Künstlerduo verzaubert Zuhörer in Uetiker Kirche

Eveline Kuhn und ihr Mann Arash Amini gaben ein Heimspiel in Uetikon und zeigten, was sie in den USA gelernt haben.

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Uetikon - Die reformierte Kirche im verschneiten Uetikon war am Samstagabend ein Ort des musikalischen Geschehens. Im Mittelpunkt standen die in Uetikon aufgewachsene Flötistin Eveline Kuhn und ihr Mann, der amerikanische Cellist Arash Amini. Zum fünften Mal spielten sie in Uetikon und feierten dabei ihr zehnjähriges Jubiläum als West End Duo.

Das Publikum erlebte eine grosse Bandbreite an Darbietungen. Das zum Teil selbst arrangierte Repertoire reichte von Bach bis zum brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos. Lieblich klang der dritte Satz aus einem Streichduo Joseph Haydns, mit Kuhns galant gespielten Querflötenklängen und Aminis entspannter Begleitung.

Zuvor hatte Amini eine Max-Reger-Cellosuite gespielt. Diese gehört zu den schwierigsten Cellowerken überhaupt und ist an Konzerten kaum zu hören. Mit zusammengezogenen Augenbrauen arbeitete sich Amini Takt für Takt durch die kaum spielbaren Doppelgriffe und verblüffte mit seiner technischen Hochform.

Ehemann übt sich in Mundart

Ein ähnliches Spektrum umfassten Eveline Kuhns Flötentöne. Bei Beethoven klang die Flöte philosophisch und so dunkel wie Aminis Cello. Bei Haydn hingegen zauberte Kuhn ein leichtes, weiches und helles Spiel hervor.

Ungewohnt waren auch die Ansagen der beiden, da die meisten Künstler wortlos auftreten. «Wir möchten die Grenzen zum Publikum aufheben», erklärte Kuhn. Die Zuhörer sollten spüren, dass ein Konzert etwas Persönliches sei. So konnte der sonst englisch sprechende Amini mit einem Satz auf Schweizerdeutsch überraschen.

Am Sprachlichen würde es also nicht liegen, müsste das Paar in der Schweiz leben. Dennoch würden sie nicht tauschen. «In New York, einem der wichtigsten Kulturzentren der Welt, fühlen wir uns viel zu wohl», sagt Arash Amini. In ganz Amerika gibt das Duo Konzerte mit ihrer selbst gegründeten Kammermusik-Gesellschaft ADCA.

Eveline Kuhn arbeitet zudem als «Teaching Artist» in Brooklyn. An jeweils zwei Halbtagen bringt sie Kindern an einer öffentlichen Primarschule Notenlesen und Komponieren bei. «Die Förderung von Kunst ist in den USA vorbildlich», sagt die Uetikerin. Dies im Vergleich zu den hiesigen Schulen, wo nicht annähernd so intensiv gearbeitet werde.

Der Juilliard-School-Absolvent Amini hat die musikalische Schulung am eigenen Leibe erfahren. Als Vierjähriger an der Montessori-Schule musste er wie alle ein Instrument lernen. Er verliebte sich in das Cello und erhielt, begleitet von seiner Mutter, jeden Tag 60 Minuten Unterricht. «Es ist sehr förderlich, wenn Eltern dem Unterricht beiwohnen», sagt er rückblickend. So wüssten diese stets, woran das Kind sei, und könnten ihm beim Üben helfen.

Musik seit der Kindheit

Auch bei Eveline Kuhn spielten die Eltern eine wichtige Rolle. Die Mutter ist eine begnadete Chorsängerin, der Vater spielt im Alphorntrio Zürisee. Mit diesem musikalischen Erbe war sie schon auf gutem Weg, als ihr Opernhaus-Soloflötistin Maria Goldschmidt den Weg zum Studium an der renommierten Eastman School of Music ebnete.

Das Publikum lobte das Duo in den höchsten Tönen. Die Uetikerin Brigitta Balaz etwa, die selber in New York Gesang studiert hatte und 13 Jahre beim Philharmonischen Chor München mitsang, sagte: «Wöchentlich stelle ich an Konzertbesuchen fest, welch einzigartiges Niveau an der Goldküste herrscht. Es ist vergleichbar mit London oder New York.» Doch dieses Konzert habe alle übertroffen. Sarah und Basil Pirijok Eveline Kuhn und Arash Amini zeigten sich als eingespieltes Team. Foto: Silvia Luckner

Erstellt: 21.12.2009, 02:02 Uhr

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