Das Kraftwerk Waldhalde wird für die Zeit bis 2047 fit gemacht

Schönenberg/Hütten - Seit Ende Juli fliesst kein Strom aus dem Kraftwerk Waldhalde ins Netz der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ). Das Kraftwerk wird für 3,2 Millionen Franken saniert. Doch eine spürbare Stromlücke gibt es durch diesen Unterbruch nicht. «Das Kraftwerk produziert ungefähr 0,2 Prozent der im Versorgungsgebiet der EKZ benötigten Energie», sagt Thomas Arnet, Leiter Betrieb bei Zürcher Elektrizitätswerk.

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Trotzdem hat sich die EKZ entschlossen das Kraftwerk am Sihlufer umfassend zu sanieren. «Die Konzession für das Kraftwerk läuft im Jahre 2047 aus, deshalb ist es sinnvoll nochmals Pins Werk zu investieren», sagt Arnet. Die Kantone Zürich und Zug haben der EKZ 1967die Konzession für 80 Jahre erteilt.

Zusätzlich erachtet die EKZ ihren Mitteleinsatz in Schönenberg auch als Beitrag zur Förderung von erneuerbaren Energien in der Schweiz.

Seit 1895 wird am Sihlufer Strom produziert. Beim Betriebsstart war die Waldhalde das grösste Kraftwerk in der Schweiz. Und die Anlage war auch das erste Elektrizitätswerk, dass mehr als eine Gemeinde mit Strom versorgte. Der Strom wurde in neun Ortschaften am linken Seeufer verteilt. Die Idee, an dieser Stelle der Sihl Strom zu produzieren, hatten die beiden Wädenswiler Wollfabrikanten Walter und Jakob Treichler. Sie waren auch die treibenden Kräfte hinter der neu gegründeten «Aktiengesellschaft Electricitätswerk an der Sihl», die 1908 in der EKZ aufging.

Vor der gegenwärtig laufenden Revision ist die Anlage letztmals im Jahre 1966 total überholt worden. «Die meisten Bauten und maschinentechnischen Komponenten stammen noch aus dieser Zeit», sagt Arnet. Obwohl seither verschiedene kleinere Arbeiten ausgeführt worden sind, ist die laufende Revision für den Weiterbetrieb der Anlage notwendig. So werden alle Wehrklappen ersetzt, und der Verbindungsstollen zwischen dem Ausgleichsbecken Teufenbachweiher und dem Turbinenhaus wird komplett saniert. Es wird zum Beispiel der Korrosionsschutz erneuert. Deshalb sind die Druckleitungen zurzeit komplett eingerüstet.

Im Dezember gibts wieder Strom

Ebenfalls revidiert werden die Turbinen und der Generator am Ufer der Sihl. Läuft alles optimal, so plant die Betreiberin das Kraftwerk in den Sihlniederungen, am 17. Dezember wieder ans Stromnetz anzuschliessen. Je nach verfügbarer Wassermenge der Sihl werden dort zwischen 1,1 und 2,7 Megawatt Strom pro Tag Jahr erzeugt. Das ergibt eine durchschnittliche Jahresproduktion von 17 Millionen Kilowattstunden.

Dabei wird das Sihlwasser in Hütten abgezweigt und in einem Stollen von 2,2 Kilometer Länge zum Teufenbachweiher geführt. Von dort aus wird das Wasser in einer Druckleitung mit 72 Meter Gefälle zu den Turbinen und Generatoren in der Waldhalde geleitet und hinterher wieder in die Sihl entleert.

Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch der Tiefenbachweiher in der Nähe des Weilers Haslaub geleert. Die dort lebenden Fische wurden vorher ausgefischt. Die EKZ wird im Ausgleichsbecken laut Arnet bald wieder Fische einsetzen. Die Wehrklappen im Sihlwehr Hütten werden ersetzt. Von dort wird das Wasser ins Kraftwerk Waldhalde geleitet. Foto: Patrick Gutenberg (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.10.2009, 02:01 Uhr

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