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72 Stunden für eine bessere Welt

Kinder und Jugendliche verwirklichen im Rahmen einer nationalen Solidaritätsaktion gemeinnützige Projekte. In Embrach wird für Chile gesammelt, in Dietlikon die Goldrute bekämpft.

Von Andreas Mäder Unterland – Die Uhr tickt: Pünktlich um 18.11 Uhr fiel gestern in Embrach der Startschuss für die Aktion 72 Stunden. Genau so lange haben die Kinder und Jugendlichen der Verbände Cevi, BESJ und Jungwacht-Blauring Zeit, ihr bis zum Start geheim gehaltenes, gemeinnütziges Projekt in die Tat umzusetzen. In den 72 Stunden wollen die Jugendgruppen drei Aktionen verwirklichen: Hauptaufgabe ist das Sammeln von Hilfsgütern für Chile, die in Zusammenarbeit mit der im Zürcher Unterland ansässigen Hilfsorganisation «Hope for Children» an benachteiligte Kinder im südamerikanischen Land verteilt werden. Daneben möchten die Jugendlichen in der Öffentlichkeit ein Zeichen setzen und bemalen dazu öffentliche Sitzbänke oder gestalten Leinwandbilder, die später das Psychiatrie-Zentrum Hard verschönern. Die drei christlichen Organisationen möchten während der Aktion 72 Stunden die Energien bündeln und haben sich deshalb zusammengeschlossen. Von der Zusammenarbeit erhofft sich Simon Gerber, Jugendarbeiter der reformierten Kirchgemeinde Embrach, einen Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen. Um diese Begegnung zu vertiefen, übernachten die Teilnehmer während der Aktion auch gemeinsam – ein kurzes Lager während 72 Stunden also. Das Ziel der Aktion beschreibt Simon Gerber so: «Wir wollen uns für das Dorf Embrach einsetzen und unser Engagement der Öffentlichkeit zeigen.» Anpacken für die Natur Die Pfadiabteilung Dietlikon-Wangen-Brüttisellen engagiert sich während der Aktion 72 Stunden für die Umwelt. Im Dietliker Naturschutzgebiet Klimm jäten die Pfadfinder kanadische Goldruten, die als eingewanderte Pflanzen die einheimische Flora zu verdrängen drohen. Am Samstag und am Sonntag sind rund 20 Kinder und Jugendliche mit Arbeitshandschuhen ausgerüstet im Einsatz. Im Rahmen der Arbeit möchten die Leiter aber auch das Bewusstsein für die Natur schärfen – so nutzen sie den Aufenthalt im Schutzgebiet, um die Kinder für den sachgerechten Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. Neben dem Engagement für Pflanzen und Tiere ist der 17-jährigen Pfadileiterin Kathrin Enz auch das Image der Jugend wichtig: «Wir möchten mit unserer Aktion zeigen, dass Kinder und Jugendliche nicht nur vor dem Fernseher sitzen und Blödsinn machen.» Initiiert wurde die Aktion von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände in Zusammenarbeit mit Jugendorganisationen wie Pfadi, Cevi oder Jungwacht-Blauring. Mit der nationalen Solidaritätsaktion möchten die Initianten das freiwillige Engagement Tausender Jugendlicher in der Schweiz ins Rampenlicht rücken. Benjamin Bosshard, Mediensprecher der Aktion 72 Stunden im Kanton Zürich, erklärt: «Wir wollen Jugendlichen eine Plattform geben, sich sozial zu engagieren.» Die Aktion findet dieses Jahr nach der gelungenen Premiere vor fünf Jahren zum zweiten Mal statt. Ursprünglich kommt die Idee aus Österreich. Während der Aktion 72 Stunden finden im Unterland die verschiedensten Veranstaltungen statt: Insgesamt 9 Gruppen aus der Flughafenregion nehmen an der nationalen Aktion der Jugendverbände teil. Im ganzen Kanton Zürich sind rund 3500 Kinder und Jugendliche von Donnerstag bis Sonntag im Einsatz und versuchen in dieser Zeit, ein gemeinnütziges Projekt umzusetzen. Der Cevi Bülach sammelt Abfall ein und organisiert eine Sensibilisierungsaktion zu diesem Thema. Die Jugendarbeit Kloten verwandelt ein altes Zivilschutzausbildungszentrum in eine öffentliche Musikschule und organisiert am Flughafen einen «Flashmob», das ist eine spontane Zusammenkunft. Jungwacht und Blauring Bülach möchten einen ganzen Lastwagen mit Kleidern füllen, die bedürftigen Menschen im Ausland zugute kommen. Die Pfadiabteilung Pulacha aus Bülach engagiert sich im Naturschutzgebiet Neeracherried für die Artenvielfalt, indem die Pfadfinder Sträucher schneiden und Nisthilfen für Wildbienen basteln. Jungwacht-Blauring Dielsdorf plant öffentliche Vorführungen und Spiele für jedermann. Die Jugendarbeit Bassersdorf ist mit mehreren Teilprojekten im Einsatz. So werden Feuerstellen repariert oder ein Skaterpark gestrichen. Jungwacht-Blauring Opfikon sammelt mit kreativen Aktionen Geld für die lokale Kinderkrippe. (amä) Im Schlussspurt: Simon Gerber trifft in Embrach zusammen mit ehrenamtlichen Helfern die letzten Vorbereitungen für die Hilfsaktion. Foto: Gesa Lüchinger

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