Das Handy lehrt uns Bibelverse

Mit seiner Bibel-App ist dem reformierten Fischenthaler Pfarrer Peter Schafflützel ein Hit gelungen. Bereits über eine Viertelmillion Menschen haben die Software geladen.

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Von Benjamin Kilchör

Fischenthal – Hinter dem Bachtel wurde sie entwickelt, und von dort aus erobert sie die Welt: Anfang Dezember hat die App «Remember Me» von Peter Schafflützel die 250 000er-Marke geknackt. Dabei entstand die App zum Auswendiglernen von Bibelsprüchen des reformierten Pfarrers in Fischenthal ganz klein, als Hobby: «Ich habe das für mich selber gemacht. Es ist wertvoll, Bibelverse, die mir etwas bedeuten, intus zu haben», sagt der Pfarrer.

Die Bibel ist Schafflützels alltägliche Begleiterin und die Informatik ein Hobby, in das er etwa einen halben Tag pro Woche investiert. In den Skiferien entstand das Grundgerüst für Remember Me. Als das Programm eine ansprechende Form angenommen hatte, stellte es Schafflützel online, um es auch anderen Menschen verfügbar zu machen.

Bedürfnis getroffen

Dass seine Software inzwischen auf über 250 000 Handys installiert ist, zeigt, dass der Pfarrer damit ein Bedürfnis trifft. Ist die Bibel stärker im Trend, als man glauben könnte? Schafflützel erinnert daran, dass das Christentum in anderen Teilen der Welt einen stärkeren Stellenwert hat als hierzulande: «Die Zahl ist so gross, weil es Leute in der ganzen Welt sind, die es nutzen. Nur etwa ein halbes Prozent stammt aus der Schweiz. Viele Benutzer hat die App in den USA und in Korea. Möglich ist eine solche Verbreitung, weil das Programm inzwischen in diverse Sprachen übersetzt ist.

Die Gründe zum Auswendiglernen von Bibelversen seien von Person zu Person unterschiedlich, sagt Schafflützel: «Für manche sind Bibelverse eine Hilfe, um anderen zu sagen, um was es im Glauben eigentlich geht.»

Leitfaden für den Alltag

Für Schafflützel selbst stehen die Zusagen und Ermutigungen Gottes für das eigene Leben im Vordergrund. Gerne denkt er bei den täglichen Herausforderungen an Josua 1, 9: «Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.»

Dann schiebt der Pfarrer mit verschmitztem Lächeln Sprüche 5, 18–19 hinterher – auswendig natürlich: «Deine Quelle sei gesegnet, und freue dich an der Frau deiner Jugendzeit, am lieblichen Reh und der anmutigen Gämse. Ihre Brüste sollen dich allezeit trunken machen, an ihrer Liebe sollst du dich immer berauschen.» Schafflützels Miene wir ernster, als er hinzufügt, dass diese Verse für die Ehe eine Ermutigung seien, sich aneinander zu erfreuen und nicht an anderen, sei es im Internet oder anderswo.

Bereits an fünfter Stelle

Remember Me ist im Android-Markt, dem internetbasierten Softwareladen für das Handy- und Tablet-Betriebssystem Android, leicht zu finden – und gratis. Bald soll es auch für iPhones erscheinen. Gibt man im Android-Markt das Stichwort Bibel ein, erscheint es an fünfter Stelle.

Über diese Plattform erhält Pfarrer Schafflützel Rückmeldungen aus aller Welt, denn Benutzer können angebotene Programme benoten und Bemerkungen dazu schreiben. Die Feedbacks sind durchweg positiv. Kurz und bündig sagt es Benutzer «cope» am 9. November 2011: «Super!!!!!». Einer namens Sébastien verfasst am 6. Dezember 2011 folgende Zeilen: «Wort und Trost Gottes für unterwegs. Glauben für den stressigen Alltag. Diese App passt auf so viele Situationen des täglichen Lebens.»

Zugang zur Bibel als Gewinn

Schafflützel hat auch per E-Mail Rückmeldungen erhalten mit Fragen zur Bedienung oder mit Verbesserungsvorschlägen: «Ich habe das Programm vor allem aufgrund solcher Meldungen so weit entwickelt.» Schafflützel selbst wäre mit einem einfacheren Programm zufrieden gewesen. So ist ein Lernprogramm entstanden, das vielfältig verwendbar ist. Wortpuzzles, Zufallsquiz, Platzhaltermethoden und die Möglichkeit, die Texte zu hören, sind einige der Elemente, die Remember Me inzwischen bietet.

Dass Schafflützel vielleicht eine Viertelmillion entgangen ist, weil er seine App gratis verteilt, statt von jedem Benutzer einen kleinen Betrag, einen Franken etwa, zu verlangen, stört den Pfarrer nicht. «Ich habe alles zum Leben, was ich brauche. Mein Gewinn ist es, dass Menschen durch diese App einen Zugang zum Wort Gottes haben.»

Macht das Auswendiglernen leicht: Peter Schafflützels Bibel-App. Foto:Imre Mesterhazy

Peter Schafflützels Bibel-App macht das Auswendiglernen leicht. Foto: Imre Mesterhazy

Macht das Auswendiglernen leicht: Peter Schafflützels Bibel-App. Foto:Imre Mesterhazy

Erstellt: 31.01.2012, 06:39 Uhr

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