Durgol erobert nach der WC-Ente den Markt

Die Düring AG in Dällikon stellt weltberühmte Putzmittel her. Ihr aktuelles Zugpferd ist ein Entkalkungsmittel.

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Hergestellt im Unterland In einer Serie stellt der TA Produkte vor, die in der Region produziert werden

Von Sarah Sidler (Text) und Nathalie Guinand (Fotos)

Dällikon – Neben Schrebergärten und Wiesen, zwischen den letzten Bürogebäuden der Industrie und den ersten Wohnhäusern von Dällikon liegt die Düring AG. Kaum ein Ortsunkundiger vermutet, dass hier seit über 30 Jahren eines der führenden Entkalkungsmittel der Schweiz hergestellt wird.

In den Räumlichkeiten der Düring AG riecht es nach Putzmitteln. Kein Wunder: Rund 500 Tonnen Rohstoff werden hier jährlich zu Durgol-Entkalkern und Dufty-Frischluftspray verarbeitet. Abfüllung und Ettikettierung erfolgen maschinell. Anschliessend werden die Produkte von Hand abgepackt: «Wir bieten Gebinde in verschiedenen Grössen an», sagt Betriebsleiter Andres Hügli. Deshalb lohne es sich nicht, Maschinen für die Abpackung zu beschaffen. Diese müssten ständig umgestellt werden, was einen Zeitverlust mit sich bringe. Die menschliche Endkontrolle bringt weitere Vorteile mit sich: Mit ihr kann die Firma nicht nur Arbeitsplätze generieren, sondern auch Maschinen ersetzen. Teure Geräte, für die in den engen Produktionshallen kein Platz vorhanden ist.

20 Millionen Franken Umsatz

Das Entkalkungsmittel Durgol wird hier jährlich in rund neun Millionen Behälter gefüllt und in alle Welt verschickt. Ein Drittel aller Produkte wird exportiert. «Am meisten setzen wir in Deutschland, Österreich, Israel und den USA ab», sagt Catherine Röthlin, Leiterin Verkauf und Werbung. Neu bringt die Düring AG einen Kaffeemaschinen-Entkalker in Zusammenarbeit mit dem deutschen Kaffeegiganten Tchibo auf den Markt. Auch national lassen sich die Zahlen sehen: «In der Schweiz verfügen wir mit Durgol über einen Marktanteil von rund 30 Prozent», sagt Röthlin. 15 bis 20 Millionen Franken setzt der Familienbetrieb Düring AG jährlich um, mit zunehmender Tendenz. Expansionspläne gibt es besonders Richtung Osten: «Seit einiger Zeit findet man Durgol etwa in Ladenregalen von Tschechien und Lettland.»

Hausfrau erfand Durgol

Das Entkalkungsmittel entstand 1951, als Maria Düring verschiedene Substanzen zusammenmischte, um Kalkflecken zu tilgen. Die Zutaten dazu brachte ihr Ehemann Walter nach Hause, der als Drogist tätig war. Heute werden acht verschiedene Entkalker hergestellt. Die Zusammensetzung ist je nach Anwendungsort unterschiedlich. Es gibt Durgol für die Reinigung von Bad, Küche, Kaffee- und Waschmaschine sowie Steamer. Das Hauptprodukt Durgol Express wird weltweit am meisten verkauft.

Der Enkel der Firmengründerin erfand vor 30 Jahren die WC-Ente. Die Toilettenreinigungsmittel für die Schweiz und Österreich wurden bis vor zwei Jahren von der Düring AG abgefüllt und vertrieben. 2008 wurden die Markenrechte an S. C. Johnson übertragen. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ganz ist die Ente jedoch nicht aus Dällikon verschwunden: Nach wie vor vertreibt die Düring AG feuchte Toilettentücher unter dem Namen Duckies mit dem Entchen im Design.

Nachdem die Maschinen die Putzmittel abgefüllt und beschriftet haben, verpacken die Angestellten der Düring AG die Produkte von Hand. Gleichzeitig findet die Endkontrolle statt. Die Hebearbeiten übernimmt dann wieder eine Maschine.

Erstellt: 19.10.2010, 20:10 Uhr

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