Giusep Fry baut Eisbahn auf dem Uetliberg

Der Wirt des Uto-Kulm polarisiert weiter: Giusep Fry befolgt zwar die Weisung des Bundesgerichts und baut die Panoramaterrasse ab. Doch gleichzeitig eröffnet er eine Schlittschuhbahn «mit Partystimmung».

Am Montag wird diese Terrasse abgebrochen - zugunsten eines Eisfelds: Blick vom Aussichtsturm auf die überdachte Terrasse.

Am Montag wird diese Terrasse abgebrochen - zugunsten eines Eisfelds: Blick vom Aussichtsturm auf die überdachte Terrasse. Bild: Dominique Meienberg

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Am Montagmorgen muss Giusep Fry auf dem Uetliberg mit dem Rückbau der illegal erstellten Panoramaterrasse und der Rotondo-Terrasse beginnen. Pünktlich zum Freitagabend liess er die Katze aus dem Sack, was er auf dem Zürcher Hausberg vorhat: «Ich werde mein Lebenswerk nicht mit der Abrissbirne zertrümmern», schreibt er in einer Medienmitteilung.

Statt der Birne kommt in der Medienmitteilung dann aber der Hammer – oder vielmehr die eiskalte Gegenreaktion auf den Bundesgerichtsentscheid: Fry will als neue Topattraktion eine Eisbahn bauen, wenn auch eine aus Kunststoff. Gemäss seinem Mediensprecher Clemens Maria Schuster soll diese gut 100 Quadratmeter gross werden und auf der Fläche der Panoramaterrasse zu liegen kommen. Und Schuster weiter: «Sie können davon ausgehen, dass Herr Fry alle dafür notwendigen Bewilligungen einholen wird.»

«Direkt auf dem Uetliberggipfel ein paar Pirouetten drehen und gleichzeitig die winterliche Aussicht geniessen – das gabs auf dem Top of Zürich noch nie!», kündet Fry selbstbewusst an – ohne die eigenen Pirouetten zu erwähnen, welche die Ausbauten auf Uetliberg schon gedreht haben.

Partys, Glühwein und Käsefondue

Eröffnet wird die Schlittschuhbahn am 8. Januar 2015 mit «Spezial-Events, Musik und Partystimmung und winterlichen Genüssen». Sportbegeisterte können Schlittschuhe ausleihen. Glühwein, Punsch und heisser Tee sollen für winterliche Stimmung und gute Laune sorgen. «Auch der kleine Hunger wird mit Uetliberger Köstlichkeiten und traditionellen Schweizer Spezialitäten gestillt, zum Beispiel Open-Air-Käsefondue bei bester Aussicht», verspricht Fry. Eine Umsatzeinbusse will er trotz Bundesgerichtsentscheid offensichtlich nicht hinnehmen.

Das Ziel vieler Zürcher, ihren Hausberg vom grössten Rummel zu entlasten, wird damit zumindest in den Wintermonaten nicht erfüllt. Fry nämlich will spezielle Packages für Paare, Gruppen und Firmen anbieten mit Spiel und Spass auf dem Eisfeld.

«Leider kein Wrecking Ball»

Mit dem Rückbau beginnt Fry am Montagmorgen durch die Demontage der Elektrik, diverser gastronomischer Installationen und des Mobiliars. Darauf werden die Seitenverglasung sowie das Panoramadach mit dem Sonnensegel rückgebaut. Eine Prise Humor kann man Fry nicht absprechen. Er sagt: «Wer den Elektrikern, Installateuren und Bauhandwerkern beim Arbeiten zuschauen will, möge dabei zumindest unsere selbstgebackenen Uetliberger Nussgipfeli geniessen.»

Fry weiter: «Ich werde mein Lebenswerk nicht zertrümmern, sondern werde den Uetliberg weiter entwickeln und mit unserem neuen Restaurant Allegra, der Winter-Topattraktion Uetliberg on Ice und der schönsten Panoramaterrasse von Zürich allen Gästen und Besuchern ein unvergessliches Erlebnis bereiten.»

Der Wintergarten und derzeitige Apéro- und Pausenraum für Bankett- und Seminargäste sowie der Seminarraum sollen, so Fry weiter, im Februar 2015 zum neuen Fine-Dine-Restaurant Allegra umgebaut werden. Der Pavillon mit Blick auf die Stadt Zürich verfügt über ein Panoramaglasdach und werde vollständig saniert und zeitgemäss eingerichtet.

Gmüetliberg bleibt wie es ist

Entgegen vorheriger Ankündigungen wird Giusep Fry nach dem Kauf des Restaurants Gmüetliberg von der SZU im Juni dieses Jahres die aktuelle Baubewilligung, die 2015 verfallen wird, nicht weiter verfolgen. Für alle Stammgäste, Familien, Kinder und Ausflügler bleibe damit der bewährte Service von Oskar und Verena Candrian bestehen und das gutbürgerlich-traditionelle Speiseangebot erhalten.

Am Sonntag wird ein Samichlaus vor dem Restaurant Gmüetliberg bei der SZU-Endhaltestelle an die Uetliberg-Besuchern Nüsse, Lebkuchen und weitere feine Sachen verteilen. Dazu gibt es Glühwein und Punsch, Bratwürste und Cervelats vom Grill. Veranstaltet wird der Anlass vom Uetliberg-Verein, der seine Aufgabe in der Erhaltung und Pflege des Uetlibergs als Erholungsgebiet sieht.

Erstellt: 28.11.2014, 18:38 Uhr

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