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120 Küsnachter arbeiten an einem neuen Dorfzentrum

Die Küsnachter nehmen den nächsten Anlauf für ein neues Dorfzentrum. In mehreren Workshops diskutieren sie, wie der Dorfkern künftig aussehen soll.

Küsnacht. - Am liebsten hätten die Küsnachter ein Dorfzentrum wie Solothurn, Murten oder Rapperswil. Dies brachte eine entsprechende Frage hervor, die Moderator Michael Emmenegger an der Auftaktveranstaltung zur Küsnachter Zentrumsentwicklung stellte.

In mehreren Workshops will die Gemeinde nach ihrer Abstimmungsniederlage vor zwei Jahren gemeinsam mit den Bürgern neue Ideen für das Dorfzentrum erarbeiten. 136 Personen haben sich für die Workshops angemeldet, 120 erschienen am Mittwochabend zur ersten Sitzung im katholischen Pfarreizentrum.

Die Hoffnung, dass sich Küsnacht am Ende wie das historische Stadtzentrum von Rapperswil präsentiert, hegte allerdings keiner. Denn Emmenegger zielte mit seiner Frage nicht auf ein Vorbild für Küsnacht, sondern er wollte die Teilnehmer in ein Gespräch verwickeln. Dieser ersten, noch spielerischen Diskussion werden in den kommenden sechs Workshops zahlreiche weitere Debatten folgen.

Workshop soll keine Alibiübung sein

Im sogenannten Mitwirkungsverfahren geht es darum, dass die Anwesenden einen gemeinsamen Nenner finden. «Ich habe die Vision, dass wir endlich eine tragfähige Lösung zustande bringen», sagte Gemeindepräsident Max Baumgartner (FDP) zu Beginn des Anlasses. Angesichts der hitzigen Diskussionen in der Vergangenheit, wie Küsnachts Mitte künftig aussehen soll, ist das allerdings kein leichtes Unterfangen. Aus diesem Grund hat die Gemeinde den Geografen Michael Emmenegger engagiert, der in den vergangenen 14 Jahren ähnliche Mitwirkungsverfahren in anderen Gemeinden durchgeführt hat.

Der Moderator erklärte zunächst die Spielregeln. Für ihn ist zentral, dass die Teilnehmer eine anständige Diskussionskultur pflegen und nicht auf ihren Positionen beharren. «Es ist wichtig, dass Sie gegenüber dem Ergebnis offen sind», sagte er. Und für Gemeindepräsident Baumgartner war klar: «Wir erwarten, dass die Teilnehmer die Ergebnisse des Verfahrens mittragen.» Zwar sind die Resultate für die Behörden nicht bindend, sondern haben nur empfehlenden Charakter. Der Gemeinderat werde sich aber hüten, ohne triftigen Grund von dem abzuweichen, was man zusammen erarbeite, sagte Baumgartner. Eine Alibiübung sei das Mitwirkungsverfahren sicher nicht.

Seit 1975 hat sich kaum etwas getan

In die Arbeit stürzten sich die Teilnehmer am Mittwochabend allerdings noch nicht. Dies ist erst für die nächste Veranstaltung am 23. September vorgesehen. Als Vorbereitung dafür vermittelten Moderator Emmenegger und Angestellte der Gemeindeverwaltung den Anwesenden die Grundlagen für die Workshops. Emmenegger grenzte das Areal ein, um das sich die Diskussion dreht. Es umfasst den alten Dorfkern von Küsnacht sowie das Areal um den Bahnhof. In diesem Gebiet wohnen rund 650 Personen. Verglichen mit der übrigen Gemeinde handelt es sich dabei um überdurchschnittlich viele Erwerbstätige oder ältere Menschen, die in Einpersonenhaushalten leben.

Seit 1975 hat sich das Zentrum - mit Ausnahme des Coop, der Migros und der Gewerbebauten an der Kohlrainstrasse - kaum mehr verändert. Das soll sich nun ändern. Die Küsnachter sollen aber nicht nur darüber diskutieren, wie sich der Dorfkern baulich entwickeln soll, sondern auch darüber, wie man mit dem Verkehr in der Gemeinde umgehen soll. Für Verwirrung sorgten dabei die Zahlen, welche die Gemeinde präsentierte. Denn die kürzlich durchgeführte Verkehrsmessung ist noch nicht vollständig ausgewertet. Ein Teilnehmer kritisierte deshalb, die Zahlen genügten als Grundlage für die Workshops nicht. Die Gemeinde versprach allerdings, die genaueren Zahlen nachzuliefern.

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