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Schweizer Studie zur ErnährungZucker verdoppelt Fettproduktion in der Leber

Bereits 80 Gramm Zucker pro Tag wirken sich negativ auf den Stoffwechsel aus. Das zeigen Schweizer Forscher in einem Versuch mit verschiedenen Zuckerarten.

Schweizerinnen und Schweizer konsumieren mehr als 100 Gramm Zucker pro Tag. (Archivbild)
Schweizerinnen und Schweizer konsumieren mehr als 100 Gramm Zucker pro Tag. (Archivbild)
Foto: Barbara Gindl (Keystone)

Schon kleine Mengen an zugesetztem Frucht- und Haushaltszucker verdoppeln die körpereigene Fettproduktion in der Leber. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Zürich und des Universitätsspitals Zürich (USZ).

Bereits 80 Gramm Zucker pro Tag kurble die Fettproduktion in der Leber an, wird Studienleiter Philipp Gerber von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung in einer Mitteilung vom Dienstag zitiert. Das entspreche der Zuckermenge von rund acht Deziliter eines handelsüblichen Softdrinks. Und auch wenn danach kein Zucker mehr zugeführt werde, halte die Überaktivität längere Zeit an.

Für die Studie nahmen 94 gesunde junge Männer sieben Wochen lang täglich ein mit unterschiedlichen Zuckerarten gesüsstes Getränk zu sich. Dieses enthielt entweder Fruchtzucker (Fruktose), Traubenzucker (Glukose) oder Haushaltszucker (Saccharose), der aus Frucht- und Traubenzucker besteht.

Mit sogenannten Tracern verfolgten die Forschenden den Weg der markierten Substanzen im Körper und analysierten den Effekt der Süssgetränke auf den Fettstoffwechsel. Die Probanden nahmen dabei nicht mehr Kalorien zu sich. Trotzdem konnten die Forschenden die negativen Auswirkungen des Fruchtzuckers beobachten.

Doppelt so hohe Fettproduktion

So war die körpereigene Fettproduktion in der Leber bei der Gruppe, die Fruchtzucker zu sich genommen hatte, auch mehr als zwölf Stunden nach dem Konsum noch doppelt so hoch wie bei der Gruppe mit dem Traubenzucker-Getränk oder der Kontrollgruppe, die ganz auf das Getränk verzichtet hatte.

Überrascht zeigten sich die Forschenden über die Erkenntnis, dass der am häufigsten konsumierte Haushaltszucker die Fettsynthese sogar noch etwas mehr ankurbelte als der Fruchtzucker. Denn bisher habe man angenommen, dass vor allem der Fruchtzucker solche Veränderungen begünstige.

Zu viel Zucker

Schweizerinnen und Schweiz konsumieren im Durchschnitt pro Tag mehr als 100 Gramm Zucker, schreiben die Autoren weiter. Dessen hoher Kaloriengehalt fördere Übergewicht und Adipositas. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle deshalb, den Zuckerkonsum auf 50 oder noch besser 25 Gramm zu beschränken. Doch davon sei die Schweiz noch weit entfernt, sagte Gerber (mehr dazu: Schweizer Schokolade auf Zuckerentzug).

Gleichzeitig begünstige die Fettproduktion in der Leber die Entstehung von weit verbreiteten Krankheiten wie Fettleber oder Typ 2-Diabetes. Die Studie sei deshalb ein «entscheidender Schritt in der Erforschung der schädlichen Wirkungen von zugesetztem Zucker» (mehr zum Thema: Ein Zuckerersatz, der nicht dick macht und sogar gegen Karies hilft).

SDA/ij

82 Kommentare
    Monika Siebig

    Würde man gegen Zucker genau so konsequent vorgehen vom Staat wie gegen Zigaretten, wären wir wohl gesünder. Ich staune, wie stark die Zucker Lobby sein muss. Wenn ich bei Lebensmitteln im Kleingedruckten lese, finde ich praktisch überall Zucker, selbst da,wo man es nicht erwartet.

    Der Staat ist längst gefordert und tut nichts....