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2.-Liga-Fussball Trainerwechsel sind nicht immer das beste Mittel. Von David Schweizer

Mehr Vertrauen in die bewährten Kräfte

Sie werden mit ihren Teams auf einem Abstiegsrang überwintern. Dennoch geben sich die Zweitligatrainer kämpferisch. «Wir kommen zurück», sagte Wallisellens Robert Rohrer nach der Niederlage am vorletzten Spieltag. Ähnlich optimistisch ist auch Bülachs Zoran Joksimovic. «Für uns liegt immer noch alles drin. Im Frühling werden wir besser sein.»

Aufbruchstimmung oder Zweckoptimismus? Ligaerhalt oder Abstieg? Beide dürften ihre Funktion wohl zumindest bis zum Saisonende ausüben können. So sagte Wallisellens Sportchef Roland Epprecht unlängst nach einer Niederlagenserie der Glattaler, dass ein Trainerwechsel kein Thema sei. In Bülach ist die interne Lösung Joksimovic erst seit Ende September für die entlassenen Roger Etter und Markus Ess am Werk. Der vormalige Trainer der zweiten Mannschaft (3. Liga) vermochte die Verantwortlichen - trotz einiger externer Kandidaten - zu überzeugen und setzt gleich wieder vermehrt auf Eigengewächse. Joksimovics Vorgabe ist klar: «Auswärtige Spieler sind wichtig. Doch nur wenn sie auch Verstärkungen sind.»

In der laufenden Meisterschaft ist es neben dem interregionalen Zweitligisten Bülach eine Stufe tiefer erst zu zwei vorzeitigen Wechseln (Uster, Wädenswil) gekommen. Beim Fünftplatzierten Niederweningen legte ausserdem Peter Kloter sein Traineramt selber zum Ende der Vorrunde nieder. Die Mannschaft benötige neue Impulse, begründete er den Entscheid. Kloter hatte die Wehntaler seit der Saison 2003/04 vom Drittliga-Abstiegskandidaten zum attraktiven 2.-Liga-Spitzenteam geformt.

In der letzten Saison kam es bei insgesamt 12 der 28 regionalen Zweitligisten im Verlauf des Jahres zu einer Veränderung auf dem Trainerposten. Diese hohe Wechselquote dürfte sich kaum wiederholen. Die meisten der abstiegsgefährdeten Zürcher Klubs werden ungeachtet der sportlich schwierigen Situation den bisherigen Teamverantwortlichen das Vertrauen schenken. Das ist erfreulich: Beim Quartierklub Zürich-Affoltern ist die interregionale 2. Liga vermutlich ein einmaliges Abenteuer. Red Star hatte zur neuen Saison einen grossen personellen Substanzverlust und neuerliche Trainerwechsel zu verkraften. Seine beiden Zweitliga-Mannschaften dürften nun aber bis zum Schluss mit denselben Coaches um den Klassenerhalt kämpfen. Von schlechten Resultaten lässt man sich auch in Urdorf und Effretikon nicht beeinflussen. Beide Klubs sind wie Wallisellen erst im letzten Sommer aufgestiegen und stellten sich auf eine schwierige Meisterschaft ein.

Anders ist die Lage bei Effretikons Konkurrenten Stäfa. Dem Seeklub droht nach dem Abstieg aus der interregionalen 2. Liga eine neuerliche Relegation. Das Team vom rechten Seeufer setzte mit David Zellweger auf eine interne Lösung. Mit dem neuen Trainer wurde zugleich nach turbulenten Jahren mit grosser Spielerfluktuation wieder auf eigene Kräfte gesetzt. Stäfa solle wieder zum Dorfverein werden, sagte Zellweger bei seinem Antritt. Den Beweis der Zweitliga-Tauglichkeit blieb das neu formierte Team bisher noch schuldig. Ist Stäfa sportlich wieder am Scheideweg?

Die Lösung könnte hier Kontinuität heissen. Dass sich das Vertrauen der Vereinsverantwortlichen langfristig lohnen kann, zeigt das Beispiel von Gruppengegner Bassersdorf. So stieg dessen Trainer Marcel Tanner nach seiner Amtsübernahme in der Umbruchphase zunächst mit seinem Team von der 2. bis in die 4. Liga ab (2001/03), ehe die ersten Erfolge gefeiert werden konnten. Innert vier Jahren schafften die Unterländer mit Tanner drei Aufstiege bis in die 2. Liga interregional.

Tanner betreut die Bassersdorfer mit Ausnahme eines neunmonatigen Unterbruchs (2006/07) auch heute noch in der regionalen 2. Liga. Dort zählt die Mannschaft als Tabellendritter erneut zum Kreis der engeren Aufstiegsanwärter. Besonders daran ist: Der Grossteil des Kaders mit vielen jungen Spielern stammt aus dem eigenen Nachwuchs. Die zu den besten der Region Zürich zählende Juniorenabteilung ist die Basis für die jüngsten Erfolge in Bassersdorf. Davon ist Stäfa noch weit entfernt. Der Verein stellt zurzeit nicht einmal eine A-Junioren-Mannschaft. Das Beispiel von Bassersdorf sollte allerdings für die Stäfner Hoffnung und Antrieb sein.

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