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Jetzt muss die Lehrerin im Bauamt aufräumen

Kommentar Von Patrick Kühnis Winterthur reibt sich die Augen: Eine frühere Primarlehrerin schnappt sich das städtische Bauressort - und ein Ingenieur steht bald wider Willen dem Schuldepartement vor.

So paradox diese Aufgabenverteilung in der Regierung aussieht: Angesichts des Wahlresultats ist sie nichts als logisch. Und sie muss für das Wohl der zweiten Grossstadt im Kanton kein Nachteil sein. Die engagierte SP-Schulministerin Pearl Pedergnana hatte es ganz offensichtlich satt, am Wahltag stets als Klassenschlechteste abzuschneiden - und für allen Schulärger im Volk geradezustehen. Mit 50 Jahren ist sie auch zu jung, um bis zur Rente im Schulfach zu versauern, wo der Gestaltungsspielraum begrenzt ist und ständig andere dreinreden. Diesen undankbaren Job erbt jetzt der tatenhungrige FDP-Mann Stefan Fritschi.Pedergnana ergriff die Flucht nach vorn - und übernahm das schwierigste Fach von allen: den Bau. Ihre zwei Vorgänger aus FDP und SP bewiesen dort keine glückliche Hand. Ihnen tanzten Chefbeamte auf der Nase herum. Und sie liessen sich auf Kleinkriege um Plastikstühle oder Solarzellen ein. Pedergnana trauen sogar Wirtschaftsleute zu, es besser zu machen. Den Weg für sie frei machte Stadtpräsident Ernst Wohlwend. Er schlug die Bitte von Einflüsterern aus, in seiner letzten Amtszeit selber im Bauamt aufzuräumen. Warum auch, alle wichtigen Winterthurer Bauvorhaben sind ohnehin Chefsache. Auch Polizeivorsteher Michael Künzle (CVP) hegte keinerlei Wechselgelüste. Der Kronfavorit für Wohlwends Nachfolge ist klug genug, seinen Job nicht gegen das unbequeme Bauressort zu tauschen und sich dort Sympathien zu verspielen. Nicolas Galladé (SP) bekommt sein Wunschamt, das Soziale. Fragt sich nur, wie lange er es dort mit seiner rechten Hand aushält: Die heisst Regine Sauter (FDP) - und stimmte im Kantonsrat kaum je wie ihr Ratskollege und neuer Chef.

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