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70 000 Flaschen und 300 Promis

Das wohlverdiente Festbankett am gesellschaftlichen Anlass des Kantonsrats mussten sich die Gäste hart verdienen mit Golfspielen und S-Bahn-Reinigung.

Illnau-Effretikon. - Die höchste Zürcherin, Kantonsratspräsidentin Esther Hildebrand (Grüne), hatte alle, die im politischen, kirchlichen, gerichtlichen und militärischen Leben des Kantons Rang und Namen haben, an ihren Wohnort eingeladen, ins Rössli nach Illnau-Effretikon. Doch bevor es am Abend im Festsaal losging, mussten - oder durften - die gegen 300 Gäste am Nachmittag eine Art Schulreise absolvieren: acht verschiedene Ausflüge in der Umgebung von Illnau-Effretikon.

So bekamen einige Kantonsräte Gelegenheit, erstmals im Leben Golf zu spielen. Auf dem Golfplatz Winterberg taten sich vor allem die Linken hervor. Die beiden SP-Kantonsräte Martin Naef und Yves de Mestral schlugen beide den Ball auf Anhieb 150 Meter weit und so hoch, dass es Golfplatz-Chef David Keller offenbar etwas mulmig zumute wurde; er bat die Gäste jedenfalls, künftig gegen Ostanflüge zu politisieren.

Eine andere Gruppe, angeführt von Gastgeberin Esther Hildebrand, besuchte die Illnauer Firma Tanner AG, die 70 Angestellte beschäftigt und weltweit führend ist bei der Herstellung von Zustellanlagen in der PET-Flaschenproduktion. 70 000 Flaschen pro Stunde schafft eine Maschine. Firmengründer Marcel Tanner übrigens war 1966/67 hinter Fritz Künzli und Köbi Kuhn FCZ-Verteidiger und gewann 1969 mit dem FC St. Gallen den Schweizer Cup. Andere Gäste besuchten in Oberwinterthur die SBB-Serviceanlage für die Reinigung und den Unterhalt von S-Bahnen. Und eine weitere Gruppe liess sich im Pferdesportzentrum Rooswisler in Winterberg in Pferdekutschen herumfahren.

Illnau-Effretikons Stadtpräsident Martin Graf war am Abend nicht der Gastgeber - im Gegenteil: Seine Lebenspartnerin Esther Hildebrand hatte ihn nicht einmal auf die Rednerliste gesetzt. «Den eigenen Mann kann man am einfachsten zum Schweigen bringen», sagte er lachend. Nicht sehr gesprächig war Graf auch bezüglich einer Regierungsratskandidatur als Nachfolger von Rita Fuhrer. «Die Gespräche sind am Laufen.»

Apropos Regierungsrat: Der war gestern mit Ausnahme von Markus Kägi vollzählig. Ihr Comeback in der Öffentlichkeit gab Rita Fuhrer. Sie sieht blendend aus, darf, wie sie sagte, aber noch nicht Velo fahren. Das grösste Kompliment bekam Esther Hildebrand von Regierungspräsidentin Regine Aeppli. Sie schlug vor, Hildebrand nach Ablauf ihres Amtsjahrs zwecks Steigerung der Ratseffizienz für ein weiteres Jahr zu wählen.

Marcel Tanner erklärt Kantonsratspräsidentin Esther Hildebrand eine Zuführanlage für die PET-Flaschenproduktion.

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