Umz-umz-umzug

Was Sie rund um die grösste Strassenparade des Jahres wissen müssen. Der Parade-Überblick in zehn Takten.

Wasser en masse: Auch am Sechseläutenplatz werden die 25 Love-Mobiles vorbeiziehen. Foto: Samuel Schalch

Wasser en masse: Auch am Sechseläutenplatz werden die 25 Love-Mobiles vorbeiziehen. Foto: Samuel Schalch

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

1. Zahlen: 2,4 Kilometer, 100 Extrazüge, 2000 Toiletten

Die Parade-Route vom Zürichhorn zum Hafen Enge ist 2,4 Kilometer lang. Entlang der Route befinden sich 8 offizielle Bühnen. Es werden 25 Love-Mobiles an der Ausgabe 2017 teilnehmen. 180 Franken kostet ein Ticket für das Elrow-Love-Mobile, 25'000 Franken sind nötig, um aus einem Lastwagen ein Love-Mobile zu machen. 380 zusätzliche Mitarbeitende von Schutz und Rettung Zürich stehen an der Parade im Einsatz. Die SBB setzen 100 Extra- und Nachtzüge am Street-Parade-Wochenende ein; im Nachtnetz des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) gilt ein Spezialfahrplan. 2000 mobile Toiletten und Pissoirs sind entlang der Route und erstmals auch in der Zürcher Altstadt aufgestellt. 100 Millionen Franken ist der geschätzte wirtschaftliche Gesamtumsatz, den die Street Parade bringt.

2. Ökologie: Jetzt kommt der ­Umweltfranken

Zum ersten Mal investiert der Verein Street Parade Zürich einen Franken von jedem an einem offiziellen Stand verkauften Getränk in die Umwelt – ohne dabei die Preise für die Getränke zu erhöhen. Konkret heisst das, dass der Abfall getrennt entsorgt wird. Es sind zusätzliche Glassammelteams unterwegs, die Parade bezieht Ökostrom für alle Bühnen und Verpflegungsstände, und die Love-Mobiles verkehren «klimaneutral», heisst es in einer Mitteilung der Organisatoren.

3. Tierschutz: Brutpflege à là Street Parade

Weil die Kronentoko-Familie in der Voliere am Mythenquai just zur Zeit der Street Parade 2014 brütete, ergriffen die Organisatoren eine aussergewöhnliche Massnahme, um die seltene Vogelart zu schonen: Sie riefen alle Love-Mobiles dazu auf, beim Passieren der Brutstätte die Musik leiser zu stellen oder sogar ganz abzudrehen. Das Experiment war erfolgreich: Die Love-Mobiles schlichen mit Zimmerlautstärke – oder teils sogar ganz musikfrei – an der Voliere vorbei. Stripi, das neue Maskottchen der Parade, und seine beiden Geschwister sind inzwischen gesund und glücklich geschlüpft. Wer genau hinsieht, entdeckt Kronentoko Stripi auch in den Visuals der Street Parade 2017 unter vielen anderen bunten «Partyvögeln» im Zürcher Dschungel.

Raver campieren am Zürichsee. Video: Lea Blum

4. Schuhwerk: Die Füsse sind wund – aber nicht vom Tanzen

Alle Jahre wieder warnen die Organisatoren und Sanitäter davor, mit Flipflops oder Sandalen an die Street Parade zu gehen. Und alle Jahre wieder vermeldet Schutz & Rettung, dass Schnittverletzungen zu den häufigsten Behandlungen am Rande der Parade gehören. Zumindest eine positive Entwicklung lässt sich diesbezüglich vermelden: Während die Sanitäter 2015 noch 1041 Patienten medizinisch versorgen mussten, waren es 2016 nur noch 690 Personen.

5. Das Motto: Alle Jahre wieder, irgendwie: Love is all around

Die Street Parade scheint an die Herzen zu rühren. Im Jahr 2000 heiratete ein Paar aus Kriens auf einem Love-Mobile. Das Motto damals: «Believe in Love». Auch in diesem Jahr steht die Parade im Zeichen der Liebe. «Mit dem Motto ‹Love never ends› stellen wir klar, dass im Leben vieles vergänglich ist, die Werte der Street Parade aber dauerhaft präsent sind», teilen die Organisatoren mit. Es ist bereits das vierte Mal, dass das Wort Love im Motto vorkommt. Zusammengefasst ergibt das «Love, freedom, tolerance: If you believe in love, love never ends», was als Lyrics für einen House-Song durchgehen könnte.

6. Wetter: Hot, hot, hot ist die richtige Temperatur

Keine Parade war so heiss wie jene von 2003. Unter dem Motto «Let the sun shine» tanzten die Besucher damals bei 37 Grad. Überhaupt war der Parade das Wetterglück bisher hold: Nur dreimal regnete es während des Tanzevents. Auch für diesen Samstag ist zumindest am Nachmittag trockenes Wetter angesagt. Der Spruch «Petrus muss ein Raver sein» hat sich inzwischen so sehr in den Köpfen der Leute festgesetzt, dass manche sogar ihre Hochzeitsfeier auf den Street-Parade-Termin festlegen, um sicher regenfrei feiern zu können.

Härtetest beim Central im Schnelldurchlauf. Video: Lea Blum

7. Verschieben: Temporäre Umleitung

Traditionellerweise findet die Street Parade am zweiten Augustwochenende statt. Nur zweimal musste die Veranstaltung das Feld räumen: 2014, als die Leichtathletik-Europameisterschaft in Zürich stattfand, und 2015, weil Quaibrücke und Bellevue saniert wurden.

8. Organisation: Die Präsidenten der Party

Weil die Parade immer grösser wurde, musste eine bessere Organisation her. Im April 1996 wird der Verein Street Parade Authorities gegründet und 1998 in Verein Street Parade Zürich umbenannt. Parade-Gründer Marek Krynski tritt 1996 aus Zeitgründen zurück, Herby Leodolter wird zum neuen Präsidenten gewählt, bis er im April 2000 aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten muss. Michel Loris-Melikoff tritt in seine Fussstapfen und leitet die Geschicke der Parade während acht Jahren, bevor Joel Meier das Präsidium übernimmt.

9. Politik: Erst motzen, dann mitfeiern

1994 wollte der Stadtrat die Street Parade verbieten. Zu laut, zu dreckig und eigentlich unnötig sei sie, meinte der damalige Polizeivorsteher Robert Neukomm (SP). Nach öffentlichen Protesten bewilligte der Stadtrat die Parade dann doch. 2010 besuchten erstmals zwei Stadträte den Tanzevent: Corine Mauch und Daniel Leupi äusserten sich dann durchweg positiv über ihre Erlebnisse.

Die Street Parade von 1992 bis heute. Bild: Lea Blum

10. Love-Parade: Von der Kopie zum Vorbild

Die Berliner Love-Parade war das Vorbild: 1997 fand sie selbst eine Nachahmerin mit der Lake-Parade in Genf. Die Love-Parade ist inzwischen Geschichte. Aus einem tragischen Grund: An der letzten Love-Parade 2010 in Duisburg kam es zu einer Massenpanik, bei der 21 Menschen starben und über 500 verletzt wurden. Auch an der Street Parade gab es Todesfälle: 2002 wegen Drogenkonsums und 2007 aufgrund einer Messerstecherei. Auf der offiziellen ParadeRoute kam es jedoch nie zu einem schweren Vorfall mit Todesfolgen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.08.2017, 21:05 Uhr

Artikel zum Thema

Sicherheit kommt Street-Parade teuer zu stehen

Die Street-Parade investiert dieses Jahr kräftig in die Sicherheit. Gleichzeitig geben die Organisatoren eine Erneuerung bekannt: Sie betrifft die Musik. Mehr...

Street Parade: Noch viele Hotelbetten frei

Die Parade wird auch dieses Jahr Zehntausende Gäste nach Zürich locken. Das freut die Zürcher Hoteliers. Restlos glücklich sind sie aber nicht. Mehr...

Sommer-Playlists (3)

Tagesanzeiger.ch/Newsnet präsentiert während einer Woche jeden Tag eine Playlist mit den Lieblings-Tracks von Zürcher DJs. Heute: Muri. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lehrstellen

Sich zu bewerben heisst für sich werben

Kommentare

Blogs

Tingler Brutal kreativ

Private View Die Diebe und die Nacht

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Hauslieferung: Der Weihnachtsbaum wird direkt zur First Lady Melania Trump und ihrem Sohn Barron Trump ins Weisse Haus geliefert. (20.November 2017)
(Bild: Carlos Barria) Mehr...