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«Sie müssen als Prügelknaben herhalten»

Der Kunsthistoriker Jörg Scheller ist überzeugt, dass Bodybuilding Kunst ist. Er hat jetzt für die Kunsthalle Zürich eine Ausstellung dazu kuratiert.

«Starke Männer sind nie passé», sang die E.A.V. in den 1980ern. Die Kunsthalle Zürich nimmt die österreichischen Blödelpopper nun beim Wort – und stemmt eine Ausstellung, die sich rund ums Bodybuilding dreht.
«Starke Männer sind nie passé», sang die E.A.V. in den 1980ern. Die Kunsthalle Zürich nimmt die österreichischen Blödelpopper nun beim Wort – und stemmt eine Ausstellung, die sich rund ums Bodybuilding dreht.
Keystone/Getty Images
Doktoriert hat Kurator Schöller dereinst über Arnold Schwarzenegger. Entsprechend häufig trifft man in der Schau also auf den «Governator». Freilicht ist Arni in guter Gesellschaft: Etwa jener von Serge Nubret, einem Teilnehmer der Mister-Universe-Wahl von 1976, der auf diesem Foto seine Muskeln für die Jury spielen lässt.
Doktoriert hat Kurator Schöller dereinst über Arnold Schwarzenegger. Entsprechend häufig trifft man in der Schau also auf den «Governator». Freilicht ist Arni in guter Gesellschaft: Etwa jener von Serge Nubret, einem Teilnehmer der Mister-Universe-Wahl von 1976, der auf diesem Foto seine Muskeln für die Jury spielen lässt.
Keystone/Getty Images
... und Kristy Hawkins, 2008.
... und Kristy Hawkins, 2008.
Martin Schoeller/Camera Work
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Bodybuilder gelten nicht unbedingt als der geistigen Welt zugetan. Wie macht man eine intelligente ­Ausstellung über Bodybuilding?

Indem man eine Ausstellung mit Bodybuilding, nicht über Bodybuilding macht. Das grösste Missverständnis ist, dass Bodybuilder Fleischberge sind. Die Wahrheit ist: Sie sind Formfleisch. Das sind komplett vergeistigte Körper. Jede Muskelfaser ist willentlich durchformt und einem Ideal angepasst. Es geht um Form und um Formung, da sind wir schon im Bereich der Ästhetik. Und innerhalb dieser Körperästhetik gibt es dann die Hardcore-Variante, die Extrem-Bodybuilder, bei denen auch der kleinste Muskel noch modelliert wird, als ob er ein Marmorstückchen sei. Von dort bis ins Künstleratelier ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.

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