Hamilton gewinnt unangefochten

Scheinbar mühelos fährt der Weltmeister zu einem Start-Ziel-Sieg und bestätigt seine Überlegenheit im letzten Rennen der Saison. Alfa Romeo bleibt punktlos.

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Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton war nicht zu schlagen. Mit einer Glanzvorstellung fuhr der Brite in seinem 250. Grand Prix zum 84. Karrieresieg. «Wow, Leute, was für ein Rennen», meinte Hamilton, der mit 413 WM-Punkten auch noch einen Rekord aufstellte.

Der Mercedes-Superstar, um den sich im Emirat Spekulationen zu einem möglichen Wechsel 2021 zu Ferrari rankten, verwies Max Verstappen im Red Bull auf Platz zwei. Dritter wurde Charles Leclerc im zweiten Ferrari. Wegen einer Untersuchung drohte dem Monegassen und auch Ferrari allerdings eine Strafe. Noch vor Vettel, der im WM-Klassement gerade mal Fünfter wurde, schaffte es der von ganz hinten gestartete Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil. Vettels Landsmann Nico Hülkenberg belegte in seinem 177. und vorerst letzten Formel-1-Rennen im Renault Rang zwölf.

Kuriose Ermittlung um Leclerc

Nach der sportlichen Pannen-Qualifikation von Ferrari am Samstag - Vettel-Dreher und Taktik-Panne bei Leclerc - sorgte eine Mitteilung der Rennleitung kurz vor dem Start für weiteren Zündstoff. Der Grund: Ein «signifikanter» Unterschied zwischen Teamangaben und tatsächlicher Benzinmenge im Wagen von Leclerc. Teamchef Mattia Binotto gab sich erstmal ahnungs- und sorglos. Doch noch bevor 259 Tage nach dem ersten Saisonrennen im fernen Australien zum letzten mal die Roten Ampeln ausgeschaltet wurde, stand fest: das Resultat könnte sich nachträglich noch mal ändern. Vorbei im Klassement konnte Vettel am WM-Vierten Leclerc aber nicht mehr kommen.

Unbeeindruckt von der Benzin-Aufruhr gelang Leclerc schon in der ersten Runde, was Vettel nicht schaffen sollte: An Verstappen vorbeizukommen. Der Niederländer verteidigte seinen zweiten Startrang hinter Hamilton zwar zunächst, auf der Geraden zog Leclerc aber vorbei. Hamilton, der am Samstag mit dem Wagen mit der Nummer 44 die 88. Polte geholt hatte, war da schon enteilt - seit 2014 ist Abu Dhabi ohnehin Mercedes-Terrain.

Dass es bei einem mickrigen Sieg in Singapur für Vettel in diesem Jahr und dem schlechtesten WM-Rang seit seinem letzten Red-Bull Jahr 2014 bleiben würde, war schnell klar. Vettel fuhr hinter Hamilton, Leclerc und Verstappen. Dabei war der 32 Jahre alte gebürtige Heppenheimer der einzige der Topfahrer, der mit der schnelleren, weil weicheren Reifenmischung gestartet war. Nicht hilfreich war dabei auch, dass die Überholhilfe DRS, bei der der Heckflügel umgeklappt werden kann, wegen eines technischen Defekts bei allen Fahrern bis zur 17. Runde nicht freigegeben war.

Hülkenbergs Abschied

Und dann auch noch das: Vettel liess sich direkt nach Leclerc neue Räder montieren. Beim Monegassen klappte es einwandfrei, bei Vettel dauerte es mit 6,9 Sekunden fast dreimal so lange wie es eigentlich sollte. Vettel fiel erstmal auf Platz sechs auch noch hinter den vom letzten Platz gestarteten Bottas zurück. Auch noch vor Vettel eine Weile: Hülkenberg, der länger wartete bis zum Reifenwechsel und so zwischenzeitig auf Position vier bei seinem persönlichen Formel-1-Finale lag.

Nachdem er 2010 in die Königsklasse eingestiegen war, bekam er keinen neuen Vertrag bei Renault und auch kein anderes Cockpit für 2020. Mit einem Spalier, Deutschland-Fahnen und Hülkenberg-Perücken bereitete das Team dem 32 Jahre alten gebürtigen Emmericher einen originell-emotionalen Abschied. Hoffnungen auf den ersten Podestplatz in seinem letzten Rennen brauchte sich Hülkenberg nicht machen, nach dem Reifenwechsel war er auch wieder ausser Reichweite.

Keine Verbesserung für Alfa Romeo

An der Spitze fuhr Hamilton ein einsames Rennen, dahinter leisteten sich immerhin Verstappen und Leclerc einen kurzzeitig spannenden Zweikampf - mit besserem Ausgang für den Niederländer. Vettel mühte sich im gefühlten Niemandsland, bekam aber auch noch Druck von Alexander Albon im zweiten Red Bull, ehe das Ferrari-Duo erneut zum Doppelstopp die Box ansteuerte. Diesmal ging alles gut. Vettel bekam allerdings die etwas langsameren Reifen, am Ende konnte er aber immerhin noch den vor ihn gerückten Albon wieder einkassieren.

Eine insgesamt eher ernüchternde Saison hat der Rennstall Alfa Romeo zu verbuchen. Mit Ambitionen in die Saison 2019 gestartet, landen die Hinwiler in der Konstrukteur-Wertung, wie in der letzten Saison (damals noch als Sauber Ferrari), auf dem achten Rang. (dpa)

Erstellt: 01.12.2019, 16:53 Uhr

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