«Die Urnen im See tasten wir nicht an»

Die Herkunft der Urnen mit menschlichen Überresten stellt die Behörden vor ein Rätsel. Aus Pietätsgründen verzichtet man vorläufig auf die Bergung weiterer Urnen.

Die meisten Urnen liegen immer noch im See: Das schreibt die Zeitung «Blick».

Die meisten Urnen liegen immer noch im See: Das schreibt die Zeitung «Blick».

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Noch immer liegen Dutzende Urnen bei Küsnacht auf dem Grund des Zürichsees. Und das dürfte in den nächsten Wochen auch so bleiben. Beim kantonalen Umweltamt AWEL, welches wegen Störung des Totenfriedens Anzeige gegen unbekannt einreichte, wartet man ab: «Diese Angelegenheit erfordert viel Sorgfalt. Deshalb diskutieren wir das weitere Vorgehen zuerst in Ruhe mit allen Beteiligten – es besteht ja kein dringender Handlungsbedarf. Die Urnen im See tasten wir vorderhand nicht an», so Mediensprecher Wolfgang Bollack.

13 Urnen hatten Taucher der Seerettung Küsnacht bereits ausgehoben. Sie waren bei einem Tauchgang zufällig auf die menschlichen Überreste gestossen und hatten die Polizei alarmiert. Diese Urnen befinden sich weiterhin bei der Kantonspolizei Zürich. Doch noch immer ist unklar, wie sie in den See gelangten. Eine heisse Spur scheint zu fehlen, man ermittle «weiterhin in alle Richtungen». Eine neue Anzeige sei nicht eingegangen.

Urnen stammen vom Krematorium Nordheim

Klar ist: Die Menschen, deren Überreste in den beigen Urnen liegen, wurden im Krematorium Nordheim kremiert. Das Logo auf den Urnen lässt darauf schliessen. Gemäss Bruno Bekowies, stellvertretender Leiter des Bestattungs- und Friedhofamts der Stadt Zürich, handelt es sich um die «beliebteste Urne».

In der Schweiz besteht kein Friedhofszwang, nach einer Kremation dürften die Angehörigen die Asche in einer Urne mit nach Hause nehmen: «In diesem Fall machen wir die Angehörigen darauf aufmerksam, dass sie mit der Asche pietätvoll umgehen», so Bekowies weiter. Im Nachhinein die Urne einer bestimmten verstorbenen Person zuzuordnen, ist nicht möglich, da die Urnen nicht angeschrieben sind.

Ob die Sterbehilfeorganisation Dignitas mit den versenkten Urnen etwas zu tun hat, bleibt ein Verdacht. Für eine Stellungnahme war niemand erreichbar.

Erstellt: 20.04.2010, 16:25 Uhr

Artikel zum Thema

Urnen im See

Kanton reicht Strafanzeige gegen unbekannt ein Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Ausstellungseröffnung: «Schatten»!

Mit einer Auswahl von fast 140 Werken zeigt die Ausstellung «Schatten» in der Hermitage 500 Jahre Kunstgeschichte.

Blogs

Geldblog So vermeiden Sie ATM-Frust im Ausland

Mamablog Bin ich jetzt der Mann? 

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Kunst in der Luft: Seifenblasen machen Spass vor dem Louvre in Paris. (19. Juli 2019)
(Bild: Alain Jocard) Mehr...