Andere Banken haben Privatjets, die ZKB hat einen eigenen Zug

Ein 100 Meter langer Scherenschnitt rollt nun auf den Schienen der Zürcher S-Bahn. Den neuen Zug hat die ZKB gesponsert.

Die Scherenschnitt-S-Bahn der ZKB auf ihrer ersten Fahrt.

Die Scherenschnitt-S-Bahn der ZKB auf ihrer ersten Fahrt. Bild: Dominique Meienberg

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«Ich bin auch ein Scherenschnitt», darf der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) ab sofort werben. Und der Lokführer im Führerstand des frisch revidierten Doppelstöckers singt: «Bin i gopfridstutz e Bank?» Im Zürcher S-Bahn-Netz verkehrt ab heute ein ausserordentlicher Zug: Er sieht aus wie ein riesiger schwarz-weisser Scherenschnitt. Auf dem einen Wagen prangt ein Feuerwerk über dem Grossmünster, auf anderen Katzen, Eulen, Schwäne, Zahnräder und Fledermäuse. Und auf einem weiteren sind die Fenster wie auf einem Knusperhäuschen mit Holzläden dekoriert. Künstlerin ist die Grafikerin Nadine Geissbühler.

Geissbühler, die schon einen Swiss-Airbus für Flüge nach San Francisco auf Flowerpower-Stil getrimmt hat, durfte die S-Bahn im Auftrag der Zürcher Kantonalbank dekorieren. «Nicht mit der Schere, sondern am Computer», wie sie sagt. Ihr Design wurde in der SBB-Werkstätte in 24 Tagen langer Handarbeit auf die S-Bahn geklebt. «Andere Banken haben Privatjets, wir haben als einzige einen eigenen Zug», freute sich gestern ZKB-Bankratspräsident Jörg Müller-Ganz.

Der Scherenschnitt-Zug soll mindestens zwei Jahre lang im ganzen S-Bahn-Netz verkehren. Die Kosten für das rollende Kunstwerk waren an der Eröffnungsfeier kein Thema. Laut SBB-Regionalleiter Werner Schurter würde ein ganzer Zug als Werbefläche eine gute halbe Million Franken pro Jahr kosten. Die ZKB jedoch ist seit elf Jahren Hauptpartner des ZVV für das Nachtnetz. Ein Werbezug ist der Riesen-Scherenschnitt jedenfalls nicht: Das ZKB-Logo muss man fast mit der Lupe suchen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.07.2013, 08:35 Uhr

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