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20-jähriger Schläger zu einer Geldstrafe verurteilt

Schlägereien ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben des jungen Mannes. Vor dem Bezirks- gericht bekundete er den Willen zur Besserung.

Von Daniela Haag Horgen – Der heute 20-jährige Mann aus dem Bezirk Horgen hatte sich früher schon vor dem Jugendgericht verantworten müssen. Bisher kam er mit bedingten Freiheits- und Geldstrafen glimpflich davon. Doch kaum lief die Probezeit ab, wurde der Mann wieder gewalttätig. Es passierte jeweils im Ausgang in und vor Pubs, Bars und Festzelten, immer nachts zwischen 1 und 2 Uhr. Der Mann war mit Kollegen unterwegs, fühlte sich von andern jungen Männern provoziert – und schlug zu. Mit der flachen Hand, dem Ellbogen oder der Faust. Die Opfer erlitten schmerzhafte Prellungen und Schwellungen, eine leichte Hirnerschütterung und einer sogar einen Nasenbeinbruch. Der Auslöser erscheint nichtig. Der Angeklagte rastete aus, weil er im Gedränge gestossen wurde oder weil einer eine Bekannte als Schlampe bezeichnete. Ein unauffälliger Mann Für vier Tätlichkeiten musste er gestern vor Bezirksgericht Horgen geradestehen. Sie trugen sich innerhalb von vier Monaten zu. Hinzu kam noch eine Anklage wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte. Nach einem Vorfall widersetzte er sich den Polizisten und bedrohte einen von ihnen. Ob er erklären könne, wieso er zugeschlagen habe, wollte der Richter wissen. Dem Angeklagten kam ein zögerliches Nein über die Lippen. Er ist ein äusserlich unauffälliger Mann. Er sass angespannt auf dem Stuhl, die Arme auf den Tisch gestützt. «Ein Gefühl halt, Alkohol war im Spiel.» Sein Mundwinkel zuckte. «Was haben Sie für einen Eindruck?», hakte der Richter nach. «Ich lege mir nur Steine in den Weg. Das bringt nichts.» Offener wurde der junge Mann, als er über seine Psychologin sprechen konnte. Er besuchte sie regelmässig. Sie habe ihm beigebracht, wie er seine Gefühle leiten könne und nicht die Gefühle ihn zum Zuschlagen verleiteten. Sie habe ihm geholfen, meinte er. Recht schweres Verschulden Der Einzelrichter verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 14 400 Franken und einer Busse von 3600 Franken. Hinzu kommen noch die Gerichtskosten. Von der Geldstrafe muss er die Hälfte bezahlen; den Rest sprach der Richter bedingt aus mit einer Probezeit von fünf Jahren. Es liege ein «recht schweres Verschulden vor», hielt der Richter fest. Er habe aber zur Kenntnis genommen, dass der Angeklagte an sich arbeiten wolle. Er verpflichtete ihn zu einem Lernprogramm des kantonalen Justizvollzugs für deliktorientiertes Training. Der Richter verabschiedete ihn mit den Worten: «Ich hoffe, dass wir Sie auf die richtige Schiene zurückbringen.»

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