Zum Hauptinhalt springen

National LeagueZuerst der Fehlstart, dann deklassieren die Lions ihren Gegner

Der ZSC bezwingt die Rapperswil-Jona Lakers nach Anfangsschwierigkeiten klar. Der SC Bern feiert nach fünf Niederlagen in Serie wieder einen Erfolg.

Die ZSC Lions gerieten gegen die Rapperswil-Jona Lakers früh in Rückstand, liessen danach aber nichts mehr anbrennen.
Die ZSC Lions gerieten gegen die Rapperswil-Jona Lakers früh in Rückstand, liessen danach aber nichts mehr anbrennen.
Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)
Nach fünf Niederlagen in Folge kann der SC Bern gegen Ambri-Piotta endlich wieder einmal jubeln.
Nach fünf Niederlagen in Folge kann der SC Bern gegen Ambri-Piotta endlich wieder einmal jubeln.
Foto: Urs Lindt (Freshfocus)
Fribourg meistert die Aufgabe gegen Biel.
Fribourg meistert die Aufgabe gegen Biel.
Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)
1 / 5

Die ZSC Lions reagieren eindrücklich auf die jüngsten beiden Niederlagen. Sie fegen die Rapperswil-Jona Lakers gleich mit 8:1 vom Eis. Was hatten Willy Riedi und Ryan Hayes vor dieser Partie mit ihren Zürcher Stürmerkollegen Reto Schäppi und Roman Wick gemeinsam? Die Anzahl Skorerpunkte. Die ersten beiden waren allerdings nur aushilfsweise in einer Partie zum Einsatz gekommen waren, Letztere beide zählen seit vielen Jahren zum Stammpersonal. Und waren in den letzten Wochen mehrfach glücklos am ersten persönlichen Erfolgserlebnis vorbeigeschrammt.

Umso befreiter strahlten sich Wick und Schäppi in der 6. Minute an. Der Defensivcenter konnte aus kurzer Distanz freistehend gegen Rapperswils Ersatzoalie Noel Bader einschieben, den Pass hatte Wick am Schluss einer persönlichen Soloaktion gespielt. Es war das 2:1 und der Beginn zu einem ZSC-Monolog, der im zweiten Drittel eine weitere Premiere brachte: Johann Morant erzielte mit einem satten Distanzschuss zum 4:1 sein erstes Tor im ZSC-Dress. Natürlich, Sportchef Sven Leuenberger hat ihn nicht wegen seiner Skorerqualitäten vom Titelkonkurrenten aus Zug an die Limmat gelotst, Treffer sind aber ein willkommener Bonus.

Im Schlussdrittel stellte sich nur noch die Frage, ob nun auch noch der höchste Saisonsieg resultieren würde. Mit 5:1 hatten die Lions in Biel und Lugano sowie gegen Davos gewonnen, und nach dem 6:1 durch den zweiten Treffer des Abends von Simon Bodenmann (43.), der sich langsam an seine Bestform herantatstet, war man auf Kurs. Spielfreude und Torhunger waren damit aber noch lange nicht gestillt: Marcus Krüger erhöhte mit einem Ablenker auf 7:1 und in den letzten vier Minuten «bettelten» die Lakers mit einer Strafenflut um weitere Erhöhung des Skores. Und hatten Glück, dass ausser dem 8:1 von Sven Andrighetto keine weiteren Gegentore fielen.

Eine wenig überraschende Führung nach 73 Sekunden

Zwischen den ZSC Lions und den Lakers ist die Favoritenrolle meistens einseitig verteilt. Die Bürde des Gewinnenmüssens, sie lastet immer auf den Schultern der Zürcher, obwohl die St. Galler in den letzten Jahren mehr als einmal ein unangenehmer Gegner gewesen waren. Ein Spiegelbild hierfür waren die bisherigen Vergleiche in dieser Saison. Das Team von Rikard Grönborg gewann zwar beide Direktduelle und und fünf von sechs Punkten, das Schussverhältnis war aber mit 63:63 ausgeglichen. Und so war es auch nur eine mässige Überraschung, als Daniel Vukovic die Gäste nach 73 Sekunden in Führung schoss.

Die Lions waren entschlossen, auf die jüngsten Niederlagen gegen Biel und in Langnau zu reagieren. Und für einmal traf der viel strapazierte Begriff «postwendend» auch zu: 30 Sekunden später glich Dominik Diem aus. Es war das erste Zeichen, dass die Zürcher an diesem Abend bereit waren.

Die weiteren Spiele:

SCB kann endlich wieder jubeln

Dem SC Bern gelingt im Tabellenkeller ein Befreiungsschlag. Zwar nicht gegen einen Gegner aus höheren Regionen der Tabelle, aber es ist der erste Sieg seit dem 3. Dezember. Die Berner schlagen Ambri-Piotta 3:1, bleiben aber auch damit das Schlusslicht der Liga. Das Heimteam ging in der achten Minute durch ein Tor von Simon Moser in Führung und doppelte noch vor Ablauf des ersten Drittels nach: Dustin Jeffrey traf, wie Moser vor ihm, im Powerplay. Damit war der Widerstand der Tessiner vorerst gebrochen. Erst in Überzahl schafften sie den Anschluss, der Berner Miro Zryd sass auf der Strafbank. Der SCB sorgte schnell wieder für einen beruhigenden Vorsprung, wieder war es Jeffrey, der traf. Beim 3:1 blieb es dann.

Mit noch einem Tor mehr Unterschied gewann Fribourg seine Partie. Gottéron schlug den EHC Biel zu Hause 4:1. Die Gäste gingen in der siebten Minute durch Fabio Hofer in Führung, wenige Minuten später glich David Desharnais aus. Im zweiten Drittel sorgten Killian Mottet und Viktor Stalberg mit ihrem Doppelschlag für die Entscheidung, das letzte Tor des Abends erzielte Julien Sprunger nach einer Strafe gegen Biels Marc-Antoine Pouliot. (mro)

Lugano bodigt die Tigers klar

Im Tessin verschliefen die Gastgeber und der Gegner SCL Tigers das Startdrittel. Erst in der 23. Minute schoss Mikkel Bodker die Luganesi 1:0 in Führung. Allerdings war dafür ein Powerplay nötig. Langnaus Alain Bircher sass wegen Halten zwei Minuten auf der Strafbank. Alessio Bertaggia sorgte mit seinen beiden Treffern in der 26. und 40. Minute dafür, dass die Tessiner mit einem beruhigenden Vorsprung ins Schlussdrittel gehen konnten. In der 48. Minute traf Bertaggia erneut, nachdem sich Dario Bürgler sechs Minuten zuvor unter die Torschützen eingereiht hatte. Flavio Schmutz gelang für die Tigers zwei Minuten vor Schluss der Ehrentreffer.

Der EV Zug hatte sich den Auftritt zu Hause gegen den HC Davos anders vorgestellt. Gregory Hofmann eröffnete das Skore für den Heimclub in der 18. Minute. Drei Minuten nach Wiederanpfiff war Enzo Corvi mit einem Powerplay-Treffer für den Ausgleich besorgt. Das Führungs-Ausgleichs-Spiel ging munter weiter. Livo Langenegger traf für Zug in der 26. Minute, Magnus Nygren am Anfang des Schlussdrittels für Davos. Yannick Zehnder schoss nach 50 Minuten das 3:2 für Zug, Marc Wieser traf nur 46 Sekunden später zum 3:3. Damit kam es zur Verlängerung, in der keine Tore fielen. Während Jan Kovar und Dario Simion für Zug verschossen, trafen Teemu Turunen und Aaron Palushaj für die Bündner, die damit zum überraschenden Sieg nach dem Penaltyschiessen kamen. (heg)