Jositsch verzichtet auf Regierungsrat

Nationalrat Daniel Jositsch (SP) steht nicht mehr als Regierungsratskandidat zur Verfügung. Er hat andere Pläne.

Liebäugelt mit dem Ständerat: Der Zürcher SP-Nationalrat Daniel Jositsch (rechts), hier mit SP-Präsident Christian Levrat.

Liebäugelt mit dem Ständerat: Der Zürcher SP-Nationalrat Daniel Jositsch (rechts), hier mit SP-Präsident Christian Levrat.

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Da warens nur noch vier: Nach der Winterthurer Stadträtin Yvonne Beutler hat jetzt auch Nationalrat und Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch seine Kandidatur für die Nachfolge von Bildungsdirektorin Regine Aeppli zurückgezogen. Seine Begründung: «Auch ich bin der Ansicht, dass die SP Regine Aeppli mit einer Frau ersetzen muss.» Jositsch hat hingegen grosse Lust, für die SP im Herbst 2015 im Kampf um einen Ständeratssitz anzutreten.

Somit verbleiben bei der SP noch vier Kandidatinnen, die im Frühling 2015 neben dem bisherigen Mario Fehr um einen Sitz im Regierungsrat antreten wollen: Die beiden Winterthurer Nationalrätinnen Jacqueline Fehr und Chantal Galladé sowie die beiden Kantonsrätinnen Priska Seiler Graf (Stadträtin in Kloten) sowie Sabine Sieber Hirschi (Gemeindepräsidentin von Sternenberg). Durch seinen Verzicht hat Jositsch inbesondere die Position seiner ehemaligen Lebenspartnerin Chantal Galladé gestärkt.

Anfang September will die SP als erstes entscheiden, ob sie mit zwei oder drei Kandidatinnen in die Wahlen ziehen will, Ende September werden dann die Kandidaten bestimmt. Durch den Rückzug von Jositsch ist die Chance für eine Zweierkandidatur deutlich gestiegen, weil nun ein Mann-Frau-Duo gesetzt ist. Eine Dreierkandidatur wäre in erster Linie eine Variante zugunsten von Jositsch gewesen.

Die Ambitionen von Jositsch haben mit einem Paukenschlag auch die Ständeratswahlen lanciert. Letzte SP-Ständerätin war Emilie Lieberherr 1978 bis 1983. Von 1939 bis 1959 waren die Zürcher Genossen permanent im Stöckli vertreten. «Ich wäre für eine Kandidatur bereit», sagte Jositsch gestern, «und zwar unabhängig davon, ob jemand von den Bisherigen zurücktritt.» Für SP-Schweiz-Präsident Christian Levrat hat die Stärkung der SP im Ständerat oberste Priorität.

Noch immer ist allerdings im Kanton Zürich unbekannt, ob die Bisherigen Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP) erneut antreten. Diener allerdings hat gegenüber dem TA betont, dass sie sich im Moment in der Kommission für die Reform des Initiativrechts in der Verfassung engagiert. «Das ist eine grosse Arbeit, die mehrere Jahre dauern kann», betonte Diener – und tönte damit an, dass ihre Arbeit über die Legislatur hinausreichen könnte. Bei Felix Gutzwiller wird im Bundeshaus eher mit einem Rücktritt gerechnet, zumal Nationalrat Ruedi Noser seine Ambitionen schon deutlich geäussert hat.

Ebenfalls offen ist die Situation bei den Regierungsratswahlen in der FDP, wo sich Beatrix Frey-Eigenmann, Carmen Walker Späh, Thomas Vogel und Martin Farner um die Nachfolge von Ursula Gut bewerben. Bereits nominiert hat die CVP: Sie greift mit Staatsanwältin Silvia Steiner vor allem den Sitz von Justizdirektor Martin Graf (Grüne) an.

Auch die EVP hat ihren Kandidaten bestimmt: Sie tritt mit Nik Gugger aus Winterthur an. Bei der GLP steht eine Kandidatur von Nationalrat Thomas Maier im Vordergrund, bei der BDP ist die Ausgangslage noch offen.

Erstellt: 11.07.2014, 15:08 Uhr

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