Zum Hauptinhalt springen

Neuster Immo-Index der UBSZürich droht Blase bei Wohneigentums-Preisen

Von 25 Städten weltweit beobachtet die UBS den Immo-Markt. Die neuste Auswertung zeigt: Zürich stösst erstmals in den Blasen-Bereich vor. Von «starkem Ungleichgewicht» ist die Rede.

Es wird gebaut in Zürich: Wohnblöcke in Waldegg-Uitikon.
Es wird gebaut in Zürich: Wohnblöcke in Waldegg-Uitikon.
Foto: PD

Der Boden in der Stadt Zürich ist rar, die Preise dementsprechend hoch. Wie umkämpft der Zürcher Immobilienmarkt ist, untersucht jeweils die UBS. Im «UBS Global Real Estate Bubble Index» vergleicht sie 25 Grossstädte miteinander und schätzt, wie hoch das Risiko einer Immobilienblase ist. In der eben veröffentlichten Neuauflage warnt jetzt die Grossbank: Der Wohnungsmarkt in Zürich zeige ein starkes Ungleichgewicht. In den letzten Jahren seien die Preise für Wohneigentum in der Region Zürich zwischen 40 und 50 Prozent gestiegen. «Zürich reiht sich erstmals in die Kategorie mit Blasenrisiko ein.»

Zürich habe im letzten Jahrzehnt von allen Schweizer Wirtschaftsregionen die stärkste Preissteigerung verzeichnet. «Der Wohnungsmarkt der Stadt war dabei von einem verhältnismässig rasch wachsenden Angebot geprägt», schreibt die Grossbank. Trotzdem wurde die überwiegende Mehrheit der neu erstellten Wohnungen letztlich vermietet.

Die Analysten kommen ausserdem zum Schluss, dass das Coronavirus bisher keine negativen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt gehabt hätte. Tatsächlich sei die Nachfrage nach Wohnungen in Zentrumslage sogar gestiegen. «Die hohe Zahlungsbereitschaft widerspiegelt die Erwartungen weiter steigender Preise sowie einer anhaltend hohen Investitionsnachfrage.» Dies sei der Grund, wieso die Stadt neu in den Blasenrisikobereich gerutscht sei.

Was heisst das für Immobilienbesitzer?

Noch besteht aber kein Grund, in Panik zu verfallen. Laut Immobilien-Experten scheinen die Städte in der Blasenzone die Krisen gut zu überstehen. Und aufgrund der hohen Bewertung sind die Experten zurückhaltend, weitere Preisanstiege zu prognostizieren: «Das Potenzial ist erschöpft», sagt Matthias Holzhey, Leiter Real Estate der UBS. Doch Immobilienbesitzer stehen unter Druck: Steigen die Zinsen um 1 Prozent, bedeutet dies Wertverluste der Liegenschaften um 10 bis 20 Prozent.

Immobilienbesitzern, die ihre Wohnung oder ihr Haus vermieten, rät er, die Gewinne jetzt mitzunehmen und Immobilien zu verkaufen. «Es macht Sinn, sich auf dem Höhepunkt des Booms zu verabschieden», sagt Holzhey. Denn, so die Prognose, die Mieten werden weiter sinken.

Zürich ist mit seinem «Blasenrisiko» nicht alleine. Rund die Hälfte der analysierten Städte weltweit hat einen deutlich überbewerteten Immobilienmarkt. Die Zwingli-Stadt liegt auf Platz sieben des UBS-Rankings. An der Spitze stehen die beiden deutschen Städte München und Frankfurt gefolgt von Toronto.

shu/mya

28 Kommentare
    Benjamin Ernst

    Der Analyst der UBS rät Immobilien zu verkaufen. Wenn diesem Rat viele folgen und eine grosse Zahl von Immobilien auf den Markt kommen sinken die Preise und die Blase platzt. Ich wünsche mit vom TA mehr kompetente Berichterstattung im Bereich Wirtschaft und nicht das einfache widergeben von Aussagen von Personen aus der Wirtschaft.