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700 Jahre Weinbau in Weiach: Vom sauren Tropfen zum Qualitätserzeugnis

Das Ortsmuseum Weiach zeigt eine Ausstellung über den Weinbau in der Gemeinde. War der Tropfen früher stark verdünnt und sauer, so setzen die beiden verbliebenen Winzer auf Qualität.

Weiach. - Neben der ständigen Ausstellung veranstaltet das Ortsmuseum Weiach jedes Jahr eine Sonderausstellung. Dieses Mal ist sie dem Weinbau gewidmet. Anlass dazu gaben Anregungen aus der Bevölkerung und das Jahr 1309. Aus jener Zeit stammt nämlich die älteste urkundliche Erwähnung eines «alten Wingartens» auf Weiacher Gemeindegebiet.

Noch heute erinnern Strassennamen, etwa die Trotten-, Weinberg-, Neureben- oder Rebbergstrasse, an Zeiten, wo an der nach Südwesten exponierten Fasnachtflue und am Kellenberg Weinbau betrieben wurde. «Mit Matthias Angst aus Wil und Hansruedi Meierhofer aus Weiach sind noch ganze zwei Winzer übrig geblieben», erklärt Daniel Briner, Präsident des Ortsmuseums. Daneben besässen Hobbywinzer Walter Baumgartner und er selbst ebenfalls eine kleine Parzelle.

Auch früher schon wurden die Weiacher Reben vor allem für den eigenen Bedarf gepflegt. Es gab keinen grösseren Grundbesitz. Die Erträge waren dennoch anständig. «Der Wein aber war gegenüber dem heute erhältlichen stark verdünnt und durch die Säure auch ziemlich sicher frei von schädlichen Krankheitserregern, wie sie im Wasser häufig zu finden waren», ist in der für die Sonderausstellung verfassten Schrift von Ortshistoriker Ulrich Brandenberger zu lesen.

Widrige Bedingungen

Dass die Rebberge im 19. Jahrhundert nicht nur in Weiach schrumpften, hat diverse Gründe. So waren etwa die Wetterbedingungen damals wie heute stets ein unberechenbarer Faktor. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn bekam der Schweizer Wein die Konkurrenz aus Frankreich und Italien zu spüren. Und überdies hatten die Winzer mit dem aus Amerika eingeschleppten Falschen Mehltau zu kämpfen. Zwischen 1865 und 1885 zerstörte dann die Reblaus - ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppt - erst grosse Teile der französischen Weinanbaugebiete und führte bald auch zum nahezu vollständigen Zusammenbruch des Zürcher Rebbaus.

Rebbau als weiteres Standbein

Heute bewirtschaftet Hansruedi Meierhofer einen 85 Aren grossen Rebberg im Thurgäuer. 1992 hat er diesen neu angelegt - mit 1000 Stöcken weissen (Räuschling) und 3000 Stöcken roten Blauburgunder-Trauben. Mit dem jüngsten Jahrgang ist Meierhofer einigermassen zufrieden: «Wir hatten keinen Hagelschlag, doch die Wärme hätte etwas gleichmässiger über die Sommermonate verteilt sein können.»

Für ihn als Landwirt sei der Rebbau ein weiteres Standbein, nachdem er vor zwei Jahren die Milchwirtschaft aufgab. «Uns ist die Qualität des Tropfens wichtig, nicht die Quantität», so Meierhofer. Die Bewirtschaftung des Rebbergs sei aufwendig, die Ökologie werde grossgeschrieben, und er müsse sich an klare Vorschriften halten, etwa was das Mähen anbelange. Die Ausstellung über den Weinbau in Weiach ist noch am Sonntag, 27. September, von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen. Neben einer Weindegustation werden Museumswürste und Kartoffelsalat serviert.

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