Hischier lässt die Schweizer spät jubeln

Die Schweiz feiert den zweiten Sieg im zweiten Spiel. In einer umkämpften Partie setzt sich das Team von Patrick Fischer gegen Lettland mit 3:1 durch.

Der Gamewinner von Nico Hischier in der 57.Minute. (Video: SRF)

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Dass die Letten ein ganz anderer Gegner als die Italiener sind, war von Beginn an zu sehen. So entwickelte sich die Partie zu einem Geduldsspiel, und die Schweizer bestanden die erste Prüfung. Das entscheidende 2:1 erzielte Nico Hischier in der 57. Minute. Zunächst scheiterte der Nummer-1-Draft noch aus kurzer Distanz am lettischen Keeper Elvis Merzlikins, ehe er im zweiten Versuch doch noch reüssierte. Zuvor hatte Roman Josi den Puck in Richtung Tor gebracht, wo zuerst auch Vincent Praplan gut nachsetzte. Für den erst 20-jährigen Hischier war es im sechsten Länderspiel der sechste Treffer - eine unglaubliche Quote. 41 Sekunden vor dem Ende machte Simon Moser mit einem Schuss ins leere Gehäuse alles klar.

Das 2:1 hätte schon früher fallen müssen. Nachdem der Lette Miks Indrasis wegen hohen Stocks zweimal zwei Minuten (38.) erhalten hatte, beförderte Lauris Darzins 36 Sekunden danach die Scheibe aus dem Spielfeld und musste ebenfalls in die Kühlbox. Die Schweizer konnten aus der zweiminütigen doppelten Überzahl jedoch kein Kapital schlagen, beispielsweise traf Hischier aus guter Position das Tor nicht, kurz nach der zweiten Pause scheiterte Kevin Fiala am lettischen Keeper Merzlikins, der ein sehr starkes Spiel zeigte.

Hofmann trifft nach Vorarbeit von Kuraschew

Zwar starteten die Schweizer mit einer hohen Intensität, sie bekundeten aber gegen die gut positionierten und physisch starken Letten Mühe, zu guten Abschlüssen zu kommen. Insofern war es symptomatisch, dass sie die beste Chance im ersten Drittel im Powerplay hatten - Gaëtan Haas scheiterte aus kurzer Distanz an Merzlikins.

Hofmann staubt zum 1:0 ab. (Video: SRF)

In der 34. Minute gelang Gregory Hofmann dann doch das 1:0. Die Vorarbeit leistete der erst 19-jährige Philipp Kuraschew, der im Slot vor dem Tor im Stile eines Routiniers lange wartete und dann auch etwas Glück bekundete, dass der Puck via des Letten Rudolfs Balcers zu Hofmann kam, der problemlos einschieben konnte. Der zukünftige Stürmer des EV Zug, der in der abgelaufenen Qualifikation der National League mit 30 Toren die Nummer 1 in dieser Statistik gewesen war, erzielte seinen fünften Treffer in den letzten sechs Spielen im Nationaldress.

Lettland mit starkem Powerplay

Die Führung gab allerdings nicht die nötige Sicherheit. Kurz darauf musste Haas nach einer guten Chance der Balten auf die Strafbank. Und das nutzten die Letten nach nur 13 Sekunden zum Ausgleich - das Tor erzielte Miks Indrasis, der sein 50. WM-Spiel bestritt. Überhaupt präsentierten sich die von ZSC-Meistercoach Bob Hartley sehr gut eingestellten Osteuropäer im Powerplay sehr stark. Vor dem 2:1 hatten die Schweizer in Unterzahl einige heikle Momente zu überstehen, was dank letztem Einsatz und dem überzeugenden Goalie Leonardo Genoni gelang.

Indrasis gelingt im Powerplay der schnelle Ausgleich. (Video: SRF)

Die Fischer-Equipe geniesst nun einen Ruhetag, ehe am Dienstagabend Österreich der Gegner ist. Das vom Schweizer Roger Bader trainierte Team ist nach zwei Partien noch punktelos. Auf die leichte Schulter nehmen dürfen die Schweizer den Nachbarn allerdings nicht - bei den letzten zwei Duellen an Weltmeisterschaften 2015 und 2018 mussten sie zweimal in die Overtime- vor vier Jahren verloren sie gar im Penaltyschiessen.

Telegramm:

Lettland - Schweiz 1:3 (0:0, 1:1, 0:2)

Bratislava. - 9033 Zuschauer.

SR Iverson/Kaukokari (CAN/FIN), Hancock/Lhotsky (USA/CZE).

Tore: 34. (33:44) Hofmann (Kuraschew, Martschini) 0:1. 35. (34:15) Indrasis (Balcers/Ausschluss Haas) 1:1. 57. Hischier (Praplan, Josi) 1:2. 60. (59:19) Simon Moser 1:3 (ins leere Tor).

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Lettland, 6mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Lettland: Merzlikins; Galvins, Cibulskis; Freibergs, Stonieks; Kulda, Balinskis; Zile; Indrasis, Blugers, Darzins; Kenins, Balcers, Abols; Meija, Roberts Bukarts, Rihards Bukarts; Gegeris, Dzierkals, Marenis; Batna.

Schweiz: Genoni; Weber, Josi; Janis Moser, Diaz; Genazzi, Loeffel; Fora, Frick; Praplan, Hischier, Fiala; Ambühl, Haas, Simon Moser; Martschini, Kuraschew, Hofmann; Rod, Bertschy, Scherwey.

Bemerkungen: Schweiz ohne Mayer (Ersatztorhüter), Berra (überzählig), Andrighetto, Bertaggia und Riat (noch nicht gemeldet). - Powerplay-Ausbeute: Lettland 1/6; Schweiz 0/4. - Schüsse: Lettland 21 (6-8-7); Schweiz 37 (9-13-15). (dho/sda)

Erstellt: 12.05.2019, 23:11 Uhr

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