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Städteranking «Smart City Index»Zürich steigt ab

In einem Ranking für die «smarteste Stadt» weltweit ist Zürich vom zweiten auf den dritten Rang abgerutscht. In den Details zeichnet sich ein interessantes Bild.

Noch immer ist Zürich eine der smartesten Städte der Welt. Das hängt mit der ETH, aber auch mit dem Unispital zusammen, die sich hier gegenüberliegen.
Noch immer ist Zürich eine der smartesten Städte der Welt. Das hängt mit der ETH, aber auch mit dem Unispital zusammen, die sich hier gegenüberliegen.
Foto: Raisa Durandi

Zürich steht in der neuen Rangliste der smartesten Städte weltweit auf Rang 3. Zu diesem Schluss kommt der am Donnerstag veröffentlichte «Smart City Index». Der erst zum zweiten Mal überhaupt veröffentlichte Index wird gemeinsam vom Institute for Management Development (IMD) und der Singapur-Universität für Technologie und Design herausgegeben.

Vor einem Jahr lag Zürich im gleichen Städteranking noch auf dem zweiten Rang hinter dem erstplatzierten Singapur. Neu wurde die Schweizer Stadt dort von Helsinki verdrängt, während Singapur noch immer den Spitzenrang innehat. Neben Zürich findet sich aus der Schweiz nur noch Genf in der Studie. Die Rhonestadt belegt den siebten Rang und ist damit im Vergleich zum letzten Jahr um drei Ränge zurückgefallen. Auswahlkriterium für den Einbezug war gemäss den Studienautoren der erklärte Anspruch einer Stadt, als «Smart City» zu gelten.

Die Uhr vom Fraumünster läuft nicht immer korrekt, trotzdem hat es Zürich noch auf den dritten Platz des Städterankings gereicht.
Die Uhr vom Fraumünster läuft nicht immer korrekt, trotzdem hat es Zürich noch auf den dritten Platz des Städterankings gereicht.
Foto: Reto Oeschger

Der Index basiert nicht auf Daten zu Stärken oder Schwächen einer einzelnen Stadt, sondern vor allem auf der Wahrnehmung dazu durch ihre Einwohner. In jeder der insgesamt 109 im Ranking vertretenen Städte wurden 120 zufällig ausgewählte Einwohner einerseits dazu befragt, wo sie die grössten Prioritäten sehen. Andererseits hatten sie 36 Fragen zur Infrastruktur ihrer Stadt in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit, Mobilität, Freizeitmöglichkeiten, Ausbildung und Jobentwicklung sowie die politische Struktur zu beantworten.

Die eine Hälfte der Fragen drehte sich um die Bewertung dieser Strukturen; die andere Hälfte darum, wieweit technische Lösungen bereitstehen, um diese Bereiche zu verbessern. Die Antworten wurden dann in Punkte umgerechnet und daraus der Index erstellt.

Aussage zu Stärken und Schwächen

Die Detaildaten machen klar, dass der relative Abstieg Zürichs auf den dritten Platz des Rankings wenig bedeutet. Die Unterschiede zur finnischen Hauptstadt in der Wahrnehmung ihrer Bürger sind insgesamt gering und die Schwächen und Stärken ähnlich.

Besonders gut und besser als Helsinki und selbst als das erstplatzierte Singapur schneidet Zürich im Unterbereich Gesundheit und Sicherheit ab. Weitere besondere Stärken Zürichs liegen in den politischen Mitbestimmungsmöglichkeiten und den wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten.

Bei letzteren hat neu Helsinki allerdings Zürich überholt. Die Schwächen der Limmatstadt liegen im Vergleich zu anderen Städten im Angebot an technologischen Möglichkeiten, um den Bürgern das Leben zu vereinfachen: Ein Beispiel dafür ist der elektronische Austausch mit Behörden, ein anderes das Fehlen von Apps zur Unterstützung im Strassenverkehr.

Als mit Abstand grösste Prioritäten der Stadt nennen die für die Studie befragten Zürcher das mangelnde Vorhandensein von bezahlbarem Wohnraum. Rund 75 Prozent der Befragten antworteten entsprechend. An zweiter Stelle folgten mit einem Anteil von 63,5 Prozent die Verkehrsstaus in der Stadt.

Erst mit unter 35 Prozent wurde an dritter Stelle die Luftverschmutzung genannt. Doch diese Probleme sind keine Besonderheit von Zürich. Selbst in Singapur und Helsinki, die im Ranking besser abschneiden, zählen sie zu den grössten Sorgen der Einwohner.

27 Kommentare
    Charles Gloor

    Smartcity = Eine Grossstadt, künstlich in eine Kleinstadt umwandeln.. Eine Weltstadt, mit Verboten und Schikanen in eine Provinzstadt umwandeln...Aus der Vielfalt, die Gentrifizierung und die Eintönigkeit fördern... Tolle, lustige, fröhliche Menschen verjagen und absichtlich und gezielt mit einer spiessigen Klientel ersetzen...Macht doch einen Ranking mit Städten die keine Smartcities sind, das wäre 1000 Mal interessanter.