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Trend zu MicrodosingZürcher nehmen häufiger LSD

Neue Zahlen des Drogeninformationszentrums zeigen: Die halluzinogene Droge wird beliebter.

LSD in flüssiger Form: Beim Microdosing wird die Substanz häufig mit Spray eingenommen.
LSD in flüssiger Form: Beim Microdosing wird die Substanz häufig mit Spray eingenommen.
Foto: Zoonar/Alamy

Zwar wurde LSD in der Schweiz erfunden, die Droge war aber lange Zeit eher ausser Mode. Das hat sich in Zürich geändert. «Der Anteil an getesteten LSD-Proben hat in den letzten Jahren stetig zugenommen und betrifft inzwischen rund 10 Prozent aller Analysen», schreibt das Drogeninformationszentrum Zürich (DIZ) am Mittwoch in einer Mitteilung.

Auffallend sei dabei das Thema Microdosing. Gemeint ist damit der Konsum von geringen Mengen psychedelischer Substanzen wie etwa LSD. Meist nimmt man es in flüssiger Form ein, zum Beispiel mit Sprays. Konsumentinnen und Konsumenten versprechen sich davon eine höhere Konzentrationsfähigkeit oder mehr Kreativität, aber auch die Selbsttherapie von psychischen Krankheiten. «Da die Dosierung 10- bis 20-mal tiefer als bei einer normalen Dosierung ist, entstehen beim Microdosing keine Halluzinationen, keine Ich-Auflösung und keine Loslösung vom eigenen Körper», schreibt das Portal Saferparty.ch des DIZ dazu.

Micordosing ist noch wenig erforscht, Langzeitrisiken sind entsprechend wenig bekannt. «Da beim Microdosing LSD oftmals über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, stellen sich Fragen zur psychischen Abhängigkeit, zu möglichen Realitätsverlusten und Persönlichkeitsveränderungen», schreibt Saferparty.ch.

Kokain und Ecstasy immer stärker

Am meisten Sorgen bereiten dem DIZ andere Drogen. So werden etwa Kokain und Ecstasy immer reiner. Das sei nur vermeintlich positiv, da hohe Konzentrationen zu gefährlichen Überdosierungen führen könnten, heisst es in der Mitteilung. Die stärkste Ecstasypille enthielt 2019 rund 280 Milligramm MDMA. Dies entspricht bei einem 70 Kilogramm schweren Mann mehr als der dreifachen maximalen Dosis.

Im vergangenen Jahr hat das Team von Saferparty Streetwork im DIZ insgesamt 2300 Substanzproben getestet. Kokain bleibt auch 2019 Spitzenreiter bei den analysierten Proben der Zürcher Freizeitdrogenkonsumierenden, gefolgt von MDMA-Pillen oder -Pulver sowie Amphetamin.

sip

14 Kommentare
    müllermallersdorf

    das würde den fahrstil mancher zeitgenossen erklären...