980ern. Die Kunsthalle Zürich nimmt die österreichischen Blödelpopper nun beim Wort – und stemmt eine Ausstellung, die sich rund ums Bodybuilding dreht.
Keystone/Getty Images
Los ging es mit dem Pumpen aber schon viel früher: Schon in den 1940ern liess man(n) sich gern beim Muskelspiel ablichten...
Los ging es mit dem Pumpen aber schon viel früher: Schon in den 1940ern liess man(n) sich gern beim Muskelspiel ablichten...
General Photographic Agency/Getty Images
...und sogar schon um 1900 war der Athlet ein gern genommenes Fotomotiv. Hier zu sehen: ein gewisser Mr. Eggleton, Geschäftsführer der Sandows Physical Cchool, der offenbar wusste, wie er Werbung für seinen Laden machen musste.
...und sogar schon um 1900 war der Athlet ein gern genommenes Fotomotiv. Hier zu sehen: ein gewisser Mr. Eggleton, Geschäftsführer der Sandows Physical Cchool, der offenbar wusste, wie er Werbung für seinen Laden machen musste.
Reinhold Thiele/Thiele/Getty Images
Alljährlich liess er einen Wettbewerb ausrichten – den 1905 ein gewisser Mr. Murray gewann. Damals sahen die Athleten noch nicht ganz so muskelbepackt aus wie ihre Nachfahren...
Alljährlich liess er einen Wettbewerb ausrichten – den 1905 ein gewisser Mr. Murray gewann. Damals sahen die Athleten noch nicht ganz so muskelbepackt aus wie ihre Nachfahren...
Reinhold Thiele/Thiele/Getty Images
...z.B. der Brite Reg Park, Mister Universum von 1955, der in den frühen 60ern – Ehrensache! – in italienischen Schwert-und-Sandalen-Filmen den Herkules gab.
...z.B. der Brite Reg Park, Mister Universum von 1955, der in den frühen 60ern – Ehrensache! – in italienischen Schwert-und-Sandalen-Filmen den Herkules gab.
Coope/BIPs/Hulton Archive/Getty Images
Da soll noch einer sagen, Bodybuilder hätten keinen Humor! Hier tut Reg «Herkules» Park so, als bliese er seinen eigenen Bizeps auf.
Da soll noch einer sagen, Bodybuilder hätten keinen Humor! Hier tut Reg «Herkules» Park so, als bliese er seinen eigenen Bizeps auf.
Coope/BIPs/Hulton Archive/Getty Images
Bodybuilding – Männersache? Sicher nicht!Irene Andersen, 2007...
Bodybuilding – Männersache? Sicher nicht!Irene Andersen, 2007...
Martin Schoeller/Camera Work
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Bodybuilder gelten nicht unbedingt als der geistigen Welt zugetan. Wie macht man eine intelligente ­Ausstellung über Bodybuilding?

Indem man eine Ausstellung mit Bodybuilding, nicht über Bodybuilding macht. Das grösste Missverständnis ist, dass Bodybuilder Fleischberge sind. Die Wahrheit ist: Sie sind Formfleisch. Das sind komplett vergeistigte Körper. Jede Muskelfaser ist willentlich durchformt und einem Ideal angepasst. Es geht um Form und um Formung, da sind wir schon im Bereich der Ästhetik. Und innerhalb dieser Körperästhetik gibt es dann die Hardcore-Variante, die Extrem-Bodybuilder, bei denen auch der kleinste Muskel noch modelliert wird, als ob er ein Marmorstückchen sei. Von dort bis ins Künstleratelier ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.

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