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1000 günstige Wohnungen statt Gefängniszellen

Kaum ist das PJZ auf dem alten Güterbahnhof begraben, beginnt das Buhlen um das SBB-Land.

Die Reaktionen Von Silvio Temperli Zürich – Beinahe 64 000 Quadratmeter Landreserven werden jetzt in der Stadt Zürich an bester Lage frei: ein riesiges Filetstück, und nicht einmal teuer, zu haben für lediglich 115 Millionen Franken. Den SBB liegen allerdings noch keine Angebote vor. Und wenige Stunden nach dem Nein zum PJZ war die Zürcher Stadtregierung noch nicht in der Lage, die neue Ausgangssituation zu kommentieren. Laut Auskunft aus dem Hochbaudepartement von André Odermatt (SP) wolle man zunächst mit dem Regierungsrat Rücksprache nehmen. Ideen und Forderungen kamen indes geschwind von anderer Seite, etwa von der AL. Die Partei ruft die Stadt auf, den Güterbahnhof zu erwerben: «Wir wollen verhindern, dass sich ein Trauerspiel wie in Winterthur beim Verkauf der Sulzer-Areale an die Implenia abspielt.» Starkes Interesse am Grundstück zeigt eine Initiativgruppe, die sich gestern unter dem Projektnamen «Cargo 4» in Stellung brachte. An ihrer Spitze mischt der Aussersihler Gastronom Koni Frei mit. Die Gruppe hat klare Vorstellungen von der künftigen Gestaltung des Areals. Zunächst soll in den Gebäuden die bisherige Zwischennutzung weitergehen. Derzeit sind dort Architekten und Künstler eingemietet. Noch immer stehen viele Räume leer. Frei möchte gerne auf dem Areal ein Restaurant errichten, «eine Barackenbeiz ohne Speisekarte». Falls es seiner Gruppe gelingt, sich zusammen mit einer gemeinnützigen Institution und mithilfe der Stadt das Land zu sichern, könnten auf der freien Parzelle 1000 preisgünstige Wohnungen sowie Gewerberaum entstehen. Und was geschieht mit der Kasernenwiese, wenn Ende 2011 das Provisorische Polizeigefängnis verschwinden muss? SP, CVP und FDP verlangen vom Regierungsrat «Nutzungsvarianten», die dem Bedürfnis des Quartiers nach Erholungsraum gerecht werden. Ein altes Anliegen, das auf 1975 zurückgeht. Damals hatten die Stimmberechtigten zur Auslagerung des Waffenplatzes Zürich ins Reppischtal Ja gesagt – und damit den Grundstein für eine öffentliche Nutzung des Kasernenareals gelegt. Das Polizei- und Justizzentrum in Aussersihl endet als Planungsleiche. Visualisierung: PD

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