Ein Vertrag mit klaren Regeln

Die neue Gestaltung des Uetlibergs kostet Giusep Fry über eine halbe Million Franken. Dafür kann er hoffen, dass die illegalen Bauten geduldet werden.

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Uto Kulm

Von Silvio Temperli und Stefan Häne

Zürich/Stallikon – Wer darf was auf dem Zürcher Hausberg? Im jahrelangen Streit um den Gipfel des Uetlibergs ist ein weiterer Schritt gemacht: Die Konfliktparteien – Eigentümer Giusep Fry, der Kanton, die Stadt Zürich sowie die Gemeinde Stallikon – haben sich geeinigt und einen Vertrag unterzeichnet, der die Rechte und Pflichten jedes einzelnen Akteurs festschreibt. Ziel ist es, die gewerblichen Interessen des Hoteliers und die Ansprüche der Naturfreunde und Biker in Einklang zu bringen.

Auch die Frage der Kosten klärt das Dokument. Fry muss auf seinem Grundstück einen neuen Kiosk für die Wanderer errichten und für den Unterhalt der Aussichtsterrasse sowie für die öffentlich zugängliche WC-Anlage aufkommen. Darüber hinaus ist er verpflichtet, das Areal dezenter zu beleuchten als bisher. All diese grösstenteils einmaligen Auslagen belaufen sich auf über eine halbe Million Franken, wie Frys Pressestelle sagt. Die Gestaltung des Gipfels, die eine klare Trennung des Gastro- und Eventbetriebs vom Ausflugsbereich vorsieht (siehe Karte), kostet laut Schätzung des kantonalen Amts für Raumentwicklung 300 000 Franken. Ein Drittel geht zulasten des Hoteliers. Sämtliche Vertragsparteien haben den Unterhalt des Aussichtsturms gemeinsam zu tragen, ebenso die Einrichtung der Fahrtenkontrolle sowie deren Betrieb.

Noch in diesem Monat setzt die Baudirektion den Gestaltungsplan fest. Nach einer Richtplanänderung, beschlossen vom Kantonsrat Ende Juni 2010 und hinterher genehmigt vom Bundesrat, liegt das Gebiet nun in der Erholungszone und nicht mehr im Landwirtschaftsgebiet. Dies öffnet den Spielraum, rechtswidrig erstellte Bauten, die Fry laut einem Bundesgerichtsentscheid abbrechen muss, im Nachhinein zu tolerieren. Nicht zuletzt deshalb dürfte das juristische Hickhack auf dem Berg weitergehen. Einsprachen gegen den Gestaltungsplan sind möglich und werden vom Kanton auch erwartet (siehe Haupttext). Rekursberechtigt sind all jene Verbände, die schutzwürdige Interessen geltend machen können oder direkt vom Vorhaben betroffen sind wie unmittelbar angrenzende Grundeigentümer.

Erstellt: 07.02.2012, 06:32 Uhr

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