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Tipps für Online-TheaterZoomen, bis der Kühlschrank wackelt

Im Theater ist das Publikum zurück. Zwar nur virtuell, aber das Programm lässt sich sehen. Unsere aktuellen Highlights.

Eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit der Geschichte: Matthias Neukirch in «Hans Schleif».
Eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit der Geschichte: Matthias Neukirch in «Hans Schleif».
Foto: Ralf Bergel

Wie funktioniert Theater, das von der unmittelbaren Begegnung lebt, in Zeiten der verordneten Begegnungssperre? Eigentlich gar nicht, könnte man meinen. Möglich ist jetzt aber vieles. Und so erfindet sich das Theater neu, zum Beispiel mit einer Zoom-Videokonferenz.

«Hans Schleif» im Schauspielhaus Zürich

Wenn Matthias Neukirch, seit 2015 Ensemblemitglied des Schauspielhauses Zürich, die Bewegungsdaten seines Grossvaters auf der Bühne nachzeichnet, kommt er dem Publikum manchmal sehr nahe. Denn was dieser Hans Schleif, Architekt, Archäologe, SS-Offizier, Familienvater, machte, geht über die Grenzen der Vorstellung hinaus.

Neukirch hat die Akten über seinen Grossvater studiert und daraus mit Regisseur Julian Klein einen sehr persönlichen Solo-Abend gestaltet – es ist eine «Auseinandersetzung mit Fragen nach unserer gemeinsamen und auch individuellen Geschichte», schrieb eine Kritikerin. Nun hat die digitale Version von «Hans Schleif» Premiere, als Zoom-Videokonferenz. «Wir freuen uns, dort endlich wieder Sie, das Publikum, wiederzusehen!», sagt das Schauspielhaus.

Beschränkte Platzzahl, Anmeldung über theaterkasse@schauspielhaus.ch oder telefonisch unter +41 44 258 77 77 (montags bis freitags, 11 bis 15 Uhr), der Eintritt ist frei. Ausgebucht sind schon die Vorstellungen für den 7. und 10. Mai, weiterer Termin: 12. Mai, 20 Uhr.

«52 Hertz» im Theater Neumarkt

Der erste Schritt zur neuen Normalität beginnt in der eigenen Küche, dort sind wir Zuschauer und Protagonist zugleich. Die Produktion «52 Hertz» des Theaters Neumarkt findet eben zu Hause statt. Nach der Anmeldung (immer spätestens am Dienstag vor dem gewünschten Vorstellungstermin am Wochenende) bekommt man per Post die Regieanleitung für das Stück (Regie und Text: Anna-Kirstine Linke). Zum Beispiel: dass man mit dem Ohr auf einem Blatt Papier in der Küche liegen soll. Und dann soll der Kühlschrank schwanken. Ist das nicht schon fast analog?

Spieltermine jeden Freitag, Samstag und Sonntag im Mai, jeweils 21 Uhr, Anmeldung über Ticketshop, gestaffelte Preise.

«Romeo und Julia» im Opernhaus

Okay, kein Theater. Aber auch gestreamtes Ballett hat seinen eigenen Reiz. Hier mit Christian Spucks Umsetzung der berühmtesten Liebesgeschichte der Weltliteratur. Im Gegensatz zur Online-Theater-Spielerei wackelt da nichts.

Online über www.opernhaus.ch, verfügbar von 8. bis 10. Mai, weitere kostenlose Streamings von Produktionen bis 1. Juni.