Zum Hauptinhalt springen

650 Kilogramm Sprengstoff – komplett klimaneutral

Manuel Hirt hat das diesjährige Zürcher Silvesterfeuerwerk entworfen. Dieses sei für die Umwelt kaum belastend. Die CO2-Emissionen werden in Afrika kompensiert.

Feuerwerkexperte Manuel Hirt: «Feuerwerke sind Urgewalten, das löst Urinstinkte in den Menschen aus.» Video: Sacha Schwarz

Zwanzig Minuten nach Mitternacht werden heute im Zürcher Seebecken 90’000 Franken verpulvert. So viel kostet die grosse Silvestershow, die vom Casino Zürich finanziert wird. Sie besteht aus 2687 Feuerwerkskörpern, die insgesamt 650 Kilogramm Sprengmaterial enthalten.

Mit handelsüblichen Raketen haben diese wenig gemein: Es sind kugelrunde Bomben, die aus Rohren geschossen werden. Feuerwerker Manuel Hirt hat sie bei der Werft der Schifffahrtsgesellschaft nahe der Landiwiese auf drei Schiffen aufgebaut.

Trotz dieser geballten Sprengkraft: Der Silvesterzauber ist dieses Jahr laut den Veranstaltern «zum ersten Mal komplett klimaneutral». Die Stiftung Myclimate berechne und analysiere die gesamten CO2-Emissionen und den ökologischen Fussabdruck des Festes. Der fällige Kompensationsbetrag fliesst in ein Projekt für effiziente Kocher in Ruanda. Diese reduzieren den Bedarf an Brennholz, was den Lebensraum der Gorillas in den Wäldern und die Gesundheit der Bewohner schützt.

«Der Umwelteinfluss ist marginal»

Manuel Hirt glaubt nicht, dass sein Feuerwerk ein Problem fürs Klima ist. Er beruft sich auf Studien des Bundesamts für Umwelt (Bafu) und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). «Wenn Leute da am Himmel eine Explosion und eine Rauchwolke sehen, sieht das natürlich gefährlich aus. Aber der wirkliche Umwelteinfluss so einer Show ist marginal.»

Der Feinstaub, der von den Feuerwerkskörpern freigesetzt werde, sei wasserlöslich und daher eher mit Russ gleichzusetzen, also nicht sonderlich umweltbelastend. Hirt hat deshalb keine Angst, dass seine Show eines Tages durch Drohnen- oder Lasershows verdrängt wird: «Die können ein Feuerwerk höchstens ergänzen, aber sicherlich nicht ersetzen.»

Wegen des Nebels nur noch Tiefflieger

Früher bereitete Manuel Hirt jeweils zwei Feuerwerke mit unterschiedlicher Flughöhe vor, nachdem an zwei aufeinanderfolgenden Silvesternächten das Feuerwerk vom Nebel verschluckt worden war. Um den Aufwand zu begrenzen, entwickelt er seit drei Jahren nur noch ein tieffliegendes Feuerwerk, das auch bei nebligem Wetter zu sehen ist.

Bei der Entwicklung lässt sich Hirt von verschiedenen Ländern inspirieren. «In Japan werden einzelne Feuerwerkskörper richtiggehend zelebriert. In Italien gibt es sehr temperamentvolle Feuerwerke mit sehr vielen Knalleffekten.» Die Schweizer hätten keine klaren Vorlieben, was Feuerwerkskörper anbelangt. Deswegen versuche er, verschiedene Elemente zusammenzuführen, um den Geschmack des Zürcher Publikums zu treffen. Vorab verrät er aber nur etwas: Das Finale ist dieses Jahr ganz in Gold gehalten. Und natürlich ziemlich laut.

Feuerwerkexperte Manuel Hirt: «Feuerwerke sind Urgewalten, das löst Urinstinkte in den Menschen aus.» Video: Sacha Schwarz

SDA/scs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch