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2010 liegen die Feiertage schlecht

Nächstes Jahr fallen fast alle Feiertage auf ein Wochenende. Für die meisten heisst das: mehr arbeiten. Aber es gibt Ausnahmen.

Schlieren - Die Mitarbeitenden des Spitals Limmattal haben von ihrem Arbeitgeber das vielleicht wertvollste Weihnachtsgeschenk überhaupt erhalten: Zeit. Sie haben im nächsten Jahr drei zusätzliche Ferientage zugute, weil die Feiertage so ungünstig liegen wie kaum je: Das beginnt beim Berchtoldstag (2. Januar), der auf einen Samstag fällt - genauso wie der 1. Mai. Der 1. August ist ein Sonntag, der Weihnachtstag ein Samstag, der Stephanstag (26. Dezember) folglich ein Sonntag.

Im Kanton Zürich fallen 2010 lediglich 6,5 Festtage auf Werktage. In guten Jahren sind es 11,5 Tage. Am Limmattal-Spital hat man sich laut Pflegedirektorin Heidi Kropf entschieden, den Mitarbeitenden im Minimum 9.5 Feiertage zuzugestehen. Das ist also der Grund für die drei geschenkten Freitage. Es reiche nicht, den Angestellten für ihren Einsatz immer nur Danke zu sagen, erklärt Kropf. «Das Dankeschön-Sagen muss auch mal handfest sein», sagt sie. Das Limmattal-Spital erweist sich damit als grosszügiger Arbeitgeber. Die meisten Unternehmen stellen sich nämlich auf den Standpunkt, dass sich die Arbeitszeit über die Jahre hinweg ausgleicht. Im Mittel fallen 252 Arbeitstage an, 2007 waren es 250, nächstes Jahr werden es 255 sein.

Stadt Zürich macht Brücke

Allerdings ist ein Vergleich schwierig: So kennt die Stadt Zürich als Gegenleistung für ein Lohnsparpaket in den 90er-Jahren zusätzliche «Betriebsfeiertage», womit hauptsächlich Brücken gebildet werden, etwa zwischen Weihnachten und Neujahr. In Winterthur bleibt die Verwaltung zwischen Weihnachten und Neujahr auch geschlossen, doch muss diese Zeit in der Regel vorgearbeitet werden. Die Kantonalbank stellt einen freien Tag zur Verfügung, um die Öffnungszeiten regionalen Bräuchen anzupassen. So haben die Filialen in der Stadt Zürich an Sechseläuten und Knabenschiessen je einen halben Tag geschlossen; in der Region Winterthur sind sie zu, wenn Fasnacht ist. Andere Firmen wie Siemens Schweiz haben neuerdings den 24. Dezember zum freien Tag erklärt, manche geben auch am 31. Dezember frei. ABB Schweiz hat ein anderes System: Sie rechnet nicht mit Arbeitstagen, sondern mit Arbeitsstunden. ABB-Mitarbeitende haben 2080 Stunden pro Jahr zu arbeiten - egal, wie viele Feiertage ein Jahr hat.

Bei den meisten Unternehmen heisst es wie bei der UBS: keine zusätzlichen Ferientage, keine Beschränkung der Anzahl Arbeitstage. Dafür gewähre die UBS auch den unter 50-jährigen Mitarbeitenden fünf Wochen Ferien. Tatsächlich komplizieren die unterschiedlichen Ferienregeln das Unterfangen, den in Sachen Arbeitszeit grosszügigsten Arbeitgeber zu küren: So gesteht Heidi Kropf vom Limmattal-Spital ein, die zusätzlichen Feiertage seien auch als Ausgleich dafür gedacht, dass die Angestellten am Limmattal-Spital nur vier Wochen Ferien haben - an den meisten Privatspitälern sind es fünf Wochen.

Grosszügiger Bund

Kaum zu schlagen dürfte der Bund sein. Er hat ein System, um all seinen landesweit verteilten Angestellten gerecht zu werden, sind doch die Anzahl Feiertage von Kanton zu Kanton, ja von Region zu Region unterschiedlich. So fallen 2010 in Uri 13 Feiertage auf Werktage, in Bern oder Chur dagegen nur 6, in Zürich 7. In der Regel ergänzt der Bund fehlende Freitage auf 11. So werden die in Zürich tätigen Bundesangestellten 2010 vier zusätzliche freie Tage haben. Helene Arnet

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