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Japanischer Pharmariese will schweizerische Nycomed kaufen

Takeda, der grösste asiatische Pharmakonzern, soll zwischen 10 und 12,5 Milliarden Franken bieten.

Von Andreas Möckli Der japanische Pharmakonzern Takeda wird als Käufer des Arzneimittelherstellers Nycomed mit Sitz in der Schweiz gehandelt. Die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters sprechen von einem Kaufpreis zwischen 10 und 12,5 Milliarden Franken. Takeda und Nycomed lehnten eine Stellungnahme ab. Das hierzulande wenig bekannte Pharmaunternehmen Nycomed hat 2007 den Sitz von Dänemark in die Schweiz verschoben. Anfänglich in Zürich-Seebach zu Hause, bezog Nycomed später Büros in Opfikon. Die weltweit 12 500 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro (4 Milliarden Franken). Nach eigenen Angaben befindet sich das Unternehmen damit auf Platz 28 der weltgrössten Pharmaunternehmen. Wie viele andere grosse Konzerne in der Branche sucht nun offenbar auch Takeda sein Heil in einer Übernahme. Die Japaner, die einen Umsatz von rund 15,5 Milliarden Dollar erwirtschaften, kämpfen mit den üblichen Problemen der Pharmaindustrie. So sieht sich Takeda mit sinkenden Einnahmen konfrontiert, da umsatzstarke Medikamente den Patentschutz verlieren. Der grösste asiatische Pharmakonzern ist zudem noch immer stark auf den Heimmarkt fokussiert. Die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet die Firma in Japan. Die Position in Schwellenländern ist dagegen schwach. Mit dem Kauf von Nycomed erhielte Takeda Zugriff auf mehrere Medikamente im Spezialitätenbereich. Das wichtigste Produkt von Nycomed ist der Magensäurehemmer Pantoprazol. Dazu kommen Präparate gegen Atemwegserkrankungen oder Schmerzmittel. Ein Trumpf des Unternehmens ist die starke Stellung in den Schwellenländern. Der Umsatzanteil von 39 Prozent liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt. Das Ziel ist es, diesen Wert bis 2015 auf 60 Prozent zu erhöhen. Mittel gegen Raucherlunge Allerdings kämpft auch Nycomed mit Problemen. Der Patentschutz von Pantoprazol ist in Europa abgelaufen, was 2010 zu einem insgesamt rückläufigen Umsatz führte. Neuen Schub dürfte ein Medikament gegen Raucherlunge bringen, das neben der EU mit einer Verzögerung im März nun auch in den USA zugelassen wurde. Analysten rechnen mit einem Spitzenumsatz von 400 bis 500 Millionen Dollar. Nycomed befindet sich zu 41 Prozent im Besitz der Private-Equity-Firma Nordic Capital, 26 Prozent hält der CS-Fonds DLJ Merchant Banking. Der Rest verteilt sich auf weitere Finanzinvestoren. Zuvor wechselte die Firma mehrmals die Besitzer. Ein grosser Schritt für Nycomed war der Kauf des Pharmageschäfts vom deutschen Chemiekonzern Altana 2007. Im Zuge der Übernahme folgte auch der Umzug in die Schweiz, da ein logistisch gut gelegener Ort in der «Mitte» von Kopenhagen und Konstanz gesucht wurde. Konstanz war zuvor der Sitz der Pharmasparte von Altana.Nycomed beschäftigt hierzulande 290 Mitarbeiter, 210 am Hauptsitz und 80 für den Schweizer Vertrieb. Das Management sprach wiederholt von der Möglichkeit, an die Börse zu gehen. Konkret wurden die Pläne aber nie.

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