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«Wir haben Syrien nicht verschlafen»

«Die Wertschätzung gegenüber dem IKRK hat zugenommen», sagt Präsident Peter Maurer. Foto: Linda Pollari

Sie sind seit fünf Jahren IKRK-Präsident. Fühlen Sie sich heute als humanitärer Helfer, oder sind Sie Diplomat geblieben?

Die Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Kapital des IKRK. Als dessen Präsident bewegen Sie sich permanent zwischen Konfliktparteien. Da kann man schon einmal einen Fehler machen und die Glaubwürdigkeit Schaden nehmen.

Hatten Sie nie das Gefühl, eine Konfliktpartei gegen die andere ausgespielt zu haben?

Durch eine Unachtsamkeit kann das ­unbewusst passieren.

«Das IKRK ist keine Justizinstanz. Wir geben nichts weiter.»

Peter Maurer

Sie liessen sich 2014 als IKRK-Präsident in den Stiftungsrat des World Economic Forum wählen, dem noch heute vorgehalten wird, wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten zu schaffen. Ist das WEF-Mandat kein ­Widerspruch zu Ihrem Amt beim IKRK?

Es scheint aber, dass das WEF eher vom ­IKRK-Präsidenten profitiert als umgekehrt.

Im Syrienkrieg ist dies besonders schwierig. Vor wenigen Tagen reisten Sie zum fünften Mal seit Amtsantritt ins Kriegsgebiet und trafen einmal mehr Syriens Machthaber ­Bashar al-Assad. Wie war das Treffen?

Haben Sie mit Assad auch über den ­Chemiewaffeneinsatz gesprochen?

Wie gehen Sie in solchen Gesprächen vor?

Das heisst?

Den mutmasslichen Tätern also.

Falls Sie aber Hinweise haben, dass Assad Chemiewaffen einsetzte, werden Sie ihm klargemacht haben, dass das nicht geht.

Was heisst das im Fall des syrischen Regimes?

Die USA bombardierten einen syrischen ­Militärflugplatz. Was sagen Sie dazu?

Womöglich schüchtern US-Bomben Assad aber mehr ein als Ihre mahnenden Worte.

Derzeit steht die Regierung von US-Präsident Donald Trump wegen geheimer Kontakte nach Russland massiv unter Druck. Aus ­humanitärer Sicht müssten Sie aber froh darüber sein, wenn sich kriegführende ­Staaten austauschen.

Spüren Sie etwas?

Die USA finanzieren ein Viertel des 1,7 Milliarden Franken teuren IKRK-Budgets. Mit Präsident Trump könnte sich dies nun rasch ändern. Befürchten Sie, dass die Amerikaner das IKRK im Stich lassen?

Gibt es Anzeichen für Kürzungen?

Eilen dem IKRK am Ende die drei ­hochrangigen Generäle in der US-Regierung zu Hilfe?

Ein grosses Thema, das militärische ­Supermächte wie die USA beschäftigt, aber auch auf der humanitären Agenda immer wichtiger wird, sind Cyberkriege. Ist das IKRK darauf vorbereitet?