Zum Hauptinhalt springen

Stadtrat will Gleichstellung verbessernVier Wochen Urlaub für Zürcher Väter

Statt 10 sollen Männer 20 Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub erhalten. Die Stadt Zürich zieht so mit anderen grossen Städten gleich.

Junge Väter sollen mehr Zeit mit ihren Babys verbringen können. Unbezahlter Urlaub ist bei der Stadt Zürich bis zu einem Jahr möglich.
Junge Väter sollen mehr Zeit mit ihren Babys verbringen können. Unbezahlter Urlaub ist bei der Stadt Zürich bis zu einem Jahr möglich.
Foto: Keystone

Der Zürcher Stadtrat will den städtischen Angestellten den bezahlten Vaterschaftsurlaub von 10 auf 20 Tage verlängern. Laut seiner Schätzung kostet das nur gut eine halbe Million Franken jährlich. Zudem dürfen sowohl Frauen wie auch Männer einen unbezahlten Elternurlaub von bis zu einem Jahr nehmen, wenn der Betrieb es zulässt. Und auch für die Betreuung von Angehören können städtische Angestellte unbezahlten Urlaub beziehen.

Die Verbesserungen bei der Gleichstellung, die der Stadtrat jetzt vorschlägt, gehen auf Postulate der Grünen und der SP aus dem Jahr 2015 zurück. Der Gemeinderat muss sie noch absegnen.

Andere waren schneller

Mehrere Städte haben den vierwöchigen Vaterschaftsurlaub bereits eingeführt, zum Beispiel Bern, Genf, Aarau, Luzern oder St. Gallen. Lausanne gewährt sogar 21 Tage. In Winterthur dürfen die städtischen Angestellten bei der Geburt eines Kindes 15 Tage zu Hause bleiben. Zürich hinkt also hinterher.

Vor einigen Jahren hatte die Stadt den Urlaubsanspruch schon einmal erhöht, von fünf auf zehn Tage. Es habe sich gezeigt, dass nicht alle Väter den bezahlten Urlaub tatsächlich nehmen, sagt Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne). Gestützt auf diese Erfahrung habe der Stadtrat die Kosten der erneuten Erhöhung auf 600’000 Franken geschätzt. Leupi hält die Mehrausgabe trotz Corona-Krise für verkraftbar. «Bei einer Gesamtlohnsumme von zwei Milliarden können wir das verantworten.»

Volksabstimmung im Herbst

Im September stimmt auch das Schweizervolk über einen Vaterschaftsurlaub ab. Im eidgenössischen Parlament waren allerdings nur zwei Wochen Urlaub mehrheitsfähig. Kommt die Vorlage in der Abstimmung durch, würde die Zürcher Stadtkasse wieder entsprechend entlastet.

Das Thema wird die Politik noch länger beschäftigen. Zurzeit bildet sich eine Allianz, die eine Volksinitiative für eine wesentlich längere Elternzeit lancieren will – damit sich Väter und Mütter wirklich in gleichem Mass in der Kinderbetreuung engagieren können und der Knick in der Berufskarriere vieler Frauen kleiner wird.

7 Kommentare
    Lou Elgers

    Ich kann nicht verstehen, in welchem Mass Familien mit Steuergeldern subventioniert werden sollen.

    Da sind schon Steuerrabatte, Kindergeld, Mutterschaftsurlaub, Kinderrabatte auf jegliche Eintritte und Bilette. Und dann sollen noch Vaterschftsferien dazukommen?