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19-Jähriger klaute sogar Damenblusen

Ein Einbrecher trieb mit seinen Kollegen vor allem in Hombrechtikon sein Unwesen. 40-mal brach er ein und machte eine Beute von über 50 000 Franken.

Von Daniel Fritzsche Meilen &endash Der 19-jährige Kosovare, der gestern vor dem Bezirksrichter stand, hatte keine schwere Jugend. Er wuchs in bescheidenen, aber stabilen Familienverhältnissen auf. Die Mutter ist Hausfrau, der Vater Kranführer, er selbst macht eine Lehre in einer Autogarage. Er spricht schweizerdeutsch. Trotz dieser guten Voraussetzungen beging der Angeklagte bereits als junger Teenager zahlreiche Delikte: In einer Disco raubte er einen anderen Jugendlichen aus, im Zürcher Hauptbahnhof beschimpfte er einen Polizisten. Zudem machte er von sich reden, als er ausgerechnet dem Milliardärssohn Carl Hirschmann die Kreditkarte klaute und versuchte, sie für seine Zwecke zu verwenden. Immer wieder beschäftigte der Kosovare die Jugendanwaltschaft. Anfang Januar 2010, kurz nach seinem 18. Geburtstag, startete der Angeklagte mit Kollegen eine Einbruchserie. Für diese Verbrechen, die er zu grossen Teilen gestand, musste er sich gestern vor dem Bezirksgericht verantworten. Zu jener Zeit sei er arbeitslos, gelangweilt und konstant knapp bei Kasse gewesen, sagte er dem Richter. «Ich wollte nicht immer meinen Vater anpumpen», sagte er. «Das ist in diesem Alter doch peinlich.» Also begab er sich auf Diebestour in seinem damaligen Wohnort Hombrechtikon. Er klaute alles, was nicht niet- und nagelfest war: Bargeld, Fotokameras, Golfschläger, Damenblusen und antike Revolver. Das Geld verwendete er für den Ausgang oder für den Kauf von Luxusartikeln. 40-mal ist er innerhalb von vier Monaten in Wohnungen, Geschäfte und Restaurants eingedrungen. Menschen kam er dabei nie in die Quere. Insgesamt stahlen er und seine Kollegen Gegenstände und Bargeld in Wert von 50 000 Franken. Er sei von seinen Kollegen zu den Delikten «inspiriert» worden, sagte der Angeklagte. Das Gericht folgte mit seinem Urteil grösstenteils den Anträgen des Staatsanwalts: 15 Monate bedingt, 500 Franken Busse. Der Gerichtspräsident anerkannte aber die guten Absichten des früheren Serien-Einbrechers. Anscheinend hätten sich seine Verhältnisse nach einer einmonatigen Untersuchungshaft Mitte 2010 stabilisiert. Seither sei er nicht mehr straffällig geworden. «Nutzen Sie diese Chance», sagte der Gerichtspräsident.

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